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Kriminalist - Staffel 2, Der   

Kriminalist - Staffel 2, Der
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Original: Der Kriminalist   (Deutschland, 2009)
Laufzeit: ca. 480 min
Studio: edel
Regie: Thomas Jahn, Jobst C. Oetzmann, Thorsten C. Fischer
Darsteller: Christian Berkel, Stephanie Japp, Frank Giering, Mehmet Bozdogan
Format: 16:9
Ton: DD 2.0 Deutsch
Untertitel: --
Extras: Trailer, Fotoshow
Preis: ca. 20 Euro
Wertung: 2-/ 3 / 5 (Bild/Ton/Extras)


"Krimikost aus deutschen Landen"

Er ist unkonventionell...
Wenn man als Fernsehrezensent diesen Spruch in Zusammenhang mit der Vorstellung einer neuer Kriminalserie zu lesen bekommt, möchte man ihn den verantwortlichen Redakteuren in der Regel direkt um die Ohren hauen.
Er ist unkonventionell, sie ist unkonventionell, das Team geht unkonventionell vor.

In Gottes Namen, bei all diesen unkonventionellen Fernsehermittlern gäbe der Rezensent seine rechte Hand für den einen, der einfach nur seinen Job macht, konventionell, professionell, schnörkellos. Aber wo findet man einen solchen Ermittler? Bestimmt nicht im deutschen Fernsehen, denn der deutsche Serienkommissar muss ja unkonventionell sein...

So wie „Der Kriminalist“. Das ZDF hat ihn ins Rennen geschickt. Auf dem Freitagabendsendeplatz, der einst „Derrick“ und seinen Kollegen vorbehalten war. Die Zeiten haben sich geändert. Harry holt schon lange keinen Wagen mehr. Und längst kommt nicht mehr eine Episode von „Derrick“, „Der Alte“ oder „Ein Fall für Zwei“ pro Monat, nein, auch das ZDF rechnet heute in Staffeln. Eine Staffel, acht Episode = zwei Monate Sendezeit. Freitags. Und zwar jeden Freitag in diesen acht Wochen.

So ermittelt seit geraumer Zeit eben auch „Der Kriminalist“ am Freitagabend im ZDF. Ein unkonventioneller Ermittler. Was auch sonst? Doch bevor die Schelte überzogen wird: Dieser Kriminalist wird von Christian Berkel verkörpert. Und der Mann gehört schon zu den Guten im deutschen Fernsehland. Berkel ist Hauptkommissar Bruno Schumann vom Berliner LKA. Dieser Schumann hat seinen Schwerpunkt in der Viktimologie gefunden, einer Ermittlungsstrategie, bei der nach den Spuren des Täters in der Biographie des Opfers gesucht wird. Er ist eine Art Profiler, nur dass er dies wohl selbst nichts so sehen würde, denn das, was auf Neudeutsch so schön Profiling genannt wird, würde Schumann wohl eher gesunden Menschenverstand nennen.

Und genau das macht die Figur, die Berkel darstellt, dann interessant: Es ist seine Menschlichkeit, die ihn von vielen anderen Figuren unterscheidet. Er ist kein Moralist und kein Weltverbesserer, kein Supermann. Er ist ein Mann, der nicht selten an die Grenzen des Belastbaren stößt – eben weil er tief in die Seelen der Menschen zu schauen vermag. In die der Opfer und der Täter. Was Spuren auf seiner eigenen Seele hinterlässt.

Die vorliegende zweiten Staffel bietet einige interessante Episoden. Da ist er Fall eines Jungen, der offenbar Selbstmord begangen hat, gäbe es da nicht eine Kleinigkeit, die Schumann stutzig macht. Oder wie wäre es mit der Geschichte des Hannes Opp? Der wird im Wald gefunden. Die Todesursache ist schnell ermittelt: Herzinfarkt. Seltsam nur, dass alle äußeren Anzeichen einen gewaltsamen Tod vermuten lassen. Und dann ist da die Geschichte eines Mordopfers, das seinen Mörder in seine Wohnung ließ. Einen Mörder, der seine Tat eiskalt geplant hat.

Berkel trägt die Serie, die Drehbücher gehören zur besseren deutschen Fernsehware, die Regisseur, unter anderem Thomas Jahn („Knockin’ on Heavens Door“) verpassen der Serie einen zeitgemäßen Look. Hundertprozentig überzeugen kann diese zweite Staffel dennoch nicht. Es fehlt ganz einfach an herausragenden Momenten, an Episoden, an die man sich nach dem Ende der Staffel erinnert. Die zweite Staffel lässt den Zuschauer eben nicht in die Abgründe blicken, in die britische TV-Macher ihre Zuschauer oft blicken lassen. Ihr fehlt der Mut schwedischer Krimimacher, ihre Hauptfiguren Regeln brechen, Grenzen überschreiten zu lassen, die sie oft weit aus dem Rahmen des Erlaubten hinauskatapultieren. Am Ende bleibt Hauptkommissar Schumann eben doch ein deutscher Fernseh-Polizeibeamter.

BILD

Kriminalist - Staffel 2, Der

Da gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Das Bild entspricht exakt dem der TV-Ausstrahlung, es ist gediegen, klar, ohne Spratzer, ohne Transferverluste, ohne Probleme in den Schwarzwerten. Die Serie wurde sehr gut übertragen, mehr kann man von einer TV-Serie nicht erwarten.

TON

Kriminalist - Staffel 2, Der

Letztlich lässt sich die Einschätzung des Bildes auf den Ton übertragen. Der ist klar, rauschfrei, allerdings richtet der Ton keine allzu großen Ansprüche an die TV-Boxen. Das DD 2.0 reicht da vollkommen aus, alles andere wäre irgendwie übertrieben.

EXTRAS

Das große Manko aller Serien, die mit dem ZDF-Logo beworben werden (siehe zum Beispiel „George Gently“ oder „Inspector Barnaby“): Es gibt keine Extras. Obschon das ZDF sicher das eine oder andere Interview im Archiv liegen haben wird, gibt es nichts, was einer Erwähnung wert wäre. Das ist ärgerlich, da dieses Manko wirklich auf alle ZDF-Veröffentlichungen zutrifft und einen laschen Umgang mit dem Kulturgut „Serie“ offenbart, der nur als ärgerlich bezeichnet werden kann.

FAZIT

„Der Kriminalist“ bietet unterhaltsame Krimikost aus deutschen Landen auf einer durchschnittlichen DVD. Gutes Bild, guter Ton, null Extras.



Christian Lukas


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