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Book of Blood   

Book of Blood
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Original: Book of Blood   (USA, 2008)
Laufzeit: 92 Min. (PAL)
Studio: Sunfilm
Regie: John Harrison
Darsteller: Jonas Armstrong, Sophie Ward, Clive Russel, Paul Blair
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3 / 2 / 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Nicht aus Blutbuche!"

Autor und Horror-Regisseur Clive Barker ist erstaunlicherweise mehr durch seine "Hellraiser"-Filme bekannt geworden als mit seinen zahlreichen, ebenfalls erfolgreichen Büchern. Inzwischen hat sich Barker leider selbst aus der Filmwelt zurückgezogen und sich der Malerei verschrieben. Bis vor kurzem jedenfalls. Inzwischen ist der Autor und Künstler dazu übergegangen, seine alten Werke an andere Regisseure abzugeben und beteiligt sich nur noch im Hintergrund an den Produktionen. So wurde vor zwei Jahren unter der Regie von Japans Riyuhei Kitamura eine erste Filmadaption von Barkers ursprünglichen Kurzgeschichten künstlerisch äußerst erfolgreich auf die Leinwand gebracht, aber vom produzierenden Studio Lionsgate leider mit Füßen getreten. So konnte der "Midnight Meat Train" seine tödliche Fahrt erst auf DVD und Blu-Ray erfolgreich aufnehmen. Angespornt durch den kreativen Erfolg sollten nun auch weitere Barker-Geschichten aus seinen originalen Büchern des Blutes folgen.
An die prägende erste Geschichte Barkers mit dem Titel "Book of Blood" wagte sich jetzt Genre-Veteran John Harrison ("Tales from the Darkside", "Dune"-Miniserie). Als routinierter Handwerker liefert er den Fans von Barkers Ouvre eine visuell interessante Mischung, die aber leider durch ein besonders schwaches Drehbuch den Halt verliert. Bedient hat man sich auch an einer zweiten Geschichte namens "On Jerusalem Street". Als Gast-Professorin und semi-erfolgreiche Buchautorin über paranormale Ereignisse ist Mary Florescu (Sophie Ward) immer auf der Suche nach neuen Phänomenen. Unter ihren Studenten befindet sich auch der anscheinend paranormal begabte Simon (Jonas Armstrong). Ihn will die Professorin nutzen, um das Geheimnis eines verfluchten Hauses zu lüften, in dem bereits grausige Dinge passierten. Mit dem Techniker Reg (Paul Blair) zieht das Trio in das düstere Gemäuer inmitten der Stadt. Je länger die drei Geisterjäger jedoch unter einem Dach wohnen, desto größer werden die Konflikte und seltsamen Erscheinungen. Oder spielt ihnen hier jemand einen Streich?
So richtig kann sich der Film einfach für keinen seiner Aspekte entscheiden: eine aufgezwängte schwülstige wie verbotene Begierde-Story zwischen Professorin und Student strapaziert die Nerven, während die Auswirkungen der paranormalen Fähigkeiten irgendwie links liegen gelassen werden. Erst wenn sich die Toten im Haus bemerkbar machen, kommt wieder etwas Leben(!) in die Handlung. Auch wenn der Film absichtlich sehr blass und düster inszeniert wirkt, so schleichen sich doch bekannte Motive ein. Der unheimliche Dachboden erinnert stark an "Hellraiser", während Sophie Ward ein wenig Claire Higgins gefährliche Julia zu kanalisieren scheint. Auch das Bild eines mysteriösen obdachlosen Schicksalsträgers wird bemüht. Selbst Doug "Pinhead" Bradley persönlich hat einen kurzen Gastauftritt. Zudem erinnert der düstere Blick die Geisterwelt stark an eine vergrößerte Vision von Lucio Fulcis "Über dem Jenseits".
Trotzdem verpufft "Book of Blood" ohne sichtliche Narben beim Zuschauer zu hinterlassen. Dies liegt nicht nur an der bis auf wenige Ausnahmen emotionslosen Schauspielerei, sondern an der Tatsache, dass einen die Geschehnisse einfach kalt lassen. Dies wird sogar von einem der Protagonisten wortwörtlich ausgesprochen! John Harrison hat es leider nicht geschafft, aus Barkers Kurzgeschichte, die eigentlich nur ein besonders effektiver Rahmen für die restlichen Erzählungen der "Bücher des Blutes" ist, eine selbstständige Dramaturgie zu entwickeln. Das ist schade, denn die Story hätte sicherlich genügend Ansätze dafür gehabt.

BILD

Book of Blood

Der anamorphe Widescreentransfer (1.85:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die keine Spuren von analogen Rückständen zeigt. Die Schärfe ist solide aber der Kontrast ist etwas zu schwach geraten. Dies zeigt sich besonders in dunklen Szenen, die einfach viel zu matt wirken. Insgesamt ist die Farbpalette des Films deutlich reduziert und schwelgt in dunklen Grautönen. Der Schwarzlevel ist ordentlich tief, aber nicht zu detailreich. Aufgrund des reduzierten Kontrasts werden Bildelemente schon mal verschluckt. Die Kompression hat besonders in den Hintergrunden zu arbeiten, die schon mal von digitalen Block-Wölkchen gezeichnet sind. Durchschnittlich.

TON

Book of Blood

Da sich tatsächlich viel geisterhafte Aktivität auf der Tonspur befindet, bringt der deutsche DTS-Track das volle Surround-Feeling auch gut an die Ohren. Schon verteilt lassen sich die Geisterstimmen und brachialen Terrorgeräusche innerhalb der gesamten Soundstage gut vernehmen. Die Musik drängt sich hier an entscheidenden Stellen dazwischen, so dass ein maximale Effektivität erreicht wird. Die Dialoge sitzen derweil immer gut verständlich im Centerkanal. Auch in kleineren Szenen werden Hintergrundgeräusche gut dargestellt, so dass sich euin dauerhaftes Raumerlebnis beim Anschauen einstellt. Gut.

EXTRAS

Neben einem Trailer ist auch ein 20 minütiges "Making of" auf der scheibe enthalten. Hier spricht John Harrison hauptsächlich über den Produktionsprozess und leider weniger über die Schwierigkeit, Clive Barkers Geschichte angemessen zu adaptieren. Dafür kommt Barker immerhin auch selbst zu Wort, der sich sichtlich über die weitere filmische Arbeit an seinem Werk freut. Auch die Erstellung der Spezialeffekte nimmt hier einen ordentlich Teil der Laufzeit ein. Insgesamt ein solider Blick hinter die Kulissen.

FAZIT

Clive Barkers Werk lebt auch im Heimkino weiter. John Harrison liefert nur einen durchschnittlichen Schocker ab, der leider nicht viel aus der Kurzgeschichte herausholt. Die DVD ist technisch in Ordnung und bringt ein "Making of" mit. Barker-Fans können hier beruhigt zugreifen. Alle anderen sollten erstmal einen Gang in die Videothek wagen.



Kay Pinno


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