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The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis   

The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis
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Original: Le nouveau protocole   (Frankreich, 2008)
Laufzeit: ca. 89 Min (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Thomas Vincent
Darsteller: Clovis Cornillac, Marie-Josée Croze, Dominique Reymond
Format: 2.35:1 (Widescreen)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer
Preis: ca. 13 Euro
Wertung: 2-/ 2-/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Politisch nicht korrekt..."

Raoul Kraft ist Holzarbeiter. Als sein Sohn bei einem Autounfall stirbt, glaubt er zunächst an ein Unglück. Bis er Diane kennenlernt. Die junge Frau behauptet sein Sohn sei das Opfer eines fehlgeschlagenen Medikamententests geworden. Sie selbst führt seit Jahren einen Kreuzzug gegen den verantwortlichen Konzern, seit ihr Mann an einem Medikament starb, das - ihrer Ansicht nach - nie auf den Markt hätte kommen dürfen. Das Problem: Raoul erkennt sehr schnell, dass Dianes Worte mit Vorsicht zu genießen sind. Sie hat sich in ihrem Kampf verrannt. Gerechtfertigte Kritik verbindet sie mit puren Hass, Objektivität bleibt auf der Strecke. Dass sie Raoul darüber hinaus manipuliert - was dieser sehr schnell merkt - trägt nicht gerade zu ihrer Glaubwürdigkeit bei. Auf der anderen Seite jedoch stehen Fakten, die Raoul nicht ignorieren kann. Doch was kann ein einfacher Holzarbeiter schon gegen einen multinationalen Pharmakonzern ausrichten?

"The Protocol" lebt von Hauptdarsteller Clovis Cornillacs. Den kennt man in Deutschland eigentlich nur als Asterix aus dem dritten Realfilm der Reihe. Doch Clovis Cornillac ist, wie so viele französische Schauspieler, ein gnadenloser Allesspieler. Ob Chauvipilot ("Sky Fighters"), Comicheld oder eben verzweifelter Vater auf der Suche nach Antworten: Der Mann spielt, wofür er bezahlt wird. Und das stets auf einem sehr hohen Niveau. So trägt er auch diesen Film über einige Längen souverän hinweg. Längen, die sich aus dem eher unspektakulären Einstieg in die Geschichte ergeben. Es dauert, bis "The Protocol" an Fahrt gewinnt, bis sich die Geschichte entwickelt und sich nach und nach ein klares Bild von dem abzeichnet, was Raoul zu tun hat.
Tatsächlich geht es weniger um klassische Erwartungen an einen Thriller im Sinne von - wer hat wen gemeuchelt - nein, der Spannungsaufbau baut vielmehr auf den Handlungen des Protagonisten auf. Wie weit ist er bereit zu gehen - um die Hintergründe des Todes seines Sohnes aufzuklären?
Auf diesem Weg überschreitet "The Protocol" manch eine Grenze, ihn als politisch nicht ganz korrekt zu bezeichnen - wäre eine Untertreibung.
Andererseits: Wenn dein Gegner unfair spielt, wer behauptet, dass du dich dann an die Regeln halten musst?

BILD

The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis

Der Transfer fällt ordentlich aus. Allzu große Anforderungen stellt der Film ans technische Beiwerk allerdings nicht. Die Spannung ergibt sich schließlich nicht aus großen Actionszenen, sondern aus der Geschichte und der Interaktion der Hauptfiguren. Allein eine etwas größere Actionsequenz lässt es krachen. Dabei wirkt das Bild hin und wieder etwas unscharf, was jedoch dem Einsatz der wackeligen Kamera geschuldet sein dürfte.

TON

The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis

Ohne große Überraschungen wird hier eine solide Soundkulisse geboten. Dies ist ein kleiner Thriller und nicht "Matrix 4". Der Sound kommt aus den dafür vorgesehenen Boxen, mehr darf man eigentlich nicht erwarten.

EXTRAS

Der DVD beigefügt ist ein Making of, das nun allerdings keine Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Filmes liefert, die diesen in einem ganz neuen Licht präsentieren würden. Es wird ein wenig über den Film gesprochen, hier und da wird mal hinter die Kulissen geschaut, alles in allem ein solides Making of, das man sich anschauen kann - aber nicht muss.

FAZIT

"The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis" ist ein kleiner, aber feiner Thriller mit einem krachenden Ende, das auf diese Art und Weise in Deutschland einig "Tatort"-Land so nie durchgezogen worden wäre. Respekt, ihr Franzosen. Wir ziehen unseren Chapeau!



Christian Lukas


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