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Echelon Verschwörung, Die   

Echelon Verschwörung, Die
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Original: Echelon Conspiracy   (USA / Tschechische Republik, 2009)
Laufzeit: ca. 101 min (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Greg Marcks
Darsteller: Shane West, Ed Burns, Sergey Gubanov, Tamara Feldman, Martin Sheen, Ving Rhames
Format: 2,35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch, DTS 5.1 Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: Interviews
Preis: ca. 15 Euro
Wertung: 3+/ 2-/ 4 (Bild/Ton/Extras)


"Nicht gut, aber unterhaltsam..."

Man nehme ein bisschen „Eagle Eye“, dazu ein paar gestandene Altstars wie Martin Sheen, Jonathan Pryce und Ving Rhames (der so alt zwar noch nicht ist, aber irgendwie seine beste Zeit doch schon hinter sich hat), dazu einen netten Jungen vom Schlage Shane West, der vor ein paar netten Kulissen in Osteuropa agieren darf, fertig ist die DVD-Premiere.

Max ist ein amerikanischer Computerfachmann, der nach einem Job in Bangkok ein seltsames Handy geschenkt bekommt. Es ist nicht nur ein Prototyp: ein ihm unbekannter Gönner sendet ihm außerdem SMS-Nachrichten, die sein Leben positiv verändern. Erst verhindert der Gönner, dass Max in ein Flugzeug steigt, das kurz nach dem Start abstürzt, dann schickt er ihn nach Prag, wo Max das Kasino der Stadt leer räumt. Doch dann tritt der FBI-Agent Dave Grant in sein Leben und hält ihm eine Waffe an den Kopf. Ihm folgt John Reed, der Casino-Sicherheitschef, der nicht nur ehemals Grants Partner war und gar nicht über dessen Auftauchen in Prag begeistert ist: Reed steht als Sicherheitschef außerdem im Sold des seltsamen Milliardärs Müller, der unbedingt wissen will, wie es Max gelungen ist, das Casino auszuräumen.
Max wiederum glaubt in der wunderschönen Kamilla zumindest einen Jackpot von Wert gewonnen zu haben. Nur Kamilla spielt ein falsches Spiel. Und dann ist da noch der seltsame russische Computerhacker Yuri, der offenbar nicht ganz zufällig in Max’ Leben stolpert. Ach ja: Neben all diesen Leuten gibt es auch noch den amerikanischen Geheimdienst NSA, der ein Auge auf Max geworfen hat – ebenso wie ein Superspiopnageprogramm namens Echelon, über das irgendwie jeder Bescheid weiß. Außer Max.

Frage: Ist „Die Echelon Verschwörung“ ein guter Film?
Antwort: Nein. Die Handlung ist verworren und ergibt irgendwann auch keinen richtigen Sinn mehr. Ein paar Wendungen weniger hätten dem Film gut getan. Oder ganz einfach eine Antwort auf die Frage, wer eigentlich wann und warum und wieso auf wen schießt.

Frage: Kann man ihn sich trotzdem anschauen?
Antwort: Seltsamerweise ja. Trotz der an den Haaren herbeigezogenen Handlung ist „Die Echelon Verschwörung“ eigentlich ganz unterhaltsam inszeniert. Er sieht ganz gut aus, die Actionszenen sind anständig in Szene gesetzt

Frage: Und wie sieht es mit den Schauspielern aus?
Antwort: Na ja, keiner von denen muss vom Teleprompter ablesen. Eine echte Entdeckung ist Tamara Feldman, eine Schauspielerin aus Kansas. Sie ist Kamilla.

Frage: Echt, ist die Frau so gut?
Antwort: Es kommt drauf an, wie man „gut“ interpretiert. Sagen wir es so: Eine wirklich gute Schauspielerin ist sie eigentlich nicht. Aber in der Rolle der Kamilla darf sie etwas tun, was Frauen selten in Filmen tun dürfen: Einem Mann mal richtig eins auf die Mappe hauen. Die Frau hat wirklich das Zeug zu einem weiblichen Actionstar.

Frage: Na toll, der Film ist also ansehnlich, weil eine Frau mal einem Mann was auf die Mütze hauen darf. Das sind ja tolle Qualitätskriterien. Gibt es sonst gar nichts, was diesen Film irgendwie ins Gedächtnis einprägt?
Antwort: Kaum zu fassen – aber es gibt tatsächlich einen Moment, der geeignet ist, die Kinnlade des Genrefans auf die Tischkante knallen zu lassen. Und das ist er Epilog des Filmes. Viele Filme neigen dazu, durch einen dämlichen Schlussgag einen Film zu versauen. Zack Snyder zum Beispiel gelang es, sein brillantes „Dawn of the Dead“-Remake mit der Nachspannsequenz einen tödlichen Dolchstoß zu verpassen. So ein großartiger Film – und dann der dämlichste Schlussgag der Filmgeschichte. Nur der Schlussgag der Echelon-Verschwörung ist wirklich großartig. Er verpasst dem Film nicht nur eine unerwartete Schlusswendung, er spielt auch so geschickt mit den Klischees und Erwartungen, dass, wenn sie dann überhaupt nicht erfüllt werden, man selbst als Genrefan am Ende nur noch mit offenem Mund dasitzt und sich denkt: Wouh, damit hätte ich echt nicht gerechnet.

BILD

Echelon Verschwörung, Die

Wurde hier mit verschiedenen Filmmaterialien gedreht? Martin Sheen hat nicht eine einzige Szene mit den anderen Hauptdarstellern des Filmes. In der Rolle des NSA-Bosses spielt er in seinen eigenen Kulissen. Es ist nicht zu übersehen, dass Sheen seine Rolle in ein paar Tagen abgedreht hat und als Gaststar fungiert. Das Bild in den NSA-Hauptquartier-Sequenzen wirkt auf jeden Fall weicher als in den Szenen, die in Prag und in Moskau entstanden sind. Seltsam, seltsam... Ansonsten gibt es nicht viel zu kritisieren. Die Farbdramaturgie bevorzugt Blautöne, die Schwarzwerte stimmen. Allerdings wirkt das Bild nicht selten etwas matt, ein bisschen mehr Schärfe hätte ihm gut getan.

TON

Echelon Verschwörung, Die

Der Ton ist sehr auf die „Mitte“ konzentriert. Vor allem den Effektsequenzen fehlt es am richtigen Bumms. Die Stimmen kommen sehr klar rüber, allerdings fehlt es den Kasino-Sequenzen an Nebengeräuschen, an Atmosphäre, an wirklichen „Hörwerten“.



EXTRAS

Da gibt es nicht allzu viel, abgesehen von kurzen Interviews mit Shane West, Ed Burns, Martin Sheen, Ving Rhames und Greg Marcks, dem Regisseur des Filmes. Das klingt gar nicht so schlecht, es ist nur ein halbherzig angefertigtes Feature, in dem die Beteiligten letztlich nicht viel über ihr Werk zu sagen haben.

FAZIT

Auf einer eher durchschnittlichen DVD präsentiert Koch Media einen sehr durchschnittlichen Verschwörungsthriller, der allerdings mit einem äußerst überraschenden Ende aufwarten kann.



Christian Lukas


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