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Lucky Luke Go West   

Lucky Luke Go West
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Original: Lucky Luke tous à l' ouest   (Frankreich, 2008)
Laufzeit: ca. 80 min (PAL)
Studio: Planet Media HE
Regie: Olivier Jean Marie
Darsteller: Lucky Luke, die Gebrüder Dalton
Format: 1.77:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Szenenskizzen, geschnittene Szenen
Preis: ca. 12 Euro
Wertung: 2 / 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Ein Luke ohne Trug!"

Tatsächlich – ein neuer Lucky-Luke-Zeichentrickfilm. Und zwar wirklich – Zeichentrick! Zwar haben die Macher hier und da Computereffekte eingesetzt, ohne die die teils spektakulären Kameraflüge gerade zu Beginn gar nicht zu realisieren gewesen wären, aber ansonsten wurde der Film tatsächlich ganz traditionell gezeichnet. Im Zeitalter von CGI- und Avatar fast schon ein Anachronismus. Aber ein schöner!

Bislang konnten "Lucky Luke"-Verfilmungen selten überzeugen. Man erinnere sich mit Grausen an "Die Daltons gegen Lucky Luke", in dem Til Schweiger die Rolle des Revolverhelden übernahm. Auch die Zeichentrickfilme aus den 70-ern konnten nur bedingt überzeugen. Die waren nett und die deutschen Synchronisationen sogar richtig witzig - aber sie waren eben doch nur B-Produktionen, ebenso wie die Zeichentrick-Fernsehserie vor einigen Jahren oder gar die Terence-Hill-Reihe, die sich nur locker am Original anlehnte und leider bewies, dass Hill Anfang der 1990-er Jahre seinen Zenit längst übersprungen hatte...

Doch dieser Film ist wirklich schön geworden. Die Handlung ist simpel: Lucky Luke muss Siedler innerhalb von 80 Tagen von New York nach Kalifornien geleiten. Sonst verlieren die Angehörigen des Trecks ihr Land. Dumm nur, dass die Daltons im Konvoi die Beute eines Raubzuges versteckt haben. Nette Gags, eine simple Story und ein echter Held. Was braucht man mehr für einen Film wie diesem? Überraschend: Die erste Viertelstunde des Filmes spielt nicht im Wilden Westen, sondern ausschließlich in New York. Mit tollen Schauwerten, die sehr schön den Kontrast der großen Stadt zum Westen aufzeigen.

BILD

Lucky Luke Go West

Die Farben sind ungemein kräftig, wie es sich für die Verfilmung eines belgischen Comics irgendwie gehört. Die Kontraste sind hervorragend, es gibt einfach nichts an diesem Transfer auszusetzen. Bei einem Animationsfilm wäre dies allerdings auch etwas seltsam...

TON

Lucky Luke Go West

Die deutsche Synchro fällt leider ein bisschen lieblos aus. Technisch ist alles einwandfrei und die Sprecher der Daltons sind wunderbar, aber den anderen Figuren - Lucky Luke inklusive - fehlt einfach der richtige Drive, das rechte Timbre. Über die technische Abmischung lässt sich ansonsten nichts Negatives sagen.

EXTRAS

Da gibt es nicht verwendete Szenen. Das ist nicht uninteressant (von vielen Szenen existieren nur nicht ausgearbeitete Skizzen), was jedoch fehlt, das ist eine Kommentierung dieser Szenen. Wo sollten sie eingefügt werden, warum wurde auf sie verzichtet (was vor allem in Bezug auf fertiggestellte Szenen interessant wäre). Gerade Trickfilmer gelten normalerweise nicht gerade als mundfaul, sie erklären für gewöhnlich gerne ihre Arbeit. Warum sie sich hier so zurückhalten, ist leider nicht zu erklären.

FAZIT

Freunde frankobelgischer Comickunst im Allgemeinen und Lucky-Luke-Fans im Besonderen werden ihren Spaß an dem harmlosen Ulk aus Frankreich haben. Und kein Scherz: Von allen bisherigen Lucky-Luke-Filmadaptionen ist dies die Beste!



Christian Lukas


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