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Baby Boy   

Baby Boy
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Original: Baby Boy   (USA, 2001)
Laufzeit: 124 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar Home Entertainment
Regie: John Singleton
Darsteller: Tyrese Gibson, Omar Gooding, Taraji P. Henson, Snoop Dogg, Ving Rhames, u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, u.v.a.
Extras: Kommentar, Deleted Scenes, Bloopers,u.v.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1 / 2- / 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Verzieh’ dich, du Baby Boy!"

Nach dem mauen Remake von “Shaft” kehrt Regisseur John Singleton mit “Baby Boy” in seine alte Nachbarschaft zurück. Diesmal bewaffnet mit einer starken Besetzung vom namhaften Ving Rhames bis zum Debütant und Hauptdarsteller Tyrese Gibson in der Rolle des gebeutelten Jody. Der Twen lebt nämlich noch immer bei seiner attraktiven Mutter und teilt sich zwei Frauen, die er beide geschwängert hat. Damit aber nicht genug. Als Jodys Mutter ihren bulligen Lover und Ex-Knacki Melvin (Ving Rhames) mit nach Hause bringt ist der Spaß vorbei. Jody sieht sich in seiner Stellung bedroht und muss sich auch mit der wachsenden Hysterie seiner Girls auseinandersetzen. Als auch bei einem der Mädchen ein Ex-Freund und Knastbruder auftaucht, droht die Situation von allen Seiten zu eskalieren. Singleton versucht sich mit “Baby Boy” an einem weiteren Ghetto-Drama nach seinem Debütfilm “Boyz in the Hood”. Obwohl der Film mit einer interessanten heorie aufwartet und subtile Kritik am infantilen Gewaltmechanismus in den Schwarzen-Ghettos der USA üben möchte, gleitet er wie bei “Hood” viel zu schnell in Steretypen ab. Besonders als Mitteleuropäer hat man es schwer, dem Treiben (sic!) auf dem Bildschirm Glauben zu schenken. Irgendwie macht “Baby Boy” den fatalistischen Eindruck als hätte ein Afroamerikaner “Die Lindenstraße” neu verfilmen wollen - nur eben nicht in Köln sondern in South Central L.A. ! Die Zeiten von Filmen wie “Do the Right Thing” oder auch “Menace II Society” scheinen eben abgelaufen zu sein. Die hiphoppende MTV-Rap Generation hat das filmische Ruder anscheinend fest in der Hand. Da seh’ ich wirklich nur noch Schwarz.

BILD

Baby Boy

Auch bei einem eher unkommerziellen Titel wie “Baby Boy” gibt sich Columbia Tristar keine Blöße. In sattem anamorphen 1.85:1 Widescreen macht der Streifen eine gute Figur. Schärfe und Kontrast können voll überzeugen. Die viel in Sepiatöne getünchten Bilder lassen auch Platz für kleine Konturen wie Schweißperlen am Hintern von Ving Rhames. Auch sonst lassen einen die Farben nicht im Stich und der Schwarzlevel kann ebenfalls voll überzeugen. Die Kompression ist ebenfalls mustergültig und enthüllt keine Schwächen. Bildwechsel sind sauber und die Hintergrunde ohne Bildrauschen ruhig. Die Vorlage ist wie man es von einem aktuellen Film erwarten kann sauber und ohne Dreckspuren oder Kratzer. Ein tolles Bild für einen nicht so tollen Film.

TON

Baby Boy

Die deutsche und englische Tonspur liegen beide im Dolby Digital 5.1 Format vor. Für große Surroundmätzchen lässt der dialoglastige Streifen wenig Platz und macht von Beginn an klar wozu er gebracht wird: Für die Musik. Songs von Snoop Dogg, Three 6 Mafia und Anthony Hamilton dröhnen mit fettem Bass aus allen Boxen. Sonst bleiben die Dialoge brav im Center verankert und sind auch bei voller Musikbeschallung deutlich zu verstehen. Wie bei jedem Ghettofilm ist der Originalton natürlich der deutschen Tonspur dem Vorzug zu geben. Sonst gibt es nichts weiter zu beanstanden.

EXTRAS

Als echte Special Edition bringt “Baby Boy” eine Menge interessanter Extras mit. Das Kernstück bildet der laufende Audiokommentar mit Regisseur John Singleton. Erst mit seinen Informationen wird der Film richtig guckbar. Er plaudert fleißig aus dem Nähkästchen und verrät Details über die Produktion und vor allem über seine eigenen Ghetto-Erfahrungen. Ein absolutes Muss. Das knapp 14-minütige “Making of” bietet mehr als das übliche EPK-Geschwafel. Kurz und knapp kommen hier alle Beteiligten zu Wort. Nett. Weiterhin gibt es 14 geschnittene Szenen, die im einzelnen betrachtet interessant sind und noch ein wenig mehr über die Charaktere verraten. Ultimativ hätten sie den Film nur weiter in die Länge gezogen ohne den Plot voranzutragen. Ein Blooper-Reel zeigt einige alternative Takes von Sprüchen Jodys und einige netter Verhaspler. Ein richtiger Brüller ist aber ein knapp 7 minütiger Clip einer fiktiven Talkshow, die es leider nicht in den fertigen Film geschafft hat. Dort diskutieren die Powerbabes “Kikki & Boo” über gewichtige Frauenprobleme. Ein Volltreffer, den sich niemand entgehen lassen sollte. Weiterhin gibt es noch einen relativ unspektakulären Storyboard zum Film Vergleich, Trailer, Filmographien und Musikvideos zu den Titeln “Just a Baby Boy” und “Baby Mama”. Für einen kleinen Film insgesamt eine fette Packung.

FAZIT

Auch wenn der Film selbst nicht ganz überzeugen kann, ist die Präsentation gelungen und mit reichlich guten Extras gezuckert. Gangsta-Fans werden vielleicht eher enttäuscht sein, aber die Ausleihgebühr in der Videothek ist die Scheibe allemal wert.



Kay Pinno


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