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Salt   

Salt
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Original: Salt   (USA, 2010)
Laufzeit: 96 min (99 Dir Cut)
Studio: Sony Pictures HE
Regie: Philip Noyce
Darsteller: Angelina Jolie, Liev Schreiber, August Diehl
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch, Türkisch, Hindi
Untertitel: u.a. Deutsch, Englisch, Türkisch, Niederländisch
Extras: Radiointerview mit dem Regisseur, die verschiedenen Looks der Evelyn Salt, etc.
Preis: ca. 13 Euro
Wertung: 1-/ 1-/ 1 (Bild/Ton/Extras)


"Schneide dir deine Fassung..."

CIA-Agentin Evelyn Salt hat ein Problem. Ein übergelaufender KGB-Agent behauptet, eine CIA-Agentin sei in Wahrheit eine Schläferin des sowjetischen Geheimdienstes und warte nur darauf, den Kalten Krieg wieder aufleben zu lassen, der vor zwanzig Jahren einfach damit endete, dass sich die Sowjetunion auflöste. Diese Schläferin wird den russischen Präsidenten ermorden, der im Rahmen einer Trauerfeier für den verstorbenen amerikanischen Vizepräsidenten in den USA weilt. Und der Name der Verräterin in Reihen der CIA lautet? Na? Genau: Evelyn Salt.

Gehirn aus, Action an. "Salt" ist eine jener seltenen Actionfilmperlen, die den größten Nonsens so klar, so plausibel, so fesselnd erzählen, dass man nur selten die Handlung hinterfragt.
Es ist - wie es ist. Wer nörgelt soll sich halt einen deutschen Betroffenheitsfilm angucken. Angelina Jolie ist als gehetzte Heldin Gold wert, Liev Schreiber ist als Chef, der zwischen Loyalität gegenüber seiner Agentin und der Jagd auf sie hin und her gerissen wird, einmal mehr eine Goldbesetzung und - August Diehl setzt mit seiner zurückhaltenden Darstellung von Evelyn Salts Ehemann so etwas wie einen Ruhepunkt in der von einem Spielort zum nächsten hechelnden Handlung. Der Berliner August Diehl als Film-Ehemann von Angelina Jolie?
Es funktioniert, weil Diehl eben alles ist, was nicht zu einem Hollywoodactionfilm passt. Er ist introvertiert, sehr zurückhaltend in seinem Spiel - und wahrschheinlich der erste Deutsche, der in einem großen Actionkracher keinen Finsterling, Terroristen oder Weltenzerstörer darstellt, sondern eine durch und durch normale Figur. Damit stellt er einen Gegenpol zur Hauptdarstellerin dar - und dies alles ist für eine Szene von einer solchen Relevanz, dass... Nein, es wird niemand gespoilert, aber es ist eine Szene, die den Zuschauer am Herzen packt...

Dass der Film nicht perfekt ist, nun ja, davon zeugen die nicht weniger als drei Fassungen auf DVD. Welche von denen jene ist, die man unbedingt schauen sollte - welche beiden nicht: Siehe dazu die Extras!

BILD

Salt

Gestochen scharfes Bild, perfekte Farben, wenn Hollywood sich mal einen ordentlichen Actionfilm gönnt, sollte er eigentlich genau so aussehen wie "Salt". In Sachen Farbbrillanz könnte er etwas mehr Differenzierung vor allem in seinen Blau- und Rottönen vertragen, wer aber etwas zu meckern sucht, wird auch fündig. Wer einfach einen guten Transfer sehen möchte: Hier ist einer.

TON

Salt

Was fürs Bild gilt, gilt auch für den Ton. Was soll man da mehr schreiben? Sehr schön sind die Stadtszenen abgemischt. Wenn Evelyn Salt mitten durch den Berufsverkehr flüchten muss, kommt eine sehr schöne Großstadtatmosphäre auf. Der Ton wirkt echt und authentisch, ohne dass dabei die Soundeffekte untergehen würden. Die Mischung aus echten und generierten Tönen ist vorbildlich gelungen - und im Tontransfer auf DVD wunderbar.

EXTRAS

Kommen wir zu den drei Fassungen.

Die Kinoversion. Diese Fassung ist sehr gut. Sie macht allerdings einen Fehler. In einem Film wie "Salt" geht es nicht um Realität, es geht um Plausibilität, darum, dass die Geschichte in ihrem eigenen Phantasiekosmos schlüssig wirkt. Und da scheitert der Film an einer Szene, in deren Mittelpunkt - vorsichtig, ein Minispoiler - der Präsident der Vereinigten Staaten steht. Wer den Film in dieser Fassung schaut, wird auch ohne weitere Erläuterungen verstehen, was gemeint ist. Fazit: Ein ansehnlicher Actionfilm mit einem gewichtigen Fehler.

Der DirCut: Die Unterschiede sind eigentlich minimal. Bis auf diesen einen entscheidenden Moment, der mit - vorsichtig Spoiler - dem US-Präsidenten zu tun hat. Hah! War das nicht die Schwäche der Kinofassung? Genau. Was sagt uns das? Dass Autor Kurt Wimmer und Regisseur Philip Noyce einen perfekten Actionfilm für den Feierabend abliefern wollten, aber irgend welche Bedenkenträger vom Filmstudio offenbar nicht wollten, dass sie dies auch taten, weshalb eine Szene umgeschrieben werden musste, die dann den ganzen Film, nun ja, einen Teil seiner Kraft nahm. Im Kino zumindest.
Doch hier ist die Fassung - wie sie sein sollte. Auf den Punkt perfekt für den DVD-Abend, an dem das Gehirn mal etwas ausruhen kann.

Der Extended Cut: Eine etwas längere Fassung, die aber weder Fisch noch Fleisch ist, da sie nicht wirklich zu einem Ende findet. Sie ist in dem Sinne interessant, da sie in einem Punkt gewaltig von der Handlung der beiden anderen Fassungen abweicht und daher auf ein ganz anderes alternatives Ende zusteuern kann. Das ist nicht uninteressant, wirkt aber letztlich überladen und passt nicht zur rasanten Actionstory.

FAZIT

Gehirn aus, Augen auf. Der Director's Cut von "Salt" gehört zu jenen seltenen Perlen des Actionfilmgenres, die beweisen, dass ein guter Film nicht unbedingt ein literaturnobelpreiswürdiges Drehbuch benötigt, um richtig Spaß zu machen. Ein toller Feierabendfilm.



Christian Lukas


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