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Prince of Persia - Der Sand der Zeit   (BLU-RAY)

Prince of Persia - Der Sand der Zeit
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Original: Prince of Persia - Sands of Time   (USA, 2010)
Laufzeit: 116 Min. 1080p
Studio: Walt Disney Studios
Regie: Mike Newell
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley, Alfred Molina, u.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: "Sand der Zeit"-Track, geschnittene Szene, Digital Copy
Preis: ca. 23 €
Wertung: 2-/ 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Sand im Bruckheimer-Getriebe"

Nachdem Mega-Produzent Jery Bruckheimer bereits aus einer Themenpark-Attraktion einen Milliarden-Dollar-Franchise geschaffen hat, war es nur eine Frage der Zeit, wann er sich auch endlich mal an eine Videospielverfilmung wagen würde. Mit "Prince of Persia" hat er sich dabei eines ebenfalls bisher vernachlässigtem Genre zugewandt. Das Abenteuer aus 1001 Nacht Setting wurde zuletzt nur besonders spärlich durch das Mumien-Spin Off "Scorpion King" bedient.
Als Erfüllungsgehilfen für seine arabischen Nächte stellte sich Bruckheimner ausgerechnet Mike Newell hinter die Kamera. Als Regisseur des bislang schlechtesten "Harry Potter"-Films (Teil 4, "Feuerkelch") schaut New2ell auf eine recht beschauliche Karriere voller Dutzendware zurück. Einzig seine beiden frühen Hits "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" und "Donnie Brasco" bilden die Ausnahme. So schaut sich auch "Prince of Persia" eher wie uninspiriertes Popcornkino, das selbst Uwe Boll mit dem hier verwendeten Budget hinbekommen hätte.
Erzählerisch lieblos wird einem gleich zu Beginn die Hintergrundgeschichte des Prinzen Dastan (Jake Gyllenhaal hat sich zum Actionheld hochgepumpt) vor den Latz geknallt. Als verwaister Straßenjunge donnerte er einer Palastwache einen geklauten Apfel vor den Latz, um einen noch kleineren Jungen vor drakonischer Prügelstrafe zu bewahren. Das imponierte dem persischen König so sehr, dass er den Knaben vom vom Richtblock weg adoptierte.
Ein kurzes Jahrzehnt später befindet sich Dastan mit seinen zwei älteren (und vor allem echten Prinzen-)Brüdern für den mächtigen Herrn Papa auf dem Kriegspfad. Gegen wen oder warum wird aber nicht verraten. Auf ihrem Plünderungsweg kommen die drei Prinzen auch an einer heiligen Stadt vorbei, die eigentlich verschont werden sollte. Doch das Schicksal will es anders. Die Stadt wird geplündert und die residente Prinzessin(Gemma Arterton) als Beutegut eingesackt. Doch die holde Jungfer hütet mehr als nur ihre Unschuld. Ein magischer Dolch, gefüllt mit seltsamen Sand, kann die Zeit nicht nur anhalten, sondern auch um eine bestimmte Länge zurückspulen. Zu spät bemerkt Dastan, dass er unwissend nur deshalb Teil eines großen Komplotts geworden ist. Die Flucht aus dem Palast ist seine einzige Chance, die Prinzessin und sich selbst zu retten. Doch in der Wüste lauern noch andere Gefahren.
Routiniert lässt Bruckheimer in hochgestylten CGI-Bildern Regisseur Newell Actionsequenzen durchspulen, ohne allerdings einen durchgängigen dramaturgischen Faden zu spannen. Am ehesten funktioniert dabei noch die Erstürmung der verbotenen Stadt, bei der Dastan durch die Hintertür die Federführung übernimmt. Doch auch hier gerät die Action ein wenig zu glatt - eben fast wie bei einer Combo-Aktion im Videospiel. So wirken die Action-Setpieces fast immer steril und trotz Bombast nur wenig atemberaubend. In seiner neuen Actionrolle führt sich Jake Gyllenhaal aber sichtlich wohl und zeigt ordentliche Star-Qualitäten. Fast ebenso schnell wie der Zuschauer erkennt er die Drahtzieher hinter dem Komplott und braucht sich deshalb nicht mit großen Plotwendungen aufzuhalten.
Erstaunlicherweise haben sich ins Drehbuch auch das Motiv vom fälschlichen Waffenbesitz als Invasionsgrund (der Irak, damals wie heute) und die mythischen wie drogenabhängigen Haschaschinen eingeschlichen. Das Actionpotiental dieser Wüsten-Ninjas wird ordentlich gemolken und dürfte für 12-Jährige ordentliches Alptraumpotential darstellen.
Als großer Showstealer muss auch noch Alfred Molina als wüster Wüstenschurke, der illegale Straußenrennen abhält, erwähnt werden. Mit großer Geste und aufdringlichem Charisma spielt er den abgebrühten aber doch eigentlich guten Schurken, der sich - sei es auch für viel Profit - für die gute Sache schlägt.
Trotz eines besonders dreist beliebigen Finales nimmt man "Prince of Persia" dies nicht ganz so krumm, denn moralisch landet das Abenteuerspektakel am Ende sogar auf einem ziemlich angenehmen Fleck. Trotzdem fehlt dem Wüstenabenteuer die wilde Abgedrehtheit und der vollendet in die Details integrierte Spaß von einem "Fluch der Karibik", so dass der Film doch schnell wieder im Treibsand des eigenen Gedächtnisses verschwindet.

BILD

Prince of Persia - Der Sand der Zeit

Der anamorphe HD-Transfer (2.40:1) basiert natürlich auf einer sehr guten Vorlage, die keine Altersspuren oder Defekte erkennen lässt. Dennoch ist die Schärfe teilweise nicht ganz optimal, wobei sich nicht wirklich erkennen lässt, ob dies vom Ursprungsmaterial herrührt. Ansonsten bietet der Transfer besonders in den Nahaufnahmen ein hoch detailliertes Bild, dass die Kostüme und Settings schon zu gut zur Geltung bringt. Dies zeigt sich besonders in der starken Farbwiedergabe, die aufgrund des Farbfiltereinsatzes und der goldgelb angehauchten Farbkorrektur immer wieder für auffällig grelle Nuancierungen sorgt. Dies führt vor allem auch dazu, dass das Make-Up auf den Schauspielern deutlicher hervortritt. Dies wirkt irritierend, wenn die knallharten Burschen mit fettem, roten Lippenstift auftreten. Der Schwarzlevel ist dafür sehr tief und ausreichend detailreich. Die Kompression bleibt ebenfalls fehlerfrei und sorgt für ein stabiles Bild.

TON

Prince of Persia - Der Sand der Zeit

Der DTS-HD 5.1 Sound ist eigentlich sehr ordentlich abgemischt. Die wuchtigen Actionsequenzen, besonders natürlich die Auseinandersetzungen mit den Haschaschinen, bringen die Soundstage ordentlich in Fahrt. Zahlreiche direktionale Effekte erfreuen das Gehör. Leider klingen ausgerechnet die Dialoge im Centerkanal etwas eingequetscht und weniger lebendig als üblich. Besonders der Erzähler zu Beginn des Films macht einen matten Eindruck. Musik und Soundeffekte teilen sich dafür sehr homogen die restliche Soundstage. Störende Überlappungen oder Aussetzer konnten nicht festgestellt werden, wenngleich die Dialoge zwischen den voll aktiven Surroundkanälen ein wenig zu kämpfen haben.

EXTRAS

Die Blu-Ray bringt trotz anderer Infos nur den interaktiven Behind-the-Scenes Track "Sand der Zeit" und eine geschnittene Szene mit. "Eine nie gesehene Welt: Making of Prince of Persia" ist nicht auf der Blu-Ray vorhanden.
Wer sich für die zahlreichen Featurettes des "Sand der Zeit"-Tracks nicht noch einmal den kompletten Film ansehen möchte, der kann während des Abspielens den Menü-Knopf drücken und erhält damit Zugang zur kompleten Featurette-Übersicht, bei der jeweils die einzelnen Themen angewählt werden können. Weit über 80 Minuten an Material sind hier zu finden, dass Interviews und zahlreiche Aufnahmen von den Dreharbeiten zeigt. Eine Gesamt-Übersicht der Featurettes hätte aber auch in das reguläre Menü eingebaut und ein Play-All-Knopf integriert werden müssen.
Warum die geschnittene Szene herausgefallen ist zeigt sich schnell, denn hier wird eine etwas unsympathischere Seite der Helden gezeigt. Neben dem Gold dewr besiegten Königreiche werden dem König auch die in Salz frischgehaltenen Köpfe der besiegten Herrscher als Geschenk dargebracht.
Auf einer zusätzlichen Disk ist eine Digital Copy für PC und portable Geräte vorhanden.

FAZIT

Wieder einmal feiert Jerry Bruckheimer großes Popcornkino ab. Leider ist das Ergebnis von "Prince of Persia" nicht so erfolgreich wie bei Bruckheimers "Piraten"-Trilogie. Nach knapp zwei Stunden solider und großartig ausgestatteter Unterhaltung versandet das Spektakel schnell wieder aus dem Gedächtnis, ohne größeren Schaden angerichtet zu haben. Während die Bildqualität solide ist, darf der Sound der Scheibe, trotz eines kleinen Mankos, richtig glühen. Vor dem Kauf ist sicherlich der Gang in die Videothek zu empfehlen.



Kay Pinno


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