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Sally Lockhart Mysteries - Der Schatten im Norden   

Sally Lockhart Mysteries - Der Schatten im Norden
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Original: The Sally Lockhart Mysteries - The Shadow In The North   (Großbritannien, 2006)
Laufzeit: ca. 95 Min (PAL)
Studio: NewKSM
Regie: John Alexander
Darsteller: Billie Piper, Matt Smith, Jared Harris, Owen Roe
Format: 1,78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 2.0 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Interview mit Autor
Preis: ca. 22 Euro
Wertung: 2 / 2-/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Jenseits der Qualität des ersten Abenteuers..."

War Sally Lockhart im ersten Teil „Der Rubin im Rauch“ noch ein junges Mädchen, das nach dem Tod des Vaters mit einem mysteriösen Edelstein konfrontiert wird – und im Rahmen ihrer Suche quasi im Zeitraffer das Erwachsenwerden erleben muss, ist sie inzwischen zu einer jungen Dame der Londoner Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts herangewachsen. Aber sicher ist sie alles andere als eine typische Vertreterin dieser Gesellschaft: Nach wie vor setzt sie ihren eigenen Kopf durch, steht auf eigenen Beinen, verdient ihr eigenes Geld als Finanzberaterin – aber auch als Detektivin.

Eines Tages verliert eine Klientin, Miss Walsh, ihre gesamten Ersparnisse durch den Bankrott der „Anglo-Baltik“, einem, wie Sally bald erfährt, äußerst dubiosen Unternehmen, dessen Firmeninhaber Axel Bellmann, vorsichtig ausgedrückt, ein mehr als windiger Geschäftsmann ist. Um genau zu sein: Der Mann schreckt vor keiner Schandtat zurück, wenn es darum geht Profit zu machen. Mit dem jungen Fotografen Frederick Garland begibt sich Sally auf eine gefährliche Mission und muss sich unter anderem mit einem Mordversuch an einem Magier auseinandersetzen – und mit Visionen einer Hellseherin, die irgendwie alle zur Person Bellmanns führen. Als Sally entdeckt, dass Bellmann nicht nur ein gieriger Geschäftsmann ist, sondern darüber hinaus an einer unheimlichen Waffe arbeitet, ist auch ihr Leben nicht mehr sicher.

Die zweite und leider auch letzte Verfilmung der „Sally Lockhart“-Romane von Philip Pullman ist, wie schon der erste Teil, wunderbar ausgestattet. Die gesamte Atmosphäre versetzt den Zuschauer zurück in die Zeit des Viktorianischen Großbritanniens, jedes Kostüm, jede Gerätschaft erzählt eine eigene Geschichte. Die alte Tante BBC beweist einmal mehr, dass Akkuratesse und ungewöhnliche Themen einander nicht ausschließen. Und ungewöhnlich ist der Film, denn neben seiner Suspense-Story behandelt „Der Rubin in Rauch“ Fragen der Gleichberechtigung, der eigenen Individualität, von Freundschaft und verbotener Liebe – und genau da wirkt der Film dann leider auch überfrachtet. Während der erste Teil eine recht gelungene Balance zwischen seiner Coming-of-Age-Geschichte und der Thrillerhandlung findet, kippt die Inszenierung des zweiten Teils immer wieder zu ungunsten der Spannung. Ohne den Roman zu kennen lässt sich der Eindruck nicht von der Hand weisen, dass offenbar viele Handlungsstränge des Romans für die Verfilmung stark zusammengekürzt wurden, gleichzeitig aber auch die Entwicklung der Charaktere für weitere (nicht mehr realisierte) Teile vorbereitet werden sollte.

Was bleibt, das ist nette Fernsehunterhaltung. Leider aber kein bisschen nicht mehr.

BILD

Sally Lockhart Mysteries - Der Schatten im Norden

Der Transfer kann sich sehen lassen. Die Farben sind klar, Hintergrundrauschen sucht man ebenso vergeblich wie Blockbildungen oder andere unschöne Transfer-Missgeschicke. Der Kontrast fällt allerdings ein bisschen schwach aus. Wem diese Worte bekannt vorkommen - die Bildqualität der DVD ist mit der des ersten Teils identisch!

TON

Sally Lockhart Mysteries - Der Schatten im Norden

Tja, auch hier lassen sich die Worte von "Der Rubin im Rauch" wiederholen: Es fehlt der deutschen Tonspur ein bisschen an Atmosphäre. Der Film ist alles in allem gut synchronisiert (er erlebte seine Deutschlandpremiere auf arte), doch in den Außenszenen fehlt ihm das pralle Leben. Gerade weil die Ausstattung der Inszenierung überzeugt, hätten ein etwas räumlicherer Klang hier das Bild positiv unterstützt. Ansonsten gibt es nichts auszusetzen.

EXTRAS

Im Gegensatz zur ersten DVD gibt es auf der zweiten tatsächlich ein erwähnenswertes Extra: Es handelt sich um ein etwa zwanzigminütiges Intertview mit Philip Pullman, das offenbar in Großbritannien direkt für die DVD-Auswertung und nicht von der BBC produziert worden ist. In dem Gespräch gibt sich der als eher zurückhaltend geltende Autor recht offen und übt gar Kritik an seinem eigenen Werk.

FAZIT

Auf einer technisch einwandfreien DVD enttäuscht das zweite Sally-Lockhard-Abenteuer dennoch im Vergleich zum hervorragenden ersten Teil. Der Film ist keine Zeitverschwendung, sicherlich. Aber ein großer Wurf sieht anders aus.



Christian Lukas


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