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Rechte und die linke Hand des Teufels, Die   

Rechte und die linke Hand des Teufels, Die
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Original: Lo Chiamavano Trinità   (Italien, 1970)
Laufzeit: 109 Min. (PAL)
Studio: 3L
Regie: Enzo Barboni
Darsteller: Bud Spencer, Terence Hill, Farley Granger, Gisela Hahn, Riccardo Pizzuti u.v.a.
Format: 2,35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie, alter Vorspann, Biografien
Preis: ca. 10 €
Wertung: 2-/ 4+/ 4+ (Bild/Ton/Extras)


"Bruder-(L)Hiebe"

Zwar war es Guiseppe Colizzi, der die initiale Idee hatte, Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam und gegeneinander aufzustellen, aber erst Enzo Barboni schaffte es, dass Potential des schlagkräftigen Duos in eine gusseiserne (Pfannen-)Form zu bringen, die die Prügelknaben ihren Gegnern auf die Mütze und ihren Zuschauern ins Zwerchfell gaben. "Die Rechte und die Linke Hand des Teufels" setzte Spencer-Hill 1970 als erfolgreiche Marke durch und definierte endgültig das Zusammenspiel zwischen den beiden Stars. Als durchtriebener wie cleverer Sidekick manipuliert Hill seinen dicken Filmpartner mit Tricks auch gegen seinen Willen das Richtige zu tun. Dafür bremst Buddy seinen immer übermütigen Kumpel auch mal aus oder lässt ihn auch mal die selbst eingebrockte Suppe auslöffeln. Beide tragen ihr Herz auch als Banditen am rechten Fleck - nur ihre Wege dies zu zeigen sind doch deutlich unterschiedlich. Zudem haben beide immer irgendwie einen wetteifernden Driss aufeinander, der sich während der Laufzeit eines Filmes immer noch steigert.
Als Ganoven-Brüder im wilden Westen haben der müde Joe (Hill) und der Kleine (Buddy) so auch nicht viel für einander übrig. Man geht sich eben so gut aus dem Weg wie man kann. Als Joe jedoch aus der Wüste in eine kleine Stadt kommt, in der ausgerechnet sein Brüder einen Sheriffstern an der Brust trägt, ist ihm sofort klar, dass der Kleine etwas am Kochen hat. Ein Spaß, ihm dieses Süppchen zu versalzen. Doch neben dem nun angestressten Brüderchen gibt's handfeste weitere Probleme im Ort. Der fiese Major Harriman (Farley Granger) versucht eine Gemeinde von Amisch-Pilgern aus ihrem fruchtbaren Tal zu vertreiben, um seine Zuchtpferde dort weiden zu lassen. Dazu kommt auch noch eine Truppe von mexikanischen Banditen, die ständig über die Grenze kommt, um die Siedler zu bedrängen. Da muss Joe natürlich mit eiserner Faust und schnellem Colt einschreiten. Sehr zum großen Missmut seines Bruders, der kein Aufsehen erregen will, da der rechtmäßige Besitzer seines Sheriffsterns wieder auftauchen könnte. Dafür machen ihnen aber die hübschen Siedlertöchter (u.a. Gisela Hahn) schöne Augen.
Mit von der Prügelpartie ist natürlich auch Riccardo "Silberlocke" Pizzuti als rechte Hand des Majors, während Bud und Terrence noch Unterstützung von dem "Fuzzi"-ähnlichen Helfer des Sheriffs sowie zwei weiteren Banditen bekommen, die beim Kampftraining der Siedler helfen. Das einzig echte Manko an "Die Rechte und die Linke Hand des Teufels" ist die inhaltliche Nähe zum großen Western-Klassiker "Die glorreichen Sieben". Die Variation des Themas mit dem profitgierigen Rancher Harriman sorgt aber für genügend Zerstreuung und heiße Ohren bei den Störenfrieden. Die geschickte Verarbeitung einiger Running Gags sowie der herrliche Bruderzwist geben dem Film eine durchgängig unterhaltsame Note, die von den ordentlichen Hauereien kurzweilig ergänzt werden. Die eingängige Titelmelodie und Musik stammt hier aus der Feder von Franco Micalizzi und gehört zum Stadardrepertoire einer gut sortierten Italo-Soundtrackabteilung.
Die neue Scheibe von 3L enthält die ungekürzte originale Fassung des Films. Die deutsche Synchronisation hat noch Hartmut Reck als Sprecher von Terence Hill. Im Gegensatz zu "Vier Fäuste für ein Halleluja" gibt es von "Die Rechte und die linke Hand des Teufels" nur eine(!) einzige Synchronisation. Eine Rainer Brandt-Fassung hat es für diesen Film nie gegeben!

BILD

Rechte und die linke Hand des Teufels, Die

Wieder einmal hat sich 3L bei dem anamorphen Bildtransfer für eine Hybridlösung entschieden. Anscheinend wurde ein großer Teil des Films in HD abgetastet und gemastert. Trotz stärkeren Filtereinsatzes sehen diese Teile wirklich brilliant aus. Wenn Terence Hill zu Beginn des Films die Wüstenkneipe betritt, denkt man fast einen völlig neuen Film zu sehen. Detailliert und farblich präsent stechen diese Segmente absolut hervor. Nur die Schärfe erreicht auch hier keine Höchstnoten, was allerdings am Ausgangsmaterial liegt. Hier sind auch kaum Altersspuren zu erkennen. Zwischendurch und leider auch mal wieder für die Titelsequenz wurde sich bei einem italienischen SD-Master bedient. Entsprechend sehen diese Szenen deutlich detailärmer und unschärfer aus. Der Unterschied ist hier allerdings nicht ganz so krass wie bei "Vier Fäuste für ein Halleluja". Der Schwarzlevel geht in Ordnung, aber ist nicht sehr detailreich. Dennoch sind dunkle Szenen nicht zu stark beeinträchtigt. Die Kompression arbeitet absolut sauber und lässt keine Artefakte oder Hintergrundrauschen auftreten. Insgesamt ist der Transfer schon erstaunlich gut gelungen und ein ordentliches Upgrade zum alten DVD-Transfer. Besonders schade ist allerdings das Auslassen des deutschen Vorspanns, der hier nur (und in guter Qualität!) im Bonusmaterial vorhanden ist.

TON

Rechte und die linke Hand des Teufels, Die

Der DD-Monoton ist sauber aufgeräumt und verbreitet eine angenehme Klangkulisse, die ordentlich rauschreduziert wurde. Die Musik wirkt noch recht lebendig, während die Dialoge gut verständlich aber trotzdem mit dem üblichen alten Knarzen aus den Lautsprechern kommen. Die Soundeffekte können auch nicht immer ihr Alter verbergen und sind an einigen Stellen etwas dumpfer. Trotzdem macht der Track einen mehr als ordentlichen Eindruck für eine aufpolierte Monospur.

EXTRAS

Bei den Extras lässt sich der originale deutsche Kinotrailer, der alte DVD-Trailer sowie der originale deutsche Vorspann des Films finden. Warum Letzerer nicht in den Film integriert wurde bleibt ein echtes Rätsel, da die Qualität recht gut ist. Dazu gibt es noch eine Bildergalerie mit verschiedenen Werbematerialien zum Film sowie Bio/Filmographien von Bud und Terence.

FAZIT

Auch für "Die Rechte und die linke Hand des Teufels" musste bildtechnisch eine Hybridlösung herhalten, die aber besser funktioniert als bei "Vier Fäuste für ein Halleluja". Die Unterschiede in den verschiedenen Mastern ist deutlich erkennbar. Trotz dieses Mankos liefert die Scheibe immer noch die beste Qualität des Films, die je im Heimkino zu bestaunen war. Für Fans ist die Scheibe unverzichtbar.



Kay Pinno


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