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Phantom Commando - Die Rückkehr   

Phantom Commando - Die Rückkehr
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Original: Den' D   (Russland, 2008)
Laufzeit: 81 min
Studio: Savoy Film
Regie: Mikhail Porechenkov
Darsteller: Mikhail Porechenkov, Alexandra Ursulyak, Rob Schreijber
Format: 2.35:1 (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer
Preis: ca. 11 Euro
Wertung: 3 / 2-/ 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Sehen heißt glauben!"

Remakes. Man kennt sie aus den USA. Wird ein Film in Frankreich ein Hit - kommt das US-Remake. Räumt ein spanischer Film wie etwa "Rec" ab - wird daraus ein amerikanischer "Quarantine". Und wenn das Ausland nix liefert wird aus John Carpenters "Halloween" flugs Rob Zombies "Halloween". Doch Remakes - sind keine Einbahnstraße. Und so geschieht es von Zeit zu Zeit, dass auch ein amerikanischer Film in einem anderem Land ein Remake erhält. Dass jedoch Arnold Schwarzeneggers "Phantom Kommando", ein Film, der nun nicht unbedingt zu den komplexesten Werken Arnies gehört, eines Tages ein russisches Remake erfahren würde: Wer hätte das gedacht?

Wie es sich für einen ordentlichen russischen Actionfilm gehört, heißt Arnies russisches Pendant Ivan. Der lebt ein einfaches, schlichtes und vor allem glückliches Leben in den Bergen mit seiner Tochter Zhenya. Bis Zhenya entführt wird. Die Entführung geschieht nicht ohne Grund: Ivan war einst Leiter eines Spezialkommandos der Armee, er ist eine Ein-Mann-Kampfmaschine. Will er seine Tochter wiedersehen, muss er einen Auftrag ausführen: Er soll den Präsidenten Estlands ermorden. Ivan willigt ein. Doch wie weiland Arnie denkt Ivan nicht daran einen Unschuldigen zu ermorden. Es gelingt ihn für eine kurze Zeit unterzutauchen. In diesen wenigen Stunden muss Ivan Zhenya ausfindig machen.

Hauptdarsteller und Regisseur Mikhail Porechenkov hat sich das Remake ganz und gar auf einen gestählten Körper geschrieben. Mikhail Porechenkov, der in seiner Heimat auch als Charakterdarsteller bekannt ist (in Deutschland konnte man ihn als durchgeknallten Ausbilder in dem überraschend Afghanistan-Kriegs-kritischen russischen Film "Die neunte Kompanie" sehen), hat sichtlich Spaß an seiner Rolle - und hält vor allem eine wohltuende Distanz zum Geschehen. Er spielt die Rolle so ernst, wie es die Rolle verlangt, er weiß aber auch, dass dies nicht Shakespeare ist - und so zieht er das Ding einfach durch. Der Film krankt an seinem eher kleinen Budget, manche Actionszenen bleiben auf eine seltsame Weise "unvollständig", andererseits ist Mikhail Porechenkovs Film auf eine nette Art und Weise altmodisch. Das frühzeitige Ableben fieser Schurken wird mit nicht minder fiesen Oneliners kommentiert, der Held ist ein echter Held und die Finsterlinge sind finster. Das Weltbild ist simpel, aber es funktioniert.
Freunde anspruchsvoller Actionfilme (wie sie beispielsweise in letzter Zeit gerne aus Frankreich kommen), werden wohl enttäuscht, wer aber einfach mal wieder einen Film schauen möchte, der es dem Gehirn erlaubt ein wenig abzuschalten - und der trotzdem Spaß macht, wird gut bedient.

BILD

Phantom Commando - Die Rückkehr

Das Bild ist einen Tick zu hell und einen weiteren Tick zu grobkörnig. Etwas mehr Kontraste hätten dem Transfer gut getan. Es wäre interessant einmal eine Kinokopie zu betrachten, denn es drängt sich der Verdacht auf, dass schon die Originalkopie diese Mängel aufweist.

TON

Phantom Commando - Die Rückkehr

Der Ton ist sauber und klar abgemischt. Vielleicht hätte es hier und da etwas mehr Rumms geben dürfen, aber alles in allem lässt sich nicht viel bemängeln. Die deutsche Synchro hält darüber hinaus ein spaßiges Extra parat: Mikhail Porechenkov wird von Thomas Danneberg, Arnold Schwarzeneggers deutscher Stimme gesprochen, für Mikhail Porechenkov ist er letztlich auch einen Tick zu alt), aber Spaß macht es schon.

EXTRAS

In letzter Zeit haben es die Russen gerne mal etwas größer krachen lassen. Filme wie "1612" oder "steppensturm" kamen mit recht üppigen Budgets, Effekten, Aufwand daher. "Phantom Commando - Die Rückkehr" gehört allerdings zur Kategorie B-Kino. Das wird im Making of klar. Da wurde mit dem spitzen Bleistift gerechnet. Allerdings kommt Mikhail Porochenkov ganz gut rüber - der Mann sollte vielleicht auch mal amerikanischen Produzenten einen zweiten Blick wert sein.

Leider konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, ob die vorliegende Fassung möglicherweise gekürzt ist. Vom Verleiher wurden keinerlei Schnitte vorgenommen, der Film hat problemlos eine 16-er Freigabe erhalten; allerdings wird die russische Spielzeit mit 100 Minuten angegeben, die deutsche jedoch nur mit 81. Es ist möglich, dass für den internationalen Markt ein internationaler Cut von den russischen Produzenten angefertigt wurde. Dies aber ist nur eine Vermutung, die an dieser Stelle nicht belegt werden kann.

FAZIT

Wahrlich, ein Meisterwerk ist dieses russische Remake des kantigen Originals nicht. Aber Freunde klassischer Actionfilme ohne Firlefanz werden ihren Spaß haben.



Christian Lukas


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