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REVIEWS



Son of Rambow   

Son of Rambow
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Original: Son of Rambow   (GB / Frankreich / BRD, 2007)
Laufzeit: 93 Minuten (PAL)
Studio: Senator
Regie: Garth Jennings
Darsteller: Neil Dudgeon, Bill Milner, Will Poulter, Jules Sitruk u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of
Preis: ca. 15 €
Wertung: 2+/ 2 / 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Film ist Krieg, aber spaßig"

Filmvirtuose und Träumer Michel Gondry hat bereits mit seinem "Abgedreht" versucht, die Magie des simplen Prozess des Filmemachens einzufangen. Mit bescheidenem Erfolg. Dem britischen Regisseur Garth Jennings ("Per Anhalter durch die Galaxis") gelingt das schwierige Unterfangen mit "Son of Rambow" recht eindrucksvoll und auf ungewöhnliche Weise. Anhand von Erinnerungen aus seiner eigenen Kindheit geht Jennings der Filmfaszination auf ganz simple Weise auf den Grund: durch die Augen ganz unterschiedlicher Kinder - und zwar in den frühen 80-er Jahren.
Während Lee (Will Poulter) bereits illegaler Weise für seinen großen Bruder Kinofilme per Videokamera abfilmt, um sie später als Raubkopien lukrativ zu verscherbeln, muss sich Will (Bill Milner) mit Bibelfersen und einem restriktiven Medienverbot abmühen. Seine Mutter ist Mitglied in einer strenggläubigen Sekte, die den Fortschritt und die moderne Gesellschaft ablehnt. Dies macht den an sich fantasiereichen Will in der Schule und auch sonst zum Außenseiter, der die Schulklasse verlassen muss, alsbald ein Lehrvideo geschaut wird.
Die Welten von Krawallkind Lee und Musterknabe Will kollidieren, als beide in der schulischen Bestrafung beim Rektor landen. Dieser Zufall schweißt das ungleiche Duo schließlich zusammen. Und Will kommt durch seinen vermeintlichen neuen Freund das erste mal mit Filmen in Kontakt: eine Raubkopie von "Rambo" zündet in Will einen kreativen Kurzschluss, der sein Leben für immer verändert. Zusammen mit Lee dreht er fortan heimlich mit der Videokamera des großen Bruders "Son of Rambow" - da er den Titel des originalen Films nie gesehen hat.
Garth Jennings arbeitet in der rasant liebevollen Tragikomödie auch einige Kindheitstraumen auf. Angefangen bei skurrilen französischen Austauschschülern über schwierige Schulfreundschaften bis zu dramatischen Familienstrukturen arbeitet "Son of Rambow" unter der Oberfläche viel Emotionales. Besonders geschickt spielt Jennings dabei die völlig unterschiedlichen Familienwelten der beiden Kinder gegeneinander aus.
Dazwischen wirkt die krude und irrwitzige Filmproduktion der kleinen "Rambo"-Fans, der sich freiwillig immer mehr Kinder anschließen, wie ein Katalysator für die wachsend angespannte Situation zwischen den Freunden. Bis zum Schluss bleibt "Son of Rambow" überraschend und ungewöhnlich in seiner Entwicklung und scheut auch keine unbequemen Lösungen. Ein intelligenter und geradezu erwachsener Kinderfilm ist Garth Jennings gelungen, der Eltern wahrscheinlich noch mehr bewegt als ihre Kinder.

BILD

Son of Rambow

Der anamorphe Widescreen-Transfer (2.35:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die keine analoge Rückstände wie Kratzer oder Bildpunkte aufweist. Die Schärfe ist insgesamt gut, aber wirkt aufgrund des hohen Kontrasts etwas reduzuiert, da Konturen zum Überscheinen neigen. Die Farben sind dafür extrem kräftig. Besonders die zahlreichen Grüntöne des Films stechen stark hervor wirken dadurch fast künstlich. Der Schwarzlevel ist tief und ausreichend detailreich. Die Kompression arbeitet absolut sauber und liefert ein stabiles wie rauschfreies Bild. Gut.

TON

Son of Rambow

Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch als DD5.1 Track vor. Da der Film wenig auf bombastische Effekthascherei setzen kann, werden die subtilen Umgebungsgeräusche und der spärliche Musikeinsatz gut auf die Surroundkanäle verteilt. Die Dialoge sitzen gut verständlich zumeist fest im Center, aber sind auch mal direktional abgemischt. Störende Überlappungen oder Ausfälle konnten nicht festgestellt werden. Insgesamt ein solider Track, der ohne Überraschungen auskommt.

EXTRAS

Neben einem Kinotrailer gibt es auf der scheibe ein wirklich gelungenes "Making of" (ca. 28 Min.), das sehr persönlich hinter die Kulissen der Produktion führt. Hier übernehmen teilweise auch die beiden jungen Hauptdarsteller die Regie und erzählen unzensiert von ihrer Erfahrung beim Dreh. Regisseur Garth Jennings erläutert dabei die Schwierigkeiten, dass ungewöhnliche Projekt aus der Taufe zu heben und einen Vertrieb zu finden. Bei den Dreharbeiten wird sehr viel von der besonderen Arbeit mit den Kindern gezeigt, was die teilweise auftauchenden Problematiken am Set stark verdeutlicht. Ein wirklich gelungenes "Making of", das sich deutlich vom Standard-EPK-Sumpf absetzt.

FAZIT

Ein intelligenter und erwachsener Kinderfilm, der auch noch Spaß macht und tragisch zugleich wirkt? "Son of Rambow" verschießt wirklich viel Munition und zündet so einige Emotionsgranaten. Eine echte Überraschung, die von Senator solide auf DVD umgesetzt wurde. Empfohlen.



Kay Pinno


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