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Pandorum   

Pandorum
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Original: Pandorum   (Deutschland / Großbritannien, 2009)
Laufzeit: ca. 109 Min. (PAL)
Studio: Constantin Film
Regie: Christian Alvart
Darsteller: Ben Foster, Dennis Quaid, Antje Traue
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Interviews
Preis: ca. 15 Euro
Wertung: 2-/ 2 / 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Es geht doch!"

Als Fan von Genrefilmen (Horror, Action, SciFi) hat man es in Deutschland nicht leicht. Gerne schlägt die Zensur zu, wenn es mal etwas härter zur Sache geht. Und was die heimische Kinolandschaft angeht, kann man nur von einem Trauerspiel sprechen. Da bevölkern Zweiohrhasen und andere harmlose Komödien die Leinwände, hin und wieder darf mal eine Päpstin in einer großen Prestigeverfilmung auf dem Heiligen Kinostuhl sitzen und von Zeit zu Zeit leidet das hiesige Lichtspiel an Baader-Meinhof-Komplexen. Aber einfach mal ein anständiger Horrorfilm? Oder ein SciFi-Kracher?

Allein dafür, dass Christian Alvart "Pandorum" angegangen ist, sollte ihm das Dankesdenkmal des genervten Genrefans gesetzt werden. Dass "Pandourm" dann auch noch ein ansehnlicher Film geworden ist - ist quasi nur mehr das Sahnehäubchen obendrauf. Zugegeben: Alvart klaut. Beim ultimativen Höhlenhorrorkracher "The Descent". Und bei "Event Horizon". Und deren Qualitäten erreicht er nicht. Aber am Ende stehen 109 Minuten spannende Unterhaltung.

"Pandorum"... Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft hat die Menschheit ein Problem: Sie hat sich in einer Art vermehrt, dass ihr der Platz ausgegangen ist. Doch irgendwo in den Weiten des Alls, da gibt es einen Planeten, der der Erde gar nicht so unähnlich ist. Und dorthin ist ein Raumschiff unterwegs.

Als Bower (Ben Foster) aus seinem Kälteschlaf erwacht, ist der gute Mann erst einmal recht desorientiert. Sein Gedächtnis leidet arg unter den Nachwirkungen des Schlafes. Wie lange er im Kältebad lag? Ein paar Jahre? Bowers Problem: Er hat keine Zeit für lange Selbstfindungsprozesse, denn irgend etwas geht auf dem Schiff um und tötet die Besatzungsmitglieder. Außerdem stimmt etwas mit dem Reaktor nicht. Bower muss ihn neustarten, was aber gar nicht so einfach ist, da, genau - bekanntlich etwas umgeht, was sich an den Besatzungsmitgliedern labt. Und nicht nur das: Sein Vorgesetzter Payton (Dennis Quaid) mag zwar recht cool wirken, nachdem er ihn aus dem Kälteschlaf gerissen hat - aber irgend etwas stimmt mit dem altgedienten Raumfahrer nicht. So ist Bower letztlich auf sich alleine gestellt.

Was soll man sagen: "Pandorum" macht Spaß. Enge Gänge, hungrige Monster, ansehnliche Schauspieler und eine Geschichte mit Anfang, Mitte, Ende. Nicht, dass das alles sonderlich originell wäre. Man hat es schon gesehen. Nicht einmal, nicht zweimal, mindestens... Na ja, ein paar Dutzend Mal. Aber Christian Alvart beweist, dass er seine Vorbilder genau studiert hat. Er mag zwar nicht die Düsternis von "Descent" einfangen, den er mehrfach zitiert. Und "Event Horizon" war intelligenter (was dem Produzenten von "Pandorum" eigentlich hätte auffallen müssen, der heißt nämlich Paul W.S. Anderson und der hat schließlich auch "Event Horizon" inszeniert), aber am Ende macht Alvart an sich nichts falsch. Er schickt seinen Helden auf eine Tour de Force, er lässt es ordentlich krachen - und zum Ende hin bietet er sogar zwei, drei Überraschungen, die dann tatsächlich die Eigenständigkeit seines Werkes unterstreichen und aus den Fesseln des reinen Zitatenkinos befreien.

In Babelsberg hat Alvart seinen Film für den internationalen Markt inszeniert, mit Antje Traue hat er gar eine der Hauptrollen auch tatsächlich mit einer deutschen Schauspielerin besetzt. Schade, dass er für Wotan Wilke Möhring und André M. Hennicke, die in seinem Kinodebüt "Antikörper" die Hauptrollen spielten, letztlich nur kleine Cameo-Rollen übrig hatte. Vor allem Hennicke, der in "Antikörper" wahrlich einen fiesen Killer darstellte - hätte sich auch in "Pandorum" sicherlich in einer größeren Rolle gut gemacht.

BILD

Pandorum

Der Transfer ist ordentlich gelungen, auch wenn das Bild hin und wieder zu Überschärfen neigt. Die treten vor allem bei größeren Effektszenen zum Vorschein (wie etwa Szenen, die im Containerraum des Schiffes spielen - die Container sind viel zu scharf umrissen als dass sie real sein könnten). Hier hätte dem Transfer eine Regulierung gut getan. In Sachen Farben kann sich der Transfer derweil sehen lassen, auch in Bezug auf seine Schwarzwerte lässt sich nichts Negatives sagen.

TON

Pandorum

Der Ton ist ordentlich abgemischt. Vor allem die Lautstärkeabmischung Sprache-Effekte ist hervorragend ausbalanciert. Und die Schockeffekte sitzen. Lediglich in den großen, krachenden Momenten neigt der Ton zu einer gefährlichen Übersteuerung. Hat es der Tonmeister hier zu gut gemeint? Etwas weniger wäre mehr gewesen...

EXTRAS

In einem Interview berichtet Alvart unter anderem davon, dass er eine eigene Geschichte mit einem Drehbuch von Travis Millroy zum "Pandorum"-Drehbuch verarbeitet hat. Was man dem Film jedoch nicht weiter anmerkt. Schade nur, dass man die Chance verpasst hat, für den deutschen Markt, wenn man schon einmal einen deutschen Genrefilm präsentiert, mal ein deutsches Making of zu machen. Alvart ist ein versierter Genrefan, der den Weg auf den Regiestuhl gefunden hat und als Filmfan nun die Filme machen darf, die er selbst gerne sehen würde: Er hätte bestimmt gerne etwas mehr über seine Arbeit in deutschen Landen erzählt. Aber da nehmen sich die Extras leider zu sehr zurück. Das alles ist zwar nett für den internationalen Markt produziert, es ist letztlich aber auch austauschbar...

FAZIT

"Pandorum" ist ein grundsolider Spannungs-SciFi-Horrorthriller, der all die Wünsche des Genrepublikums ebenso solide erfüllt. Kein Meisterwerk, über das man noch in Jahren ehrfurchtsvoll sprechen wird, aber ein ordentliches Spannungswerk, das einen schönen DVD-Abend garantiert.



Christian Lukas


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