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High Lane - Schau nicht nach unten   

High Lane - Schau nicht nach unten
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Original: Vertige   (Frankreich, 2009)
Laufzeit: ca. 81 Min. (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Abel Ferry
Darsteller: Fanny Valette, Johan Libéreau, Raphaël Lenglet, Nicolas Giraud
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of
Preis: ca. 13 Euro
Wertung: 2-/ 2 / 2 (Bild/Ton/Extras)


"Höhenkoller inklusive"

Fünf Freunde, Urlaub in Kroatien. Herrlich, oder? Das heißt: Eigentlich sind es nur vier Freunde, die da Urlaub machen. Und ein Ex. Der Ex heißt Guillaume und ist nur dabei, da seine Ex-Freundin Chloe nun einmal eine wirklich hübsche Frau ist und er es nicht ertragen kann, dass sie nunmehr Loic ihr Herz geschenkt hat, einen schicken französischen Vin-Diesel-Lookalike.
Um die Laune etwas aufzuhellen plant Fred, der Organisator des Urlaubs, eine Wanderung auf einen etwas jenseits der übliche Wanderrouten gelegenen Hügel. Ihr Ziel ist die längste Hängebrücke Europas. Das Problem: Der Weg zum anvisierten Hügel ist aufgrund eines Erdrutsches nicht passierbar. Problem Nummer 2: Obwohl den Freunden die passende Ausrüstung fehlt, lassen sie sich auf eine Kletterpartie ein. Sie haben schließlich alle etwas Erfahrung im Klettern. Außer Guillaume. Aber der Weg scheint gar nicht allzu schwierig zu sein.
Schließlich aber geschieht, was geschehen muss. Die Brücke hält dem Ansturm von gleich fünf Wanderern nicht stand, alle Wege zurück ins Tal führen über senkrechte Wände - und vor allem: Die fünf Franzosen - sind nicht allein.

„High Lane“ besticht vor allem in den Momenten, in denen Regisseur Abel Ferry mit dem Aspekt der Höhenangst spielt, wenn er seine Zuschauer die Höhe – und die von ihr ausgehende Gefahr – spüren lässt. Wenn dann nach etwa einer halben Stunde Spielzeit die Gefahr durch eine äußere Bedrohung potenziert wird, spielt der Regisseur endgültig auf den Nerven seiner Zuschauer eine Klaviatur des Grauens, die allein durch einen etwas simplen Schlussgag dann etwas disharmonisch endet – was den positiven Gesamteindruck aber glücklicherweise keinen allzu großen Schaden zufügt, auch wenn eine fiese Delle bleibt.

Tatsächlich weiß der Regisseur mit dem unheimlichen Angreifer nicht allzu viel anzufangen. Er bleibt ein Backwood-Killer ohne wirkliche Identität. Dies ist schade, da zumindest Chloe, Luic und Guillaume als Charaktere mehr zu bieten haben als Nummern die klären, wer wann dem Killer wohl zum Opfer fallen könnte - wie in vergleichbaren amerikanischen Filme.

Etwas weniger Killer und etwas mehr Höhenkoller - und "High Lane" hätte ein richtig großer Film werden können. So ist er "nur" gute Unterhaltung.

BILD

High Lane - Schau nicht nach unten

Der Transfer ist gelungen. Vor allem die Kletterszenen bestechen in Schärfe und Kontrast. In den Nachtszenen jedoch fallen die Bilder zum Teil etwas zu weich aus, eine schärfere Kontrastierung hätte hier sicher einen positiveren Eindruck hinterlassen.

TON

High Lane - Schau nicht nach unten

Der Sound ist ebenso gediegen wie der Bildtransfer. In der deutschen Fassung klingen die Stimmen alles in allem einen Tick zu sauber, zu sehr nach Studio. Die Effekte jedoch kommen dafür sehr sauber aus den Boxen, überhaupt ist die Abmischung von Soundeffekten und Musik ganz hervorragend gelungen.

EXTRAS

Das 45-minütige Making of bietet einen sehr schönen Blick hinter die Kulissen. Der Regisseur erklärt sehr viele der Effekte und lässt den Zuschauer hautnah an der Produktion teilhaben. Die große Überraschung: Das Gros der Szenen ist tatsächlich im Gebirge entstanden, der Einsatz von Spezialeffekten wurde auf ein notwendiges Mimimum reduziert. Man kann also sagen: Wo in diesem Film Berg draufsteht - da ist auch ein Berg drin.

Übrigens: Einer der Autoren des Filmes ist Louis-Paul Desanges, dem Genrefans auch den Zombiekracher "Mutants" verdanken dürfen.

FAZIT

"High Lane" ist ein spannender Thriller aus Frankreich, der einen Abend lang beste Unterhaltung garantiert, der aber sein großes Potenzial nicht ausspielen kann, da er sich im falschen Moment in der Dramaturgie für falsche Genrekonventionen entscheidet, die dem Film viel von der Kraft seiner beeindruckenden Bilder rauben.



Christian Lukas


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