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Repo - The Genetic Opera   

Repo - The Genetic Opera
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Original: Repo - The Genetic Opera   (USA, 2008)
Laufzeit: 93 min
Studio: Kinowelt HE
Regie: Darren Lynn Bousmann
Darsteller: Anthony Stewart Head, Paul Sorvino, Sarah Brightman, Alexa Vega
Format: 16:9 (1.85:1)
Ton: DD 5.1 Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Making of, synchronisierte Szenen, Deleted Scenes, Audiokommentare
Preis: ca. 16 Euro
Wertung: 2-/ 1 / 1 (Bild/Ton/Extras)


"Sie singen wirklich, Repoman!"

Leute, vergesst die "Rocky Horror Picture Show". Die hatte ihre Zeit und als sie vor gefühlten 100 Jahren in die Kinos kam, da funktionierte sie auch. Doch heute wirkt sie etwas - angestaubt. Geschmäcker haben sich verändert, neue Generationen von Kinogängern sind herangewachsen, es sind neue Vorlieben entstanden.

Doch jede Generation sollte ihr Horrorsplattermusical hervorbringen, eine Geschichte, die sich nicht wirklich in Worte fassen lässt. Und da kommt "Repo - The Genetic Opera" ins Spiel. Hier wird ordentlich geraspelt, gemeuchelt und gemordet - aber währenddessen wird stilvoll gesunden. Ja, gesungen!

Worum geht es?
In einer nicht allzu fernen Zukunft wird die Menschheit von einer seltsamen Krankheit heimgesucht, die ein Massensterben verursacht. Rotti Largo, Firmenchef des Biotech-Konzern GeneCo und irgendwie auch ein Mafiaboss der vornehmen Art, erkennt in der Seuche das Geschäft der Geschäfte. Da die Seuche ein Organversagen verursacht - muss man die kranken Organe doch nur gegen gesunde austauschen. Das Kranke raus, das Gesunde rein. Simpel, effektiv. Rottis Plan geht auf und somit ist Rotti der reichste und einflussreichste Mensch dieses Planeten. Er verfügt über eine fast uneingeschränkte Macht. Sein Konzept: Wer ein Ersatzorgan nicht bezahlen kann, kann einen Kredit aufnehmen. Wer den Kredit nicht zurückzahlen kann, nun, der bekommt Besuch vom Repoman.

Shilo Wallace bekommt von der Grausamkeit der Welt, in der sie lebt, nicht allzu viel mit. Das Mädchen, das (angeblich) an einer seltenen Blutkrankheit leidet, wird von ihrem Vater Nathan vor der Welt abgeschirrmt. Nathan, ein Arzt, lässt sie aus Angst vor den Gefahren, die in den Straßen seiner Stadt lauern, nie aus dem Haus. Natürlich halten die Mauern des Hauses das Mädchen nicht davon ab, heimlich die Mauern überwinden – und so landet sie eines Tages, bei einem nächtlichen Besuch des Grabes ihrer Mutter, in einer Razzia gegen Grabräuber. Diese Grabräuber entziehen frischen Leichen eine Droge, die GeneCo exklusiv vermarktet und die inzwischen ein fast einträglicheres Geschäft als die Organtransplantationen darstellt. Wer beim Diebstahl erwischt wird, wird von GeneCos Schergen hingerichtet. Doch Shilo hat Glück – Rotti Largo, der den Einsatz via Bildschirm verfolgt, gibt den Befehl, das Mädchen in Ruhe zu lassen. Shilo ist nämlich die Tochter seiner ehemaligen Geliebten Marnie, die ihn jedoch für einen jungen Arzt verließ: Für Nathan, seinen besten Repoman!

Seifenoper, Horrortrip, Splatterfest, Oper: Dieser Film ist eine Wucht. Nicht, dass er perfekt wäre. Gerade zum Ende hin hängt er dramaturgisch etwas durch. Doch wen interessiert's, wenn man endlich einmal sagen darf: "So etwas habe ich noch nicht gesehen."

Dabei lebt der Film natürlich von den Darstellern. Paul Sorvino, Darsteller des Rotti Largo, überrascht mit Stimmvolumen, Anthony Stewart Head zeigt, dass er aus dem klassischen britischen Popgeschäft kommt, Alexa Vega, bekannt als Tochter aus den "Spy Kids“-Filmen, könnte eine echte Konkurrenz für Avril Lavigne werden.

Ein großes Werk. Und wer anderes behauptet, bekommt Besuch vom Repoman!

BILD

Repo - The Genetic Opera

Was sollte es da auszusetzen geben? Das Bild ist klar, der Farbtransfer gelungen. Die Farben wirken etwas "überdreht", etwas sehr grün, gelb, blau. Und rot. Blutrot natürlich. Der rote Lebenssaft fließt schließlich auch in Strömen in diesem Film. Dennoch hat die FSK dem Film übrigens eine Freigabe ab 16 verliehen, ungekürzt! Vielleicht sollten französische Splatterfilmregisseure ihre Meuchelmörder in Zukunft bei der Arbeit Chansons singen lassen. Dann werden deren Werke auch nicht mehr gekürzt. Das allerdings ist nur ein Gedanke...
Ach ja, an der Schärfe hapert es hier und da.

TON

Repo - The Genetic Opera

Vorsicht, die DVD ist nicht kaputt, nur weil sich die deutsche Tonspur nicht abspielen lässt. Es gibt KEINE deutsche Tonspur, da sich Kinowelt richtigerweise dazu entschlossen hat, eben nur eine englischsprachige Version zu veröffentlichen (Mehr dazu bei den Extras!). Der Ton ist so klar und rauschfrei, dass er eine glatte 1 bekommt.

EXTRAS

Ein Knaller sind die 15 Minuten deutschsprachiger Musik. Bevor sich der Verleiher entschied, den Film OmU zu veröffentlichen, wurden einige Szenen probeweise synchronisiert. Es war eine weise Entscheidung auf eine Synchro zu verzichten, als Extra aber machen diese 15 Minuten schon Spaß. Sie sind nicht gut, aber unterhaltsam!
Ansonsten gibt es herausgeschnittene Szenen. Jede einzelne Szene hätte im Film funktioniert, schade, dass sie nur in den Extras Verwertung finden. Dazu das übliche Making of, zwei Audiokommentare zum Film, ein Szenen-Audiokommentar von Paris Hilton und Regisseur Darren Lynn Bousman, Deleted Scenes. Und keine Panik: Paris Hilton ist in diesem Film kein Störfaktor. Sie wird vielleicht nie einen Oscar erhalten, aber ihre Rolle in diesem Film... Unbeschreiblich...

FAZIT

Großes Entertainment. Aber man muss sich auf einen Film wie diesen einlassen wollen. Wer Musicals / Opern generell ablehnt oder als Purist keine Experimente im Genre duldet, wird nicht viel mit diesem Film anfangen können. Alle anderen erwartet ein Knaller!



Christian Lukas


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