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Megapiranha   

Megapiranha
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Original: MegaPiranha   (USA, 2010)
Laufzeit: ca. 92 Min (PAL)
Studio: Great Movies (dtp Entertainment)
Regie: Eric Forsberg
Darsteller: Tifanny, Paul Logan, Barry Williams
Format: 1.78 : 1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, DD 2.0 Englisch
Untertitel: ---
Extras: ---
Preis: ca. 10 Euro
Wertung: 4-/ 4-/ 5 (Bild/Ton/Extras)


"Wenn der Piranha verwackelt..."

Der amerikanische Botschafter in Venezuela wird von großen Piranhas gefressen. Ebenso wie eine Reihe hübscher Silikonschönheiten. Trotz der Fettstoffe im Körper des stark übergewichtigen Botschafters und dem ganzen Plastikzeug in den Mädels wachsen und gedeihen die Fische weiter. Die sind nämlich ihrerseits mutiert. Ehrlich. Eigentlich wollte eine Wissenschaftlerin nichts Böses. Sie wollte nur, dass Fische schneller wachsen. Dann kann man sie schneller für den heimischen Tisch zubereiten, die Portionen werden größer und die Gewässer nicht überfischt. Nur hat ihre Arbeit leider eine Nebenwirkung, die so nicht kalkuliert war: Die Fische wachsen – nur hören die Mistviecher damit einfach nicht auf. Warum die Wissenschaftlerin darüber hinaus Piranhas manipuliert hat und nicht, sagen wir mal Rotdorsche, die nur selten amerikanische Botschafter auffressen, ach Mensch, das war wirklich eine blöde Idee.
Natürlich glauben die US-Behörden zunächst nicht, dass Fische Botschafter, Silikonschönheiten – und sogar ganze Boote fressen. Das machen Fische nicht. Nein, man ist ja in Venezuela, der dortige Präsident ist eh ein Schurke, also wird erst einmal ein Navy Seal (oder etwas in der Preisklasse, so ganz genau erfahren wir es nicht) namens Fitch nach Venezuela geschickt. Als Fitch jedoch einen Fisch fängt, der verdammt scharfe Zähne hat, da weiß er: Es waren verdammt große Piranhas am Werk. Die gilt es aufzuhalten. Wäre da nicht ein venezolanischer Offizier, der das nicht will. Nicht, weil er Vegetarier wäre. Er will es einfach nicht, weil... Weil... Weil er es eben nicht will. Will heutzutage eigentlich jeder Filmgucker so etwas wie eine in sich schlüssige Geschichte? Wo bleibt die Phantasie?
Da Venezuela zwar ein schönes Land sein soll, aber es den amerikanischen Zuschauer jetzt nicht so brennend interessiert, ob da ein paar Einheimische versehentlich als Fischköder enden, gelangen die Fische in einer Geschwindigkeit, die wirklich als erstaunlich betrachtet werden kann (die Viecher sind wirklich sehr, sehr schnell) an die Küste Floridas, wo sie echt Chaos veranstalten. Aber auch für gute TV-Einschaltquoten sorgen, als sie bei einer Liveübertragung eine Reporterin schnappen.
Die Piranhas sind inzwischen nämlich so groß wie Hubschrauber. Und sie fressen sogar U-Boote. Die Viecher sind wirklich fies und gemein. Oder?

Es ist schon putzig, was die Produktionsstätte The Asylum an Filmen auf den Markt bringt. Es sind jene Filme, bei deren Drehbüchern selbst B-Film-Produzentenlegende Roger Corman vermutlich vorsichtig fragen würde: „Das ist jetzt aber schon etwas gewagt, oder etwa nicht?“
Aber The Asylum kennt keine Gnade. Ob die Geschichte auch nur einen Funken Plausibilität in sich trägt oder der Postmann dreimal klingelt: Egal. Hauptsache, der Film lässt sich verkaufen. Und Fans haben diese Filme ja tatsächlich. Wobei anzunehmen ist, dass die Fans sie weniger ihrer narrativen Experimentierfreude wegen goutieren, sondern eher, weil sie auf eine Art und Weise schlecht sind, dass sie schon wieder ein ganz eigenes Level von Qualität erreichen. Die Effekte mögen mies sein, die Schauspieler stehen vollkommen neben der Spur, eigentlich gibt es keinen einzigen Grund, „Megapiranha“ zu schauen. Nur ist dieser Film wie ein fürchterlicher Unfall. Man kann vor Entsetzen gar nicht hinschauen – und den Blick dennoch nicht abwenden.

BILD

Megapiranha

Der Transfer ist mies. Wobei man gar nicht sagen kann, ob es am Transfer oder am Original liegt, Der Transfer ist mies. Wobei man gar nicht sagen kann, ob es am Transfer oder am Original liegt, dass das Bild die Qualität einer auf DVD transferierten VHS-Kassette aufweist. Möglicherweise wurde das Bild bewusst so mies gehalten, damit bei den Actionszenen diese schön verwischen können – um unter den Verwischungen die miesen Effekte zu verstecken. Und die Effekte mögen hier und da zwar originell sein (der Angriff eines Piranhas auf einen Hubschrauber, der ist schon so gewagt, dass man den Hut vor diesem Einfall ziehen muss), aber sie sind eben auf einem Niveau, dass sich selbst eine C-Filmproduktionsschmiede für sie schämen sollte. Das muss man leider so krass sagen, da es andere Filme aus dem Hause „The Asylum“ gibt, zum Beispiel ihre 2010-er „Sherlock Holmes“-Adaption, die durchaus einige nette Effekte vorweisen können (und sogar ganz ansehnliche Darsteller, aber das gehört hier nicht hin). Dass die Farben matt wirken, dazu Unschärfen auftauchen und die Bildqualität zwischen Innenszenen und Außenszenen schwankt wie Weiland in den 70-ern bei BBC-Produktionen (da wurden Außenaufnahmen auf 16-mm-Material gedreht, Innenaufnahmen aber auf Videomaterial), sei nur am Rande erwähnt.

TON

Megapiranha

Der Ton ist grausig. Das gilt fürs Original (die Effektgeräusche wurden offenbar direkt am Drehort eingespielt), das gilt für die deutsche Synchro. Dass deutsche Synchros von Filmen wie „Megapiranha“ nicht viel kosten dürfen, weil die Verleiher knapp kalkulieren müssen, das ist okay. Aber in diesem Fall... Gäbe es wenigstens so etwas wie Atmosphäre. Aber jedem Dialog hört man die Studiokulisse an. Auch den Szenen, die im Dschungel spielen. Dass die Lippen nicht immer synchron zum Ton kommen....

EXTRAS

Extras gibt es keine. Dabei wurde der Film in Belize gedreht, es hätte also sicher ein nettes Making of vor schöner Kulisse entstehen können. Wobei die Frage gestellt werden darf, in welchem Hobbykeller die Innenaufnahmen entstanden sind? Dass das Labor der Wissenschaftlerin beispielsweise aussieht wie das Labor einer Vorstadt-High-School und ihre Assistenten sämtliche Rechnungen stets mit Papier und Bleistift anstellen, anstatt mal einen Taschenrechner zu benutzen... Na ja. So ist das eben.

FAZIT

„Megapiranha“ mag als Party-Brüller funktionieren. Aber im Gegensatz zu anderen Filmen aus dem Hause The Asylum, die durchaus ein handwerkliches und schauspielerisches Geschick erkennen lassen, ist dies hier leider nur C-Filmware. Wenn überhaupt.



Christian Lukas


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