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Godzilla kehrt zurück   

Godzilla kehrt zurück
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Original: Gojira no Gyakushu   (Japan, 1955)
Laufzeit: ca. 79 Min.
Studio: Splendid Entertainment
Regie: Motoyoshi Oda
Darsteller: Hiroshi Koizumi, Setsuko Wakayama, Takashi Shimura, Minoru Chiaki
Format: 1.33:1 Vollbild (4:3)
Ton: DD 2.0 Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: längere japanische Originalversio
Preis: ca. 13 Euro
Wertung: 3 / 3 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Lahmer Film, toller Slogan"

Wo er geht, da wächst kein Gras mehr: Godzilla. Nach dem sensationellen Erfolg des ersten Filmes 1954 erkannten die japanischen Produzenten, dass sich aus der Riesenechse noch manch ein Yen pressen ließ. Dumm nur, dass Godzilla das Ende des ersten Teils nicht überlebt hatte. Doch wo ein Wille ist, ist auch eine Fortsetzung. Also ließ man einen zweiten Godzilla nunmehr auf die Stadt Osaka los. „Godzilla kehrt zurück“ kam denn nach nur sechs Monaten Produktionszeit genau ein Jahr nach dem ersten Teil in die Kinos.

Nach einer wenig gelungenen DVD-Veröffentlichung vor einigen Jahren sollte diese neue DVD nun die Fans zufrieden stellen. Der Originalkinoton wurde da ausgegraben – sowie die japanische Kinofassung. Doch die DVD kann aus verschiedenen Gründen, über die noch zu reden sein wird, nicht vollständig überzeugen.

Um was geht es? Zwei Piloten entdecken nicht nur einen zweiten Godzilla, der offenbar über seine Entdeckung alles andere als erfreut ist, auch ein zweites Monster namens Anguirus taucht unverhofft auf, das sich als Feind der fiesen Riesenechse entpuppt.

Und sonst? Ja nix. Das ist die Handlung. Zwischendurch tritt Godzilla Osaka platt und darf einfach nur fies und böse sein. Er ist noch nicht die nette Riesenechse späterer Toho-Filme, er ist noch ein richtig gemeiner Unhold. Nur ist er nicht der „Godzilla“ des ersten Teils. Während der erste Teil noch eine Botschaft transportierte – Godzilla als Allegorie der Massenvernichtung – geht es in diesem zweiten Teil nur darum, möglichst viele Dinge kaputt zu machen. Und das weder dramaturgisch noch tricktechnisch überzeugend (die Effekte des ersten Filmes sind besser!).
An den japanischen Kinokassen enttäuschte der Film denn auch die Produzenten, womit nach zwei Filmen das Ende von Godzilla eingeläutet schien. Dass es 1962 einen dritten Film gab, dem dann eine ganze Reihe von Fortsetzungen folgen sollte, ist streng genommen ein Zufall: „Die Rückkehr des King Kong“ ist, wie der Name erahnen lässt, eigentlich nie als Godzilla-Film konzipiert gewesen. Der Film basierte tatsächlich auf einer Idee des Spezialeffekte-Pioniers Willis O’Brien, der bereits 1933 den Riesenaffen erstmals zum cineastischen Leben erweckte. Da sich in den USA für seine Idee zunächst kein Finanzier fand und darüber hinaus hohe Lizenzgebühren für die Verwendung des Namens „King Kong“ an die Produktionsgesellschaft RKO fällig wurden, klopfte O’Brien an die Tür der japanischen Toho-Studios. Dort zeigte man sich sehr interessierte, wechselte aber das eigentlich vorgesehene Übermonster, gegen das der Riesenaffe in den Kampf ziehen sollte, gegen ein japanisches Monster aus: Godzilla eben. Der Rest ist, wie es so schön heißt, Filmgeschichte.
Übrigens: Der deutschen „Godzilla kehrt zurück“-DVD liegt als Extra ein Nachdruck des deutschen Originalkinoplakates bei. Dessen Slogan lässt sich mit Geld nicht bezahlen: „Atom! Raketen! Düsenjäger!“ Ja, damit ließen sich in den 50-ern Zuschauermassen in die Kinos locken. Heute würde im Zusammenhang mit einem solchen Slogan wohl erst einmal über Ausstiegsfristen diskutiert. Andererseits: „Atom! Raketen! Düsenjäger!“ klingt schon knalliger als „Windenergie! Energiesparlampen! Nachtflugverbot!“

BILD

Godzilla kehrt zurück

Der Transfer ist nicht schlecht. Ihn aber als gut zu bezeichnen, wäre auch übertrieben. Schwarz ist schwarz, weiß ist weiß. Das Problem sind die Grauwerte. Viele japanische Filme der 50-er Jahre weisen genau dieses Problem auf: Schwache Grauwerte, grobe Kontrastierungen. Dem deutschen Verleiher einen Vorwurf zu machen, ist nicht angebracht. Mehr ist definitiv aus der Vorlage nicht herauszuholen gewesen.

TON

Godzilla kehrt zurück

Hier kann man dem deutschen Verleiher sehr wohl einen Vorwurf machen. Immer wieder laufen Bild und deutscher Ton asynchron. Da stampft Godzilla mit seinen klobigen Echsenfüßen irgendwo auf - doch auf das Rumpeln muss man als Zuschauer mehr als nur einen Augenblick warten. Ob diese Fehler, der nur zeitweise auftritt, dem DVD-Verleiher anzulasten ist - oder ob dieser Fehler bereits auf die Synchronisation zurückgeht und schlicht nicht korrigiert wurde, lässt sich nicht erkennen. Schade, dass dieser Fehler den an sich guten Eindruck der deutschen Synchro zunichte macht. Die deutsche Synchro wirkt nämlich weitaus atmosphärischer als der japanische Originalton.

EXTRAS

Die DVD enthält die japanische Originalversion, die etwa eine Minte länger ist als die deutsche Fassung, wobei sich augenscheinlich nur die Titelsequenz eklatant von der deutschen Fassung unterscheidet. Immerhin aber hat der Verleiher sich Mühe gegeben, den deutschen Fans ein gutes Extra zu präsentieren.

FAZIT

Der zweite "Godzilla"-Film gehört nicht zu den Highlights der Serie. Weder erreicht er die inhaltlichen Qualitäten des ersten Teils noch den amüsanten Trashfaktor späterer Filme. Auch die DVD ist nur bedingt empfehlenswert, auch wenn sie in keiner Fan-Sammlung fehlen darf.



Christian Lukas


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