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Recyclo Transformers   

Recyclo Transformers
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Original: Resiklo   (Philippinen, 2007)
Laufzeit: ca. 108 min (PAL)
Studio: Sunfilm Entertainment
Regie: Mark A. Reyes
Darsteller: Bong Revilla Jr., Jennylyn Mercado, Dingdong Dantes, Michelle Madrigal
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Philippinisch DTS 5.1 Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: --
Preis: ca. 15 Euro
Wertung: 3+/ 3 / 5 (Bild/Ton/Extras)


"Philippinen vs. Megaroboter"

1974 wurde Deutschland nicht nur Fußballweltmeister und Richard Nixon musste als bislang einziger US-Präsident von seinem Amt zurücktreten. Nein, im gleichen Jahr startete auch Koichi Takano „Sûpâ robotto Maha Baronu“, hierzulande „Roboter der Sterne“ benannt, in den Kinos. Ein Meilenstein der Filmgeschichte, denn erstmals durften riesige Roboter auf der Leinwand aufeinander eindreschen und es mal so richtig krachen lassen.

Zugegeben, „Roboter der Sterne“ ist eigentlich ziemlicher Murks. Die Handlung, nun ja, sie ist gewöhnungsbedürftig: Bei einem Angriff böser Alienroboter auf Schiffe im Bermuda Dreieck verliert der junge Super Kai (!) seine Eltern. Jahre später sinnt er auf Rache und zieht als Pilot des Kampfroboters „magischer Ballermann“ (!!!) gegen die Außerirdischen zu Felde.

Wie man solch eine Geschichte mit Getöse verkauft, zeigte 33 Jahre später Michael Bay, als er den ersten „Transformers“ aufs Sommerfilmpublikum losließ. Da der Film Millionen über Millionen Dollar in die Taschen der Produzenten (allen voran Steven Spielberg) spülte, war nicht nur eine Fortsetzung Pflicht, die dann 2009 an den Kinokassen reichlich Rendite erwirtschaftete. Nein! In den USA genießt „Transmorphers“ inzwischen so etwas wie Kultstatus, ein ziemlich mieser „Transformers“-Clon, dem 2009 stante pede „Transmorphers 2“ folgte.

„Recyclo Transformers“ zeigt nun, wie man sich auf den Philippinen einen ordentlichen „Roboterhauenalleskurzundklein“-Streifen vorstellt. Und man muss sagen, die Globalisierung hinterlässt auch im Kino ihre Spuren, denn die philippinische Vorstellung unterscheidet sich nicht sonderlich von der amerikanischer, italienischer oder sonstiger B-Filmer: Man nehme etwas Apokalypse hier, etwas Aliengebrabbel da, einen edlen Helden, ein paar junge Draufgänger, zögerliche Politiker und ein paar hübsche Frauen, fertig ist der Roboterfilm-Cocktail.

In gar nicht allzu ferner Zukunft haben Außerirdische die Erde unterjocht. Doch in einer kleinen Gemeinde auf den Philippinen regt sich Widerstand. Und mit welcher Waffe gehen die Menschen gegen die Aliens vor? Mit großen Kampfrobotern natürlichern.

Viel mehr lässt sich über die Handlung tatsächlich nicht schreiben, denn mehr passiert nicht. Nun erwartet niemand von einem Film wie diesen eine Handlung, die sich mit den Werken Shakespeares vergleichen lässt, aber ein bisserl Remmidemmi und eine halbwegs plausible Geschichte reichen doch schon aus, um eine Geschichte wie diese ansehnlich auf den Bildschirm zu bannen. Doch was soll man sagen: Bedeutungsschwangere Dialoge (ohne Inhalt) wechseln mit inhaltsleeren Dialogen ab. Die Schauspieler chargieren auf dem Niveau der Laienspieltheatergruppe der Schlafwagenschaffnervereinigung Witten-Annen-Süd und der Spannungsbogen fällt so flach aus wie eine durchschnittliche Regierungserklärung in einem x-beliebigen Länderparlament.

Gibt es denn gar nichts Positives zu sagen? Doch, gibt es. Zunächst wäre das Hauptdarsteller Bong Revilla, Jr. in der Rolle des Colonel Crisval Sarmiento. Statt einen krachledernen Helden amerikanischer B-Filmart darzustellen, porträtiert der in Manila geborene Darsteller seinen Helden als einen eher nachdenklichen, zurückhaltenden Soldaten, einen stillen Mann, der die Last, die er zu tragen hat, mit Würde trägt. Dies ist eine nicht alltägliche Darstellung, die sich wohltuend von vergleichbaren Rollen in amerikanischen B-Filmen abhebt. Sein Charisma nutzt der Schauspieler in seiner Heimat übrigens nicht nur im Filmgeschäft: Er war drei Jahre Gouverneur der Provinz Cavite und ist heute Senator. Politik und Schauspiel, irgendwie passt das zusammen.

Der zweite positive Punkt sind – überraschenderweise - die Spezialeffekte. Sie sind wahrlich nicht perfekt und können mit denen amerikanischer Produktionen in Sachen Perfektion nicht mithalten, aber: Sie entwickeln eine sehr eigene Ästhetik, der Film verfügt über ein sehr einheitliches visuelles Konzept.

Hätten die Filmemacher doch wenigstens ein halbwegs brauchbares Drehbuch irgendwo geklaut, vielleicht wäre ein ansehnlicher Film dabei herausgekommen. So aber ist „Recyclo Transformers“ einfach nur eine ziemliche Gurke.

BILD

Recyclo Transformers

Es lässt sich wenig Negatives über den Transfer sagen. Das Bild ist in Ordnung, es ist klar, es geht nichts verloren, keine Schlieren, keine Pixelungen in den Schwarzwerten, die Farben sehen gut aus, die Effekte kommen gut rüber. Es ist sicher keine herausragende DVD, aber letztliche gute Standardware.

TON

Recyclo Transformers

Der Sound... Die deutsche Synchro ist leider nicht so doll und das geht eben auch auf Kosten der Effekte. Der technische Transfer ist in Ordnung, da lässt sich nichts bemängeln, doch man merkt leider recht deutlich, dass hier mit spitzen Bleistift die Kosten berechnet worden sind. Die deutschen Tonspur ist in Ordnung, die Soundeffekte kommen, was sie kommen müssen, die Stimmen gehen während der Effekt-Sequenzen nicht unter, aber das alles klingt etwas - unvollständig. Es fehlt einfach der letzte Hall, der letzte Knall. Ältere Semester erinnern sich: Wenn man früher über das neue Album einer Lieblingsband sprach und nicht hundertprozentig mit dem Resultat zufrieden war, sagte man: "Ich habe irgendwie ein Loch im Ohr". Will heißen: Technisch ist alles in Ordung, aber es fehlt etwas, das sich mit Worten allein nicht beschreiben lässt.
Die deutsche Tonspur hinterlässt "ein Loch im Ohr".

EXTRAS

Da ist so leider gar nix, dabei wäre so ein Blick hinter die Kulissen einer philippinischen Filmproduktion mal durchaus interessant gewesen, denn wer durchs Netz surft wird schnell feststellen, dass dieser Film auf den Philippinen einen recht guten Ruf genießt. Unter anderem, da er das Thema Umweltschutz thematisiert und einem Publikum nahebringt, das ansonsten mit diesem Thema nicht viel zu tun hat. So können Bewertungen auseinandergehen...

FAZIT

Tja, irgendwie fehlt dem Film so ziemlich alles, was einen ansehnlichen B-Reißer ausmacht: Charme, Ideenreichtum, Absurdität. Statt dessen bietet er viel Langeweile und Leerlauf auf einer ganz ordentlichen DVD.



Christian Lukas


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