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Angriff des Killerschweinchens   

Angriff des Killerschweinchens
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Original: Attack of the Killer Hog   (Argentinien, 2002)
Laufzeit: 102 Minuten (PAL)
Studio: Epix Media
Regie: Augustin Cavalieri, Marcos Meron
Darsteller: Agustin Cavalieri, Diego Contreras, Belen Billelo u.v.a.
Format: 1.33:1 Vollbild (4:3)
Ton: DD5.1 Deutsch DD2.0 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Spanisch
Extras: Trailer u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1 / 2 / 4+ (Bild/Ton/Extras)


"Rausch hier!"

In einer unbekannten Stadt tauchen nach Mordfällen Zeugenberichte über ein Killerschwein aus Plüsch auf, das an den Taten beteiligt sein soll. Handelt es sich um eine Massenpsychose oder ist an den Berichten etwas dran? Zwei Ermittler versuchen Licht in da Dunkel zu bringen und befragen einen Zeugen. Ein Pärchen liegt im Bett. Sie weigert sich, Sex zu haben, weil sie befürchtet, schwanger zu werden und ein mongoloides Kind zu bekommen. In den TV-Nachrichten wird über die Mordfälle und eine Drogenwelle berichtet. Eine Psychiaterin versucht plötzlich ihren Patienten mit einem Messer umzubringen. Ein merkwürdig aussehender Informant mit offensichtlich falschem Bart zieht seine Schlüsse aus Buchstabenfeldern, die aussehen als stammten sie aus Rätselheften. Und immer wieder neue Todesfälle inklusive des Schweinchens aus Plüsch. Die Ermittler lassen nicht locker, stoßen dabei bis ins Kontinuum vor, aus dem man jederzeit überall hinkommen kann. “Angriff des Killerschweinchens” ist ein visueller Parforceritt durch die ästhetischen Möglichkeiten der Kameratechnik. Farbfilter kommen dabei ebenso zum Einsatz, wie extrem grobkörnige Aufnahmen, Unschärfeverfremdungen, wilde Kamerabewegungen, extreme Belichtungen und schlagartige Änderungen der Bildästhetik innerhalb einer Szene.
Die Handlung, wenn man sie denn so nennen möchte, entwickelt sich als kollagenartige Montage einzelner szenischer Fetzen, die für sich genommen kaum entschlüsselbar sind. Der Film wirkt wie das intuitiv zusammengesetzte Werk aus den Untiefen des Unterbewusstseins. Grenzwertige Ideen, wie das Erscheinen einer Ziege im Zimmer des Informanten, als einer der Ermittler Klebestreifen von einer Milchpackung entfernt, wechseln sich mit leichter konsumierbaren Szenen, wie dem Angriff der Psychiaterin, ab. Als Zuschauer landet man mitten im Irrsinn, ohne sicher zu wissen, ob dies nun das Ergebnis eines übermäßigen Konsums bewusstseinserweiternder Substanzen, die Ausgeburt völlig übergeschnappter Menschen oder ein brillant konstruiertes Spiel mit den Möglichkeiten rauschhafter Inszenierung ist. “Angriff des Killerschweinchens” dürfte entweder als mieses Machwerk oder als geniales Beispiel für innovatives Low-Budget-Filmen wahrgenommen werden. Die Entscheidung darüber kann man nur nach dem Sehen treffen.

BILD

Angriff des Killerschweinchens

Da der Film alle Register eines visuellen Stils zieht, der nicht darauf angelegt ist, glasklare Bilder zu produzieren, die bis ins letzte Detail mustergültige Schärfe bieten, lässt sich die Bildqualität nicht kritisieren. Sie ist gut, weil der Film in seiner ganzen Wildheit auf die DVD übertragen wurde.






TON

Angriff des Killerschweinchens

Der 2.0-Sound der DVD kommt angenehm wuchtig daher. »Angriff des Killerschweinchens« bietet nicht nur auf visueller Ebene Abwechslung, sondern setzt auch bei der Tonspur auf eine breiten Klangteppich aus Geräuschen und Musik. Im Rahmen der Möglichkeiten verteilen sich die Geräusch bei intensivem Basseinsatz gezielt auf der Frontstage. Dabei kann sich die Dynamik hören lassen.


EXTRAS

Als Bonus-Material enthält die DVD den Trailer, eine kleine Galerie mit Bildmaterialien zum Film – z.B. Plakatmotive – und ein zweiteiliges Abenteuer (jeweils 5 Minuten) um den geheimnisvollen Superhelden Captain Vitamin, das mit dem Hauptfilm nichts zu tun hat, aber ganz nett ist.

FAZIT

Freunde des exzentrischen Filmgeschmacks sind bei “Angriff des Killerschweinchens” an der richtigen Adresse. Auch wenn man das Werk nicht mögen sollte, hat man eine schöne Ergänzung im privaten Kuriositätenkabinett. Die technische Umsetzung der DVD ist gut.



Stefan Dabrock


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