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Staatsfeinde   

Staatsfeinde
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Original: Une affaire d'état   (Frankreich, 2008)
Laufzeit: ca. 96 Min. (PAL)
Studio: Atlas Film HE
Regie: Eric Valette
Darsteller: André Dussollier, Thierry Frémont, Rachida Brakni
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: ---
Preis: ca. 13 Euro
Wertung: 2-/ 3+/5 (Bild/Ton/Extras)


"Ihr glücklichen Franzosen!"

Die Franzosen sind zu beneiden. Während deutsche Politthriller ein so gut wie non-existentes Genre darstellen, lassen es unsere Nachbarn gerne krachen und üben sich dabei, ganz nebenbei, in dunkelster Gesellschaftskritik. „Staatsfeinde“ macht da keine Ausnahme. Politiker koksen, gehen zu jungen Damen, die sich nicht allein von der Aura der Macht anziehen lassen, und überhaupt, die politische Kaste Frankreichs ist versaut bis auf die Knochen. Ein Saustall.

Auch Victor Bornand (brillant: André Dussollier) ist alles andere als eine Lichtfigur. Nach Außen gibt er den guten Bankier, der mit Mikrokrediten die Wirtschaft Afrikas unterstützt, in Wahrheit ist er Frankreichs Mann fürs Grobe, der, der sich die Hände schmutzig macht. Wie gerade jetzt: Französische Soldaten geraten in die Hände von kongolesischen Rebellen. Offiziell verhandelt Frankreich mit Terroristen nicht, inoffiziell ist es Victors Job, den Rebellen zu geben, was sie wollen: Waffen. Doch der erste Deal läuft schief, da eine mit den Entführern verfeindete Truppe das Flugzeug mit den Waffen abschießt. Und dann stirbt ein Kommissar, da Victors Haus- und Hofkiller einen Auftrag versaut. Eine Steilvorlage für den Chef des Geheimdienstes, der mit dem unabhängig operierenden Bornard noch ein Hühnchen zu rupfen hat.

André Dussolier rockt. Er spielt seine Rolle mit einer Ehrhaftigkeit, dass man fast vergisst, dass er ein bis in die Fingerspitzen verkommener Drecksack ist, der nicht nur einen Killer losschickt, um Dokumente zu stehlen, die, sollten sie in die Hände der Presse geraten, ein kleines Feuerwerk entfachen könnten. Nein, er lügt, betrügt, dealt mit Rebellen - und ist dabei im Vergleich zu seinen Widersachern dennoch fast ein netter Kerl.

Große Actionszenen braucht die Geschichte nicht. Es wird allerdings auch nicht nur geredet. Es ist die Mischung, die es macht. Ein paar Verschwörungen hier, etwas Action dort. Und das alles vor dem Hintergrund einer Politik, die selbst die Mörder und Schläger im Vergleich mit ihr noch fast sympathisch erscheinen lassen.

Ihr Franzosen habt es gut. Ihr habt Filme wie "Staatsfeinde". Wir haben Filme wie... Nein, reden wir nicht drüber, denn Vergleichbares haben wir einfach nicht.

BILD

Staatsfeinde

Der Transfer ist gediegen. Um dem Film einen düsteren Grundton zu verpassen, haben die Männer und Damen der Abteilungen Kamera und Ausstattungen den Farbton "blau" als dominante Farbe gewählt. Dies tut dem Film nicht immer gut, denn in vielen Szenen wirkt das Bild dadurch etwas matt, wodurch sich ein paar Unschärfen ins Bild schleichen. Ansonsten gibt es nichts auszusetzen.

TON

Staatsfeinde

Die deutsche Synchronisation wirkt insgesamt etwas zu matt. Die Stimmen sind zwar hervorragend ausgepegelt, aber allein die Actionszenen hätten doch etwas mehr Wumms vertragen können. Die Surroundanlage darf sich deshalb etwas ausruhen, um den zentralen Dialogen deutlich Platz zu lassen.



EXTRAS

Da gibt es leider nix außer Trailer.

FAZIT

"Staatsfeinde" beweist einmal mehr eine Klasse des französischen Mainstreamkinos, die anderen nationalen Kinos leider vollkommen abgeht. Die Zeiten, in denen französische Filme bei mainstreamaffinen Zuschauern zu Schüttelfrost und Ausschlag führten, sind Vergangenheit. Heute gibt es höchstens freudige Hitzewallungen.



Christian Lukas


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