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Deception - Tödliche Versuchung   

Deception - Tödliche Versuchung
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Original: Deception   (USA, 2008)
Laufzeit: 102 min
Studio: Universum Film
Regie: Marcel Langenegger
Darsteller: Hugh Jackman, Ewan McGregor, Michelle Williams, Natasha Henstridge
Format: 2,35:1 (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Alternatives Ende, geschnittene Szenen, Regiekommentar, Featurettes
Preis: ca. 16 Euro
Wertung: 2-/ 2 / 2- (Bild/Ton/Extras)


"Sex ab 12"

Jonathan McQuerry (Ewan McGregor) ist Buchprüfer. Seine Arbeit mag mit großer Verantwortung einher gehen, doch da er für seine Gesellschaft ständig in unterschiedlichen Unternehmen zum Einsatz kommt, ist er ein Außenseiter. Als Buchprüfer ist er nicht gerade das, was man sexy nennt - und da er immer nur für einige Wochen in einem Unternehmen arbeitet, fällt es ihm schwer soziale Kontakte zu knüpfen. Jonathan ist das, was man im Allgemeinen als unauffällig bezeichnen würde.
Ausgerechnet er wird eines Abends von dem Anwalt Wyatt Bose (Hugh Jackman) dazu aufgefordert, mit ihm auf dem Dach des Kanzleigebäudes – zu kiffen! Wyatt ist genau das Gegenteil von Jonathan: Attraktiv, charmant, ein Erfolgstyp. Doch offenbar hat Wyatt mit seinen Kollegen - zumindest privat - auch nicht allzu viel im Sinn. Wyatt und Jonathan freunden sich an, verbringen mehrere Abende zusammen, bis Wyatt für seine Kanzlei nach London reisen muss.
Am Tag nach Wyatts Abreise klingelt Jonathans Handy. Das heißt - eigentlich ist es Wyatts. Sie haben ihre Mobiltelefone offenbar während ihres letzten gemeinsamen Treffens vertauscht. Natürlich informiert Jonathan Wyatt stante pede - der aber ist nur amüsiert - und wünscht ihm viel Spaß mit seinen Anruferinnen.
Diese Anruferinnen nämlich gehören nicht nur allesamt der New Yorker Oberschicht an. Sie sind auch Mitglieder in einem äußerst exklusiven Sexclub. Man trifft sich in Hotels und stellt keine Fragen. Wen wundert’s: Jonathan genießt die nächsten Tage in vollen Zügen. Bis er "S" kennen lernt (Michelle Williams). Für sie empfindet er nicht nur Verlangen - er verliebt sich in die unnahbare Frau. So verbringen sie ihre gemeinsame Nacht - ohne miteinander zu schlafen. Am nächsten Morgen wird "S" entführt. Aber niemand will Jonathan seine Geschichte über einen exklusiven Sexclub abkaufen. Und wer ist Wyatt Bose?

In den USA floppte der Film des Schweizer Werbefilmers Marcel Langenegger gewaltig, in Deutschland wurde da gleich auf einen Kinostart verzichtet. Dabei hat der Misserfolg an den Kinokassen nichts über die Qualität des Filmes zu sagen. "Deception" ist, wenn man sich auf eine Geschichte wie diese einlassen möchte, ein solider Thriller. Ohne wirkliche Höhen, aber auch ohne Tiefen. Ewan McGregor ist teilweise derart unscheinbar, dass er mit dem Bild zu verschmelzen scheint (was nicht Negativ gemeint ist - seine Figur Jonathan ist nun einmal ein Außenseiter), Hugh Jackman spielt derweil geschickt mit seinem Image als "Sexiest Man Alive". Alleine Michelle Williams bleibt etwas farblos, was aber damit erklärt werden kann, dass sie erst nach etwa der Hälfte der Spielzeit tatsächlich in die Geschichte einsteigt. Zu diesem Zeitpunkt sind die beiden männlichen Hauptfiguren bereits so stark gezeichnet, dass es kaum möglich ist, aus ihrem Schatten heraus zu treten.

In einer wunderbaren Nebenrolle tritt Charlotte Rampling auf. Auch Natasha Henstridge lässt sich blicken. Irritierend ist die jugendfreie Darstellung von Sex. Immerhin - ein nicht gerade zu unterschätzendes Handlungssegment des Filmes stellt die Existenz eines Sexclubs dar, in den die Hauptfigur abtaucht. Jonathan erlebt Dinge, von denen er zuvor nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Dass all dies jenseits des Bildes stattfindet...
Es ist kein Schreibfehler, aber "Deception" ist wirklich frei ab 12.

BILD

Deception - Tödliche Versuchung

Der Transfer fällt nicht 100-prozentig optimal aus. Der Film wirkt oft etwas dunkel, was durchaus dazu passt, dass das Gros der Geschichte in den Abendstunden angesiedelt ist. Wohl an, da gehört die Dunkelheit schließlich auch hin, aber hier und da gehen doch einige Kontraste verloren. Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Der Regisseur bevorzugt auf jeden Fall eine eher dunkle Farbdramaturgie. Die passt zum Film.

TON

Deception - Tödliche Versuchung

Die Boxen sind bei diesem Film nicht wirklich gefordert, denn das Gros der Handlung ergibt sich aus seinen Dialogen. Es wird weder großartig geschossen, es fliegt nichts in die Luft, hin und wieder verbringen Menschen lediglich mal ein nettes Schäferstündchen zusammen, über diese Szenen aber legt die Regie Musik - vermutlich, um die Jugendfreigabe nicht zu gefährden. Ob englischer Ton oder deutscher Ton: Der ist sauber, die Dialoge sind klar und deutlich zu verstehen. Eine saubere Arbeit.

EXTRAS

Da gibt es die üblichen Beigaben: Einen Regiekommentar, ein Featurette über die Idee, die sich hinter dem Sexclub verbirgt, darüber hinaus füllt ein Featurette über die Dreharbeiten die silberne Scheibe. Natürlich gibt es auch einige herausgeschnittene Szenen zu sehen, die aber im fertigen Hauptfilm nicht vermisst werden.

Allein das alternative Ende - wäre das bessere Finale für den fertigen Film gewesen. Der Showdown des fertigen Filmes wirkt überaus moralisch, es funktioniert, es macht den Film nicht kaputt. Aber dennoch bleibt ein moralinsaurer Beigeschmack. Das ursprüngliche, später verworfene Ende hätte den Film in eine weitaus unmoralischere, aber konsequentere Richtung manövriert, die vor allem die Figur des Jonathan in einem sehr überraschenden Licht präsentiert hätte - einem Licht, das die gesamte Entwicklung der Figur zu einem krönenden Abschluss hätte führen können, hätte es denn Verwendung gefunden. Hätte, wäre, könnte...

Das alternative Ende während definitiv die bessere Lösung gewesen.

FAZIT

"Deception" ist ein unterhaltsamer Thriller auf einer ansehnlichen DVD aus dem Hause Universum. Eine prominent besetzte DVD-Premiere, die man nicht gesehen haben muss, die aber 100 Minuten angenehme Unterhaltung bietet.



Christian Lukas


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