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Shaun of the Dead   (BLU-RAY)

Shaun of the Dead
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Original: Shaun of the Dead   (England, 2004)
Laufzeit: 99 Min. (1080p)
Studio: Universal
Regie: Edgar Wright
Darsteller: Simon Pegg, Nick Frost, Bill Nighy, Kate Ashfield u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-Masteraudio 5.1 Englisch DTS Deutsch, Fr, It, Spa
Untertitel: Deutsch, Englisch u.m.
Extras: 4 Kommentare, geschn. Szenen, Featurettes, PiP-Feature u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2 / 2+/ 1 (Bild/Ton/Extras)


"RomZomCom!"

Kommt ihr euch früh morgens auch schon mal vor wie ein Zombie? Kaum bewegungsfähig stolpert man ins Bad, nur um später mit einer Horde von zahllosen anderen Mitleidenden in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln stöhnend zur Schule, Universität oder zur Arbeit zu fahren. Shaun (Simon Pegg) hat sich irgendwie an diesen tristen Trott gewöhnt. Knapp an der 30 schrappend arbeitet Shaun immer noch als Aushilfsverkäufer in einem Elektroladen, in dem schon 18-jährige Neulinge seinen Job besser hinkriegen. Auch seine Freundin Liz (Kate Ashfied) ist von seinem Lebenswandel nicht begeistert. Ihre gemeinsamen Höhepunkte belaufen sich auf Besuche in Shauns Stammkneipe „Winchester“ – ein echter Trennungsgrund für die genervte Liz. Shauns bester Freund und WG-Kumpan Ed (Nick Frost) ist zudem ein richtiger Faulenzer und Tunichtgut, der ihn eigentlich öfter ins Unglück reitet, als ihn davor zu bewahren. Erst als sich eine unerklärliche Zombie-Epidemie rasend schnell über London ausbreitet, reißt es den gebeutelten Shaun aus seinem trostlosen Wachkoma. Zusammen versucht das WG-Chaoten-Duo zu retten, was von Shauns Beziehung und London noch zu retten ist. Der englische TV-Spezialist Edgar Wright („Spaced“) hat mit seinem Debütfilm „Shaun of the Dead“ einen Klassiker geschaffen. Was John Landis "American Werewolf" für das Werwolf-Genre war, ist „Shaun of the Dead“ für die lebenden Leichen. Die gut ausgewogene Mischung aus bekannten Genre-Elementen mit ernsthaftem Gruselfaktor und gelungener Komödie, bei dem einem die Lacher auch mal im Hals stecken bleiben können, trifft einfach genau ins Schwarze. Dabei ist "Shaun of the Dead" eigentlich eine wunderbare Parodie auf britische Beziehungskomödien im Stil von "Notting Hill" oder "Bridget Jones" – nur eben mit Zombies. Besonders die starke Leistung von Co-Drehbuchautor und Hauptdarsteller Simon Pegg in der Rolle des armen Shaun lassen den Amoklauf im englischen Freundes- und Familiendschungel nicht zu einer reinen Lachnummer verkommen. Wenn es schließlich zur entscheidenden Schlacht zwischen den Untoten und Shauns Clique kommt, geht einem das Dilemma des „späten Erwachsenwerdens“ des Anti-Helden echt an die Nieren. Neben vielen cleveren Referenzen an das Horrorgenre kann „Shaun of the Dead“ sicherlich auch mit dem besten Einsatz von „Queen“-Musik in einem Film seit "Highlander" aufwarten. Wenn „Don’t stop me now“ als Untermalung zu einem grotesken Kampf mit den Untoten aufgespielt wird, bleibt einem vor tränendem Lachen einfach die Luft weg.

BILD

Shaun of the Dead

Der anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) holt alles aus dem fehlerfreien Material heraus. Das Ausgangsmaterial ist absolut sauber und zeigt keine Altersspuren oder Defekte. Schärfe und Kontrast bieten ein hochdetailliertes Bild, das allerdings etwas durch eine durchgängige Körnigkeit beeinträchtigt wird. An einigen Stellen lässt sich dabei das Filmkorn auch etwas deutlicher erkennen, was aber vom Ausgangsmaterial stammt. Die Farben sind kräftig und satt, ohne künstlich zu überscheinen oder unnatürlich zu wirken. Der Schwarzlevel ist solide, aber mit einem Hang zur leichten Milchigkeit in einigen Szenen. Besonders im dunkleren Finale fällt dies etwas negativer auf, da sich hier in den dunklen Bereichen auch die Körnigkeit stärker zeigt. Die Kompression zeigt sich dagegen unauffällig. Gut.

TON

Shaun of the Dead

Der englische Ton liegt im DTS-HD-Masteraudio 5.1 Format vor und nutzt die gesamte Soundstage sehr gut aus. Auch wenn der Film selbst nicht unbedingt vor direktionalen Effekten strotzt, gelangt die Hintergrundatmosphäre, gerade bei den zahlreichen Zombieattacken, sehr gut in die Surroundkanäle. Besonders die effektiv eingesetzten Musikeinsätze kommen über die komplette Soundstage auch sehr gut am Ohr an. Die Dialoge sitzen derweil fest und sicher im Centerkanal. Atmosphärisch macht der DTS-HD Track etwas mehr her als die übrigen DTS-Tracks, da sich der Hintergrund insgesamt homogener und besser verteilt anhört. Der Basseinsatz spielt bei allen Tracks auf hohem Niveau und unterstützt besonders die musikalische Untermalung des Films. Störende Überlappungen oder Aussetzer konnten nicht festgestellt werden.

EXTRAS

Wie bereits auf DVD bekommt "Shaun of the Dead" die volle Dröhnung an Extras serviert. Dabei wurden alle bereits vorhandenen DVD-Extras übernommen.

Zum Film gibt es gleich vier Audiokommentare. Der beste Track ist Regisseur/Autor-Track mit Edgar Wright und Simon Pegg, die sehr stark über ihre Zombie-Fan-Wurzeln philosophieren, aber trotzdem detailliert über die Konzeption, Entwicklung und schließlich Produktion des Films reminiszieren. Ein klassisch gelunger Track, der mit vielen HIntergrundinfos aufwarten kann. Auf dem zweiten Track sind die zentralen Schauspieler zu hören: neben Pegg sind hier Nick Frost, Dylan Moran, Kate Ashfield and Lucy Davis mit an Bord. Etwas ungeordneter wird hier viel gedampfplaudert, aber auch über die Arbeit an einzelnen Szenen ausführlicher geredet. Insgesamt ein recht spaßiger Track, der allerdings beim Zuhören deutlich anstrengt. Etwas enttäuschender ist da der "Eltern"-Track mit Bill Nighy und Penelope Wilton (Shauns Eltern im Film), die sich doch trockener und reserviert geben oder auch nur mal ins Mikrofon lachen. Inhaltlich fragwürdig bleibt auch der Zombie-Track, bei dem einige Statisten des Films vor dem Mikrofon sitzen und eigentlich nicht viel Informatives zu sagen haben. Als Gag für Freunde sicher groß, aber für den regulären Zuschauer doch eher uninteressant.

Per U-Control Feature kann man sich parallel zum Film zwei unterschiedliche Dinge anzeigen lassen: zum einen gibt es ein komplettes Set an Storyboards, das man sich parallel zum Film anschauen kann. Alternativ kann man auch das Zomb-o-Meter auswählen. Dabei handelt es sich um einen sehr informativen Trivia-Track, der tatsächlich mit einigem Insiderwissen und vielen Hinweisen zu In-Jokes, Musik und Locations aufwarten kann. Sehr gut.

Bei den geschnittenen Szenen bekommt man insgesamt knapp 14 Minuten an erweitertem Material zu sehen. Hier sind allerdings nur kleinere Verlängerungen und Improvisationen vorhandener Szenen dabei, die dem Film eigentlich nichts mehr bringen würden. Insofern sind sie wohl auch zurecht geschnitten worden. Interessant ist allerdings das Segment "Plot Holes" bei dem mit Hilfe von Storyboards und Erzählung das Schicksal einiger Charaktere im Film geklärt wird. Eine nette Idee, die gut umgesetzt wurde. Zusätzlich für Fans der Comedy von Simon Pegg und Nick Frost gibt es auch noch eine "Outtakes"-Sektion, die knapp 11 Minuten an hübsch albernem Material zu bieten hat.

Unter der Überschrift "Rohes Fleisch" sind schließlich die klassischen Featurettes untergebracht. Gleich drei Video-Diarys (von Simon Pegg, Lucy Davis und Joe Cornish) sind hier zu finden, die einen recht ungeschminkten wie amüsanten Blick hinter die Set-Arbeit von "Shaun of the Dead" werfen. Unter "Flip-Chart" verbirgt sich eine Art Mini-Daumenkino des gesamten Films, das Edgar Wright und Simon Pegg angefertigt haben, um sich schnell am Set einen Überblick zu verschaffen. Dazu kommen noch vier kurze Featurettes (jeweils zwischen 3 bis 6 Minuten) die sich mit dem Casting, den Effekten, den Special Make-Ups und der Produktion befassen.

Die "TV-Tidbits" sind die unterschiedlichen TV- und Nachrichtensegmente, die während des Films auf der Mattscheibe zu sehen sind. Hier kann man sich die einzelnen Stücke, die auch für sich genommen recht lustig sind, nun in voller Länge und auf dem kompletten Bildschirm anschauen. Sehr schön.

Abschließend gibt es neben einer Zombie-Galerie, die mit zahlreichen Behind-the Scenes Bildern aufwartet, und nochmals eine Storyboard-Galerie, die allerdings auch schon per U-Control parallel zum Film angeschaut werden konnte, noch einen kompletten Satz an unterschiedlichen Trailern für den Film.

FAZIT

"Shaun of the Dead" ist ein Instant-Klassiker und gehört einfach in jede Sammlung. Die Mischung aus echtem Genrebeitrag und bissiger britischer Romantic-Comedy Satire ist absolut gelungen. Auf Blu-Ray wurden alle Extras noch einmal neu aufgearbeitet, während Bild- und Ton-Qualität voll überzeugen. Absoluter Pflichtkauf!



Kay Pinno


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