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Didi, der Doppelgänger (HD)   (BLU-RAY)

Didi, der Doppelgänger (HD)
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Original: Didi, der Doppelgänger   (BRD, 1984)
Laufzeit: 99 Minuten (1080p)
Studio: Turbine Medien
Regie: Reinhard Schwabenitzky
Darsteller: Dieter Hallervorden, Tilo Prückner, Ruth-Maria Kubitschek, Gert Burkard u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch DD2.0 Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch (bei engl. Version nicht ausblendbar)
Extras: Video-Kommentar, Special Effects, Soundtrack u.m.
Preis: ca. 18 €
Wertung: 3+/ 2 / 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Ich brauche mehr Detaaaaiiils!"

Dieter Hallervorden gehört sicherlich zu den ganz großen deutschen Humor-Pionieren. Mit seiner Kunstfigur Didi wurde er in den 70-ern fast so etwas wie ein deutscher Buster Keaton. Perfekt getimte Slapstick-Einlagen und ein Gesichtsausdruck, der schon ganz allein für Lacher sorgte, brachten besonders seine TV-Serie “Nonstop Nonsens” zum Erfolg. Doch mehr und mehr interessierte sich Hallervorden gegen Ende der 70-er auch für das Kino. Nach “Ach du lieber Harry” kam es zu der folgenschweren Bekanntschaft mit Produzent Wolf Bauer. Der gemeinsame TV-Film “Alles im Eimer” wurde von allen Seiten für so gut befunden, dass er 1981/82 vorab im Kino gestartet wurde und sich zu einem Überraschungserfolg entwickelte. Es brachen goldene Zeiten für den aus Dessau stammenden Berliner Komiker an. Von 1983 bis 1985 wurden die Didi-Filme “Der Schnüffler”, “Didi der Doppelgänger” und “Didi und die Rache der Enterbten” zu großen Kassenmagneten, die sich selbst gegen die harte US-Konkurrenz durchsetzten. “Der Doppelgänger” und “Die Rache der Enterbten” bestachen vor allem mit dem Gimmick, dass Hallervorden in mehrere Rollen (und Masken!) gleichzeitig schlüpfte. Dass ausgerechnet “Didi, der Doppelgänger” eine bis heute wachsende Fangemeinde hat, ist aber nicht nur einem kindlichen Nostalgiefaktor zuzuschreiben. Der Film besitzt einfach einen zeitlosen Charme (abgesehen von den Referenzen an den damaligen Reagan-Besuch in Berlin) und ein Thema, das sicherlich niemals an Aktualität verliert: Der alte Kampf zwischen Proletariat und Ausbeuter-Bourgeosie wird hier zu einer intelligenten Farce im Zeitalter großer Industrie-Konglomerate! Kneipenwirt Bruno Koob (Dieter Hallervorden) steht das Wasser bis zum Hals. Seiner Schänke bleiben die Gäste aus, weil in seinem Viertel alles abgerissen wird. Auch sein Haus soll demnächst dran glauben müssen. Doch Bruno gibt nicht auf und bleibt in seiner Bude wohnen: “Einer muss es denen doch zeigen!” ist sein Motto. Auf einem nächtlichen Bummel durch Kreuzberg kommt es jedoch zu einer folgenschweren Verwechslung. Bruno wird fälschlicherweise für den Industrie-Millionär Hans Immer (ebenfalls Hallervorden) gehalten. Als der Schwindel auffliegt steckt Bruno auch noch finanziell völlig in der Krise. Als vermeintlicher Retter in der Not steht ausgerechnet der geprellte Immer vor seiner Tür und schlägt Bruno einen Deal vor. Der Kneipenwirt soll den Großindustriellen für ein paar Tage in der Firma vertreten - als Belohnung will Immer sich um Koobs Finanzprobleme kümmern. Bruno weiß jedoch nicht, dass Immer von Entführern bedroht wird, für die er als Ablenkung den Kopf hinhalten soll. Die Figuren Koob und Immer werden von Hallervorden so glaubwürdig verkörpert, dass der Zuschauer tatsächlich den Eindruck haben könnte, es mit zwei unterschiedlichen Schauspielern zu tun zu haben. Mit einem weitestgehenden Verzicht auf Didis übliche Slapsticknummern, spielt sich “Der Doppelgänger” auch durch seine intelligenten Wortspiele in die oberste Komödienliga. “Ich brauche mehr Detaaaaiiils” oder “Schreiben sie’s auf, ich beschäftige mich später damit” sind immer noch kultige Sprüche, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Auch die typische 80-er Jahre Synthie-Musik von Harold Faltermeyer kann immer noch begeistern. Der große Schwachpunkt dieses Didi-Abenteuers bleibt sicherlich die Entführerbande angeführt von Tilo Prückner. Diesen tölpelhaften Wochenend-Ganoven traut man nicht einmal zu, unbeschadet bei Grün die Straße zu überqueren. Dadurch wirkt der gesamte Krimi-Subplot sehr aufgesetzt und unspannend, obwohl er die eigentliche Doppelgänger-Idee erst in Gang setzt. Trotzdem bleibt “Didi der Doppelgänger” ein deutscher Komödienklassiker, an dem niemand ernsthaft vorbeikommt.

BILD

Didi, der Doppelgänger (HD)

Der neue HD-Transfer durfte Freunde des Films gleichzeitig schockieren und erfreuen. Einerseits zeigt sich der Film hier endlich in seinem kompletten Kinoformat von (1.85:1), aber andererseits hat die Vorlage auch die besten Zeiten einfach schon hinter sich. Wie viele Filme aus den 80-er Jahren ist das verwendete Filmmaterial nicht das Beste gewesen. Besonders die ersten Filmminuten sind so von einem harschen Rauschen betroffen. Schärfe und Kontrast liegen deshalb eher im unteren Mittelfeld. Dennoch verleiht diese Körnigkeit dem Werk eine wirkliches Film-Feeling. Die Farben sind solide, aber kommen auch nicht über ein normales Niveau hinaus. Der Schwarzlevel geht in Ordnung, aber zeigt auch aufgrund des Ausgangsmaterial ein paar Schwächen. Die Kompression selbst bleibt sauber. Wer bei diesem Transfer Wunder erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein. Dennoch ist der "Doppelgänger" für sein Alter eine solide Blu-Ray Präsentation geworden.

TON

Didi, der Doppelgänger (HD)

Im Gegensatz zum Bildtransfer kann der neu abgemischte Sound im DTS-HD-MA 5.1 Format alle Register ziehen. Der kultige Soundtrack von Harold Faltermeyer donnert mit ordentlich Tiefbass richtig los. Aber auch die restliche Soundkulisse wurde ordentlich aufgemotzt. Besonders schick: auch die räumliche Platzierung der Dialoge haut hin. Wenn Immer das erste Mal bei Koop aufschlägt und durch dessen Wohnung flaniert, macht sich der Perspektiven-Wechsel auch in den Surroundkanälen bemerkbar. Ansonsten strotzt der Film ja nicht mit vielen Surroundmöglichkeiten, aber verschenkt in dem Track auch keine Chance, das Soundambiente richtig zur Geltung zu bringen. Eine wirklich sehr gelungene Neuabmischung. Bemerkenswert ist auch hier das Vorhandensein der englischen und französischen Tonspur. Während sich die Franzosen noch ein wenig ins Zeug legen ist der englische Track (leider mit festen deutschen Untertiteln versehen) einfach nur absurd unlustig, aber eine grandiose Kuriosität die sicherlich für einige unfreiwillige Lacher sorgt. Ordentlich.

EXTRAS

Für die neue Blu-Ray wurde das Bonusmaterial von "Didi, der Doppelgänger" noch einmal ergänzt und auch neu aufbereitet. Ein paar Extras der DVD mussten aber auch leider weichen. Die Bonusfolge von "Zelleriesalat und Gitterspeise" ist nicht mher vorhanden. Auch der kurze Schnipsel über die alternativen Enden musste weichen.
Dafür wurde der Audiokommentar zu einem Videokommentar aufgemotzt, der neben der Kompletten Sitzung von Hallervorden und Co. (siehe unten) zusätzliches Bildmaterial von Drehorten sowie Setfotos und andere Infos liefert. Ebenfalls neu ist die Episode der Talkshow "Heute Abend" mit Joachim Fuchsberger, bei dem Hallervorden zu Gast ist. Die Sendung ist ein echter Nostalgie-Flash - auch in Sachen klassisches TV-Unterhaltung. So Große wie Blacky Fuchsberger gibt es einfach nicht mehr auf der Mattscheibe - und sie werden schmerzlich vermisst. Aber auch Hallervorden ist in Hochform und erzählt erstaunliche Anekdoten. Ein wirklich großartiges Extra. Online kann man sich zudem über Dynamic-HD auch in einen separaten Bereich einloggen, in dem sich aber noch keine weiteren Extras befinden.

Bereits auf der DVD war auch schon der Audiokommentar vorahnden, für den die Filmemacher noch einmal zusammengeholt wurden. Auch wenn Regisseur Reinhard Schwabenitzky hier fehlt, wird er bei der enthusiastischen Runde mit Dieter Hallervorden, Produzent Wolf Bauer, Autor Hartmann Schmige, sowie Doppelgänger-Superfan und “Bang Boom Bang”-Regisseur Peter Torwarth und Phil Friedrichs von Turbine Medien kaum vermisst. Hallervorden und Bauer, die den Film seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen haben, sind total überrascht, wie gut sich ihr Werk noch gehalten hat. Mit Anekdoten und Hintergrundinfos über Didis Karriere werden hier unzählige Details zur Entstehung der Geschichte und auch der Produktion preis gegeben. Torwarth und Friederichs fungieren quasi als Moderatoren und haben genügend spannende Fragen auf der Pfanne, um das “Doppelgänger”-Trio am Mikrofon auf Trab zu halten. Nicht nur für Didi-Fans ist dieser Track ein absolutes Muss. Das Video “Hinter den Kulissen des Audiokommentars” zeigt die Ankunft Hallervordens und Bauers im Aufnahmestudio und ausgewählte Momente der gesamten Gruppe bei der Aufnahme des Kommentars (ca. 25 Minuten). Die “Sprecher” quasi live per Video mitzuerleben ist nochmals absolut klasse und allein Dieter Hallervordens Begründung für sein verspätetes Eintreffen bei der Session ist ein Knaller.
Regisseur Reinhard Schwabenitzky ist auf der Blu-Ray zusammen mit Elfi "Kranich" Eschke aber wenigstens in einem "Kurzkommentar zu hören. In einem knapp 20-minütigen Zusammenschnitt, der mit Filmmaterial unterlegt ist, plaudern beide über verschiedene Aspekte ihrer Arbeit am "Doppelgänger". Besonders die Bezüge und Parallelen zu Schwabenitzkys Serie "Büro, Büro" sind hier recht erstaunlich.
In “Den gibt’s nur zweimal: die Special Effects” dürfen knapp acht Minuten an “Doppelgänger”-Aufnahmen (leider ohne Ton!) angeschaut werden, in denen Hallervorden gegen sein Stand-In die Szenen spielt. Erklärungen zur eigentlichen Tricktechnik gibt es hier leider nicht. Auf den fünf Seiten gibt es aber nichts wirklich wichtiges zu erfahren. Als besondere Dreingabe gibt es noch den “Wetten das?”-Auftritt von Hallervorden mit dem “Doppelgänger”-Song, eine umfassende Bildergalerie mit Set- und Promofotos sowie einer Didi-Trailershow (einschließlich “Doppelgänger”-Trailer), die hier weitestgehnd sogar in HD präsentiert wird. Die Blu-Ray wird zudem mit dem originalen Faltermeyer-Soundtrack auf CD ausgeliefert. Großartig.

FAZIT

Wer diesen Film nicht kennt, der hat die 80-er verpennt: “Didi der Doppelgänger” ist sicherlich das Kronjuwel von Dieter Hallervordens Kinofilmen. Mit geschliffenem wie hintergründigem Humor und einer perfekt gespielten Doppelrolle weiß der Film trotz kleinerer Mängel auch heute noch zu überzeugen. Die Blu-Ray von Turbine Medien wirkt bildtechnisch leider keine Wunder, aber liefert immerhin einen akzeptablen HD.Transfer. Dafür rocken die aufgemotzte Tonspur und die sensationellen Extras. Da gibt’s nur eins: “Wir schauen Immer in HD!”



Kay Pinno


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