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Recht auf Rache   

Recht auf Rache
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Original: Dossier K   (Belgien, 2009)
Laufzeit: ca. 117 min (PAL)
Studio: Atlas Film HE
Regie: Jan Verheyen
Darsteller: Koen de Bouw, Werner de Smedt, Blerim Destani
Format: 2,35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, DD 5.1 Flämisch / Albanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: ---
Preis: ca. 12 Euro
Wertung: 2+/ 3+/ 6 (Bild/Ton/Extras)


"Recht auf gute Thriller!"

Wann kam aus teutonischen Landen eigentlich zuletzt ein wirklich gelungener Kriminalfilm? Klar, hin und wieder erblickt ein "Tatort" das Licht der Bildröhre, der durchaus zu überzeugen vermag. Oder eine TV-Serie wie "Der letzte Bulle" überrascht die Krimigemeinde. Nicht weil letztgenannte Serie sonderlich originell gewesen wäre. Das war sie nicht. Aber sympathisch und äußerst amüsant. Wer nun Dominik Grafs "Im Angesicht des Verbrechens" anführt, jene Serie, die von vielen Kritikerkollegen als Meilenstein bezeichnet wurde, als deutsche Antwort auf "Der Pate", "Die Sopranos" und das Gesamtwerk von Mafia Scorsese, wird mit eben jenem Meilenstein auf der Stelle vor Helgoland in der Nordsee versenkt.

Sicher, hier und da verstecken sich schon einmal kleine Perlen im Programm, aber vergleicht man das Werk deutscher Kriminalfilm- und Serienregisseur mit Genrewerken aus Frankreich, Schweden oder Großbritannien, wird es finster im deutschen Krimital. Und nun gesellen sich auch noch die Belgier in die Reihe derer, die auf Teutonia hinabblicken.

Gut, ein gelungener Film macht noch keinen Kinosommer, aber "Das Recht auf Rache" ist so gut, dass man als Genrefreund einfach den Hut vor den Belgiern ziehen muss. Oder den Flamen, um ganz genau zu sein.

Jan Verheyen heißt der Regisseur, der dem Autor dieser Zeilen zum ersten Mal bei der Kost eines - Kinderfilmes! - ins Auge fiel. Der trug den Titel "Abseits für Gilles" und erzählt die Geschichte eines fußballverrückten Jungen, der davon träumt eines Tages für die belgische Fußballnationalmannschaft zu spielen. Als sich ein Talentscout zum Training ankündigt, scheint sich sein Traum zu erfüllen. Doch dann stirbt sein Vater. Gilles aber verweigert sich der Realität und in seinen Gedanken bleibt sein Vater als Trainer bei ihm. "Abseits für Gilles" ist ein wirklich toller, fesselnder Film.
Und sowas von "kein Krimi".
Er soll dennoch hier Erwähnung finden, da ein Genrefilm wie "Das Recht auf Rache" beweist, dass Jan Verheyen kein Regisseur ist, der mal zufällig einen ansehnlichen Film inszeniert hat, sondern ein Mann, der sein Handwerk - genreübergreifend - offenbar versteht.

Womit wir bei "Das Recht auf Rache" wären: Mitten in Antwerpen wird ein albanischer Gangster erschossen. Und das auf einem großen Parkplatz am helllichten Tag. Sein Sohn erfährt vom Tod des Vaters in Albanien - woraufhin Sohnemann die Koffer packt. Im Gepäck: Zahnbürste, Unterwäsche zum Wechseln - und ein Präzisionsgewehr, mit dem er sein Recht auf Rache ausübt.
Anfangs wirkt die Geschichte simpel: Es herrscht ein Krieg zwischen albanischen Gangstern, die die Losung Auge um Auge etwas sehr wörtlich nehmen. Der ermittelnde Kommissar Vincke erkennt allerdings schnell, dass die Geschichte etwas komplizierter ist.
„Das Recht auf Rache“ ist de facto eine Fortsetzung des Thrillers „Totgemacht – The Alzheimer Case“, der vor einigen Jahren in Deutschland auf DVD erschien und zu einem Geheimtipp avancierte. Schon damals ermittelte besagter Kommissar Vincke in einem seltsamen Fall: Seinerzeit nahm ein alternder Killer die Unterwelt Antwerpens ins Visier, wobei ihm wenig Zeit für seinen Rachefeldzug blieb, da er an Alzheimer litt und rapide seine Erinnerungen verlor. Schon der Film überraschte mit manch einer irrwitzigen Wendung – und auch „Das Recht auf Rache“ weiß diesbezüglich zu begeistern. "Das Recht auf Rache" ist ein Hochspannungsthriller mit einigen Härten. Inszenatorisch eine Top-Produktion, die sich hinter britischen oder französischen Produktionen nicht verstecken muss.

BILD

Recht auf Rache

Der Transfer kann sich sehen lassen, denn das Bild ist scharf, die Farben wirken natürlich, vor allem die Nachtszenen aber hinterlassen einen ganz hervorragenden Eindruck. Keine Blockbildungen, keine unschönen Fehler, ein klares, sehr gutes Bild. Allerdings ist "Das Recht auf Rache" ein Thriller und nicht "Matrix 28", sodass nun auch keine so großen Ansprüche an den Transfer gestellt worden wären. Aber eine gute Arbeit bleibt eine gute Arbeit. Unabhängig vom Genre.

TON

Recht auf Rache

Der Ton ist sehr klar, die Synchro fällt etwas statisch aus, man merkt, dass hier ein belgischer Film zur Synchro gelangte und keine Mega-Hollywood-Produktion. Aber das stört nicht, denn die Abmischung ist klar.
Ein Schwachpunkt in der Synchronisation: Während in der Originalfassung die albanischen Gangster tatsächlich Albanisch sprechen, sprechen sie in der deutschen Fassung perfektes Bühnendeutsch.

EXTRAS

Ja, ähem... Das ist jetzt eine Überraschung. Da gibt es nämlich nix. Auch kriminell.

FAZIT

Ein geradliniger, stark gespielter, clever konzipierter Thriller aus flämischen Landen, der unbedingt den DVD-Player eines jeden Genrefreundes gehört.



Christian Lukas


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