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Original: Bo chi tung wah   (Hongkong, 2008)
Laufzeit: ca. 110 Min. (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Benny Chan
Darsteller: Barbie Hsu, Louis Koo, Nick Cheung
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Kantonesisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Doku
Preis: ca. 12 Euro
Wertung: 2-/ 2-/ 2- (Bild/Ton/Extras)


"Wer braucht Logik, wenn es kracht?"

Einen Film wie "Connected" bekommt man nicht oft zu sehen: "Connected" ist nämlich das Hongkong-Remake eines Hollywoodfilmes. Nun ist die Hongkonger-Filmindustrie durchaus dafür bekannt sich, sagen wir es vorsichtig: von erfolgreichen Filmen inspirieren zu lassen. "Connected" allerdings ist ein höchst offizielles Remake wie der Abspann verrät. Benny Chan, der 2004 mit der "New Police Story" Jackie Chan langsam zurück in die Gefilde des ernsthaften Actionfilmes führte, bedient sich in "Connected" eines Drehbuches von Larry Cohen, dem Meister des effektives B-Thrillers: "Final Call - Wenn er auflegt, muss sie sterben" lautet der Titel des Originalfilmes, den David R. Ellis 2004 inszenierte. Der Film, in dem Kim Basinger die Hauptrolle spielte, lief nicht sonderlich erfolgreich in den Kinos. Benny Chan jedoch hat den Film offenbar mit großer Begeisterung goutiert - denn er hat aus einem ansehnlichen Thriller nicht nur ein ansehnliches Remake gemacht: Sein Film ist sogar besser als das Original. Nicht weil er manches Logikloch umschiffen würde. Wahrlich nicht: wer sich vom inszenatorischen Geschicht Chans nicht blenden lässt, wird in manch ein Logikloch stürzen. Es ist vielmehr das Tempo, mit dem Chan seine Zuschauer in seinen Bann zieht. Und es ist die Geschichte seines Helden Bob, der persönlich am Abgrund steht - und sich auf der Suche nach einer ihm unbekannten Frau selbst wiederentdeckt...

Bob ist Schuldeneintreiber für ein Inkassobüro. Die Männer, für die er arbeitet, sind Gangster. Aber keine, die gegen Gesetze verstoßen. Alles ist ganz legal. Aber schäbig! Bobs Ehe ist Vergangenheit, sein Sohn hat keinerlei Respekt vor ihm. Bob ist am Ende. Da klingelt sein Handy - ausgerechnet während er sich auf dem Weg zum Flughafen befindet, um seinem Sohn Adé zu sagen, der mit seiner Mutter nach Australien auswandert.
Auf der anderen Seite der Leitung meldet sich eine Frau, die behauptet entführt worden zu sein. Aus einer Reihe von Gründen sei es ihr nicht möglich mit ihrem Telefon gezielt Nummern anzurufen. Ob Zufall oder nicht: Wenn Bob auflegt - wird die ihm unbekannte Frau sterben müssen! Natürlich glaubt Bob zunächst an einen üblen Telefonscherz. Bis er auf der anderen Leitung Männerstimmen und einen Schuss hört. Nun weiß er, dass, wenn er auflegt, die ihm unbekannte Frau sterben wird!

"Connected" rockt. Wie gesagt: Mit der Logik nimmt es die Geschichte nicht immer ganz genau. Allein die Erklärung dafür, warum die Frau ausgerechnet auf Bobs Mobiltelefon landet und keine andere Nummer mehr anwählen kann, nun ja, sie hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Aber was soll's? "Connected" geht es nicht um Logik, sondern um die Jagd. Die gesamte Inszenierung erlaubt keinen Stillstand, Bob rennt, Bob springt, Bob wird gejagt. Bis der Showdown beginnt - der eine geschlagene halbe Stunde anhält ohne ein einziges Mal aus dem Tritt zu geraten! Dass auch der Showdown nicht immer den Gesetzen der Logik folgt... Der Spannung tut dies keinen Abbruch!

BILD

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Es dominieren Blau- und Grautöne, das ist vom Regisseur so gewollt - dennoch hätte das DVD-Bild ein bisschen mehr Farbe vertragen können. Der Kontrast fällt gut, aber nicht überragend aus. Auch die Hell-Dunkel-Werte hätten in den dunklen Bereichen etwas feiner justiert ausfallen können. Glücklicherweise spielt die Handlung des gesamten Filmes tagsüber, sodass dieses Manko nicht wirklich ins Gewicht fällt. Kleineren Unschärfen bei schnellen Bewegungen trüben dennoch den Gesamteindruck.

TON

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Der deutsche Ton kommt sehr fein ausbalanciert daher. Ob es rechts kracht oder links zischt - die Töne kommen aus den dafür vorgesehenen Boxen. Etwas mehr Atmosphäre hätte der deutschen Fassung gut getan, vor allem die Dialoge klingen viel zu sauber, da es an Außengeräuschen fehlt.

EXTRAS

Warum die Extras auf eine Extra-DVD gepresst wurden, lässt sich nicht wirklich eroieren, denn sie fallen nicht wirklich üppig aus und hätten sicher auf die Spielfilm-DVD gepasst. Das Making Of gibt einen recht interessanten Blick hinter die Kulissen. Vor allem die Arbeit der Stuntleute wird gewürdigt.

FAZIT

"Connected" rockt, überspielt seine Logiklöcher charmant und bietet über 100 Minuten allerfeinstes Spannungskino. Und all das übrigens ohne Martial-Arts!



Christian Lukas


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