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Frozen - Eiskalter Abgrund   (BLU-RAY)

Frozen - Eiskalter Abgrund
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Original: Frozen   (USA, 2010)
Laufzeit: 94 Min. (1080p)
Studio: Universum
Regie: Adam Green
Darsteller: Emma Bell, Shawn Ashmore, Kevin Zegers, Ed Ackerman, Rileah Vanderbilt, Kane Hodder u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, geschn. Szenen, Trailer
Preis: ca. 16 €
Wertung: 2+/ 2-/ 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Der weiße Schrei"

Um es gleich vorweg zu nehmen: Konzeptfilme wie "Open Water" sind eigentlich echter Mist. Dieser quälend ätzende Survial-Horror, in dem ein Yuppie-Pärchen bei einem Tauchausflug vergessen wird und allein auf hoher See nichts besseres zu tun hat, als sich gegenseitig anzukeifen und (unfreiwillig) ihre Abgründe zu offenbaren, so dass man sich ganz schnell wünscht, dass diese schrecklichen Menschen gefälligst noch schneller absaufen würden, ist schlimm und erinnert an ein Zeitungszitat aus "Die nackte Kanone": In Kühlschrank eingeschlossener Junge isst eigenen Fuß! Ein tragischer Vorfall ja, aber nichts, das man sich über die volle Distanz anschauen würde.
Einzig die Nacht-Sequenz aus "Open Water", in der die beiden Taucher in fast absoluter Finsternis den wilden Elementen der Natur ausgesetzt sind, ist erschreckend wie nichts Zweites. Wenn der Mensch hilflos den Naturgewalten ausgeliefert wird, dann werden Urängste freigesetzt.
Ähnlich wie "Open Water" scheitert "Hatchet"-Regisseur Adam Green an dem menschlichen Drama in seinem eiskalten Survival-Drama "Frozen". Aber immerhin hat er halbwegs liebenswürdige Figuren aufzubieten, die sich ihren innersten Todesängsten auf einem Skilift stellen müssen. Dan (Kevin Zegers) und Joe (Shawn Ashmore) sind seit Kindertagen die allerbesten Freunde. Doch die Freundschaft der College-Jungs steht unter Beschuss, denn Dans neue Freundin Parker (Emma Bell) nimmt ihren Kerl ganz in Beschlag, während Joe immer öfter ohne seinen Kumpel auskommen muss. Der traditionelle Schneetrip der beiden Freunde soll wieder zu einer großen Spaßveranstaltung werden. Doch auch hier hat sich Parker eingeklinkt und reduziert Joe erneut zum dritten Rad am Tandem. Als das Trio bei der letzten Abfahrt des Tages auch noch auf dem Skilift in luftiger Höhe vergessen wird, beginnt die Situation zu eskalieren. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn die Zuspitzung der irrsinnigen Situation sollte man möglichst unvorbereitet erfahren.
"Frozen" funktioniert, wie die meisten Survival-Horrorfilme, kaum mehr als einmal. Dies ist kein Negativ-Kriterium, aber eine Tatsache. Adam Green schafft es allerdings, ein erstaunliches Maximum aus der festgefrorenen Situation seiner Figuren herauszuholen. Dabei wird der gut eingeführte Konflikt des Trios aber leider zu wenig bedient. Zudem geht Green mit der Figur von Parker an einer Stelle einfach über Bord (Stichwort Katzen-Gejammer). Dafür gibt er Shawn Ashmore ein paar großartige Momente, die den emotionalen Kern des Films wieder ins rechte Licht rücken.
"Frozen" punktet richtig in seiner großartigen Inszenierung des vermeintlich unattraktiven Skilift-Settings: die oftmals an schwebenden Dollys hängende Kamera fängt die heikle Situation der Ski-Urlauber in beeindruckenden Scope-Bildern ein. Hier zahlt sich die Arbeit an einem realen Set absolut aus. Sowohl die Höhe als auch die isolierte, wie gleichzeitig exponierte Position der hilflosen Liftbenutzer wird eindrucksvoll schön und erschreckend zugleich bebildert.
Leider wird die eigentliche Hauptgefahr für die Gefangenen aber ein wenig überstrapaziert, so dass dieser an sich schon sehr überraschende Umstand deutlich an dem Schrecken aber auch an der Glaubwürdigkeit des Films nagt. Hier hätte der Plot besonders zum Finale hin geschickter variiert werden müssen.
Trotzdem dürfte "Frozen" besonders bei eingefleischten Skihasen für bibbernde Momente sorgen, die das spontane Stoppen des Skilifts in Zukunft zu einem neuen Gesundheitsrisiko werden lassen könnte.

BILD

Frozen - Eiskalter Abgrund

Der anamorphe Widescreen-Transfer (2.35:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die die großartigen Scope-Bilder in suaberster Form präsentiert. Knackscharf und mit sehr gutem Kontrast wird der Trip in die eisige Höhe des Skilift zu einem erschütternd detailreichen Erlebnis. Dies führt allerdings in den Nahaufnahmen dazu, dass man doch deutlicher erkennt, dass es sich bei den Erfrierungserscheinungen doch mehr um Make-Up-Effekte handelt. Die Farben sind ebenfalls kräftig aber noch ausreichend natürlich. Der Schwarzlevel ist sehr tief und hervorragend ausgewogen. So geraten die Nachtsequenzen auf dem Skilift besonders stimmungsvoll. Die Kompression bleibt fehlerfrei.

TON

Frozen - Eiskalter Abgrund

Der DTS-HD-Sound setzt voll auf Atmosphäre und lässt die weiße Hölle in den Surroundkanälen sehr lebendig werden. Der kalte Wind und das Schneetreiben scheint gut austachiert auf allen Kanälen präsent zu sein. Dazu gesellt sich angenehm zurückhaltend der enorm gute Score von Andy Garfield, der dem Film seine eiskalte Atmosphäre verleiht. Die Dialoge kommen sauber und immer gut verständlich aus der Frontstage. Störende Überlappungen oder Aussetzer gibt es keine. Ein sauberer Track, der im Gegensatz zum Skilift-Personal seinen Dienst ordentlich versieht.

EXTRAS

Die Scheibe von Universum enthält ein einstündiges "Making of", das sehr amüsant aber leider auch sehr durcheinander die Geschehnisse und Leiden der Produktion bei Minusgraden auf dem ausgesuchten Berg-Set bebildert. Trotz eindrucksvoller Bilder von der schwierigen Produktionssituation, erfährt man von Autor und Regisseur Adam Green sehr wenig über die Entstehung der Geschichte und Charaktere des Films. Hier hätte man ein bisschen mehr bei den Filmemachern nachbohren müssen. Auch Stunt-Koordinator Kane Hodder ist verbal kaum vertreten. Schade.
Die geschnittenen Szenen fehlen dem Film nicht, wenngleich es hier eine sehr viel rabiatere Version eines Schicksals zu sehen gibt, die der unangenehmen Atmosphäre des Films eher abträglich gewesen wäre.
Der deutsche und der originale Trailer des Films sind auch noch vorhanden.

FAZIT

Nach dem Splatter in "Hatchet" und dem Psychohorror "Spiral" begibt sich Adam Green erneut auf anderes Gruselterritorium: "Frozen" dreht sich um den Survival-Katastrophenfilm im Stil von "Open Water". Ski-Lifte werden für Kenner der Materie nie wieder die gleichen sein. Auch wenn Greens Film seine Spannung nicht ganz durchhält, zeichnet sich der Newcomer erneut als versierter Filmemacher mit einer Schwäche für Geek-Mechanismen aus. Die Blu-Ray von Universum serviert dazu eiskalt brillante Technik und solide Extras. Hier kann man mal 'dran hängen bleiben.



Kay Pinno


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