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Ein ausgekochtes Schlitzohr   (BLU-RAY)

Ein ausgekochtes Schlitzohr
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Original: Smokey and the Bandit   (USA, 1976)
Laufzeit: 96 Min. (1080p)
Studio: Universal
Regie: Hal Needham
Darsteller: Burt Reynolds, Jackie Gleason, Sally Field, Jerry Reed, Mike Henry u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD 5.1 Englisch DD2.0 Deutsch, Englisch, Fr, It, Pl, Rus
Untertitel: D, GB, F, I, E, DK, FIN, NL, N, S, P, GR, TRK, PL, KOR, THAI, MAN, J
Extras: Trailer
Preis: ca. 13 €
Wertung: 3+/ 3+/ 5 (Bild/Ton/Extras)


"Gib Gummi... Knüppel!"

In den 70-er Jahren war einfache Kinounterhaltung irgendwie unbeschwert.. durchgeknallt, aber unbeschwert. Wie sonst kann man es sich erklären, dass "Ein ausgekochtes Schlitzohr" mit einem maximalen Minimum an Story, Charakterentwicklung oder auch Gags zu einem riesigen Hit wurde und den bekannten Stuntman Hal Needham in die Top-Position der Actionregisseure katapultierte. Dabei sind nicht einmal die Auto-Stunts von besonderer Finesse. Das "Schlitzohr" liefert aber etwas, das besonders in Amerika immer wieder den Nerv des Publikums trifft, aber auch international funktioniert: eine Gruppe extrem sympathischer Looser, mit denen man einfach gerne auch mal selbst abhängen würde. Da wäre zum einen Tausendsassa Bandit (Burt Reynolds), der mit Crash- und Stuntshows so über die Runden kommt und als Ladykiller wie Irrsinnsfahrer einen Robin-Hood-artigen Ruf genießt. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich gerne auf lukrative, krumme Touren einlässt. Eine ebensolche bieten ihm die popanzigen Gebrüder Enos (herrlich schräg besetzt mit dem mächtigen Pat McCormick und dem schmächtigen Paul Williams) an. Bandit soll in nur wenigen Stunden in Texas eine Fuhre Bier abholen und zurück nach Atlanta schmuggeln. Zusammen mit seinem Kumpel Cledus alias "Snowman" (Country-Größe und Reynolds-Sidekick Jerry Reed) will Bandit den Deal durchziehen. Unterwegs kommen den beiden dabei nicht nur großkotzige Gesetzeshüter und Bikerbanden in die Quere: Bandit sammelt am Straßenrand die quirlige Carrie (Sally Field) ein. Die flüchtet vor der Hochzeit mit dem tumben Sohn des eher konservativen Südstaaten-Sheriffs Buford T. Justice (einmalig Jackie Gleason), der diesen Affront persönlich nimmt und den "Entführer" Bandit bis ins Grab verfolgen will.
"Ein ausgekochtes Schlitzohr" lebt einzig und allein von seinen sympathisch agierenden Stars und Show-Stealer Jackie Gleason als resolutem Gesetzeshüter-Stereotyp, der noch oft kopiert werden sollte. Die Schussfahrt von Texas zurück nach Atlanta entpuppt sich dabei weitaus undramatischer als man zunächst annehmen möchte. Das Action-Highlight ist ein für damalige Zeiten gewagter Sprung über eine zerstörte Brücke mit dem zweiten Hauptdarsteller des Films: in einem Pontiac Trans-Am brettet Bandit als Ablenkung für die Polizei vor dem rasenden Bier-Truck her. In seinem Unterhaltungsminimalismus funktioniert "Ein ausgekochtes Schlitzohr" erstaunlicherweise immer noch großartig, wenngleich Humor und Action doch deutlich Staub angesetzt haben. Hier darf aber nicht vergessen werden, dass der Film erstmals die klassischen Road-Racer Konventionen aufstellte, die Regisseur Hal Needham später auch oft selbst noch neu auflegen sollte. Das "Schlitzohr" bleibt so ein nostalgischer Trip in unbeschwerte Bleifußzeiten, die sicherlich heute niemand mehr so inszenieren könnte und würde.

BILD

Ein ausgekochtes Schlitzohr

Der anamorphe Transfer (1.85:1) basiert auf einer guten Vorlage, die allerdings eine gute Portion an Filmkorn mit sich bringt. Hochglänz-Ästhetik ist aber bei einem Film dieses Alters und Kalibers auch nicht zu erwarten. Gerade der kinoartige Vintage-Look macht das Filmerlebnis hier aus. Entsprechend sind Schärfe und Kontrast nicht immer auf der Höhe und schwanken entsprechend. Dies fällt allerdings nicht zu dramatisch aus, so dass sich immer noch eine homogene Ansicht einstellt. Die Farben sind kräftig und recht natürlich. Der orignale Look des Films wird gut wiedergegeben. DerSchwarzlevelist ebenfalls solide, aber kann aufgrund des Ausgangsmaterial nicht ganz überzeugen. Hier und da werden dunkle Partien insgesamt mal ein bisschen milchiger und dünner. Die Kompression bleibt aber stabil und verhindert zusätzliches Hintergrundrauschen.

TON

Ein ausgekochtes Schlitzohr

Dass der aufgeräumte deutsche Monoton (in DTS-HD2.0) keine Bäume ausreißt, dürfte klar sein. Dennoch wurde der Track ordentlich entrauscht und die Dialoge gut gefiltert. Die Sprecher sind durchweg gut verständlich und Störungen oder Aussetzer treten nicht auf. Auch die Soundkulisse klingt nicht zu flach. Vom diesel-klunkerndem Truck bis zum Röhren des Trans-Am kommt das Straßenfeeling gut herüber. Allerdings liefert hier der aufgtebohrte englische Track (DTS-HD 5.1) natürlich deutlich mehr Power und eine saubere Soundkulisse. Diese neu abgemischte Variante zeigt, dass auch aufgebohrte Tracks nicht künstlich klingen müssen.

EXTRAS

Außer einem Trailer ist hier nichts zu finden.

FAZIT

Nostalgie-Flash Central: "Ein ausgekochtes Schlitzohr" zeigt, wie wenig Zutaten gelungen einfache Kinounterhaltung braucht. Dieses Road Movie lieferte die schmale Piste für zahlreiche Epigonen benzingeschwangerter On-The-Run Filme. Die Scheibe von Universal liefert dazu einen ordentlichen HD-Transfer und aufgeräumten Ton. Nur bei den Extras wurde die Handbremse gezogen.



Kay Pinno


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