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Hatchet II   (BLU-RAY)

Hatchet II
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Original: Hatchet II   (USA, 2010)
Laufzeit: ca. 85 Min. (1080p)
Studio: Sunfilm
Regie: Adam Green
Darsteller: Tony Todd, Kane Hodder, Danielle Harris, Parry Shen u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 7.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, Making of, Featurette
Preis: ca. 16 €
Wertung: 2 / 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Mehr Ärger im Sumpf"

Es beginnt exakt, wo "Hatchet" vor fünf Jahren endete. Marybeth (diesmal von Scream-Queen Danielle Harris gespielt) ringt als letzte Überlebende der tödlichen Sumpf-Gruseltour mit dem wahnsinnigen Victor Crowley (Kane Hodder). Mit letzter Kraft sucht sie ihr Heil in der Flucht und landet in den Nachwehen des vorabendlichen Mardi Gras. Zeit für eine Beschwerde beim Tour-Veranstalter: der zwielichtige Reverend Zombie (Tony Todd) weiß gleich, was die Stunde geschlagen hat, und bläst zum Großalarm bei den lokalen Mitbewerbern. Victor Crowley soll ein für alle mal unschädlich gemacht werden, damit alle ein dickeres Stück vom Sumpf-Business haben können. Gemeinsam mit Marybeth, die nur noch auf Rache für den Tod ihrer Familie aus ist, zieht Reverend Zombies Trupp bis an die Zähne bewaffnet in Crowleys Jagdgebiet. Doch der grimmige Sumpfbewohner erwartet den unwillkommenen Besuch bereits mit offenen Armen und scharfen Äxten.
Für Adam Green geht der Party-Spaß mit "Hatchet II" erst richtig los. Aber Achtung, wer bereits mit dem Original nichts anfangen konnte, wird hier ebenfalls nur konsterniert die Stirn kraus ziehen. Mehr noch als der erste Teil ist die Fortsetzung eine Huldigung des dreckigen Slasher-Splatters der 80-er Jahre. Dazu setzt der Film ganz im Stil der guten Sequels aus dieser Dekade auf eine gesteigerte Düsternis. Weitestgehend vorbei ist’s mit dem College-Humor des Originals. Gespickt mit einigen Genre-Cameos gibt es per Videokamera immerhin ein amüsantes Wiedersehen mit ein paar Opfern des ersten Teils. Dazu darf Tony Todd, befördert zum Hauptdarsteller neben der immer soliden Danielle Harris, als orakelnder Reverend Zombie richtig stimmungsvoll aufspielen und der Zuschauer noch mehr über Victor Crowleys tragische Vergangenheit erfahren. Hier ist Kane Hodder auch wieder länger ohne Maske als Vater Crowley zu bestaunen. Mit emotional großem Einsatz ringt er der Geschichte einige Facetten ab, die man so nicht erwarten durfte. Adam Green variiert zudem gekonnt einen großen Klassiker: wie in "Aliens" machen sich die Sumpfkämpfer schwer bewaffnet auf, um das ihnen bekannte Monster mit möglichst großer Lässigkeit zur Strecke zu bringen. Doch auch im ruralen Teil von New Orleans wird der Gegner drastisch unterschätzt. Crowleys Waffenarsenal wird deshalb noch einmal mörderisch erweitert: Wer auf phallische Symbolik in Slasherfilmen achtet, bekommt hier die sicherlich gigantischste Kettensäge der Filmgeschichte zu sehen. Dass sich "Hatchet II" bei allem absichtlichen Unfug immer noch genügend ernst nimmt, um nicht in postmodernem "Scream"-Theoremen über das Genre zu versinken, darf man der grundehrlichen Liebe von Adam Green zum Horrorfilm der alten Schule anrechnen. "Hatchet II" ist ohne wenn und aber das originale 80-er Jahre Slasher-Fastfood mit der nötigen Extraportion blutigem Ketchup und Käse!
Leider musste der Verleih Sunfilm für die 18-er Freigabe bei der FSK deutlich die Schere ansetzen. Insgesamt drei Minuten mussten weichen und lassen den Film leider stark verstümmelt zurück (Schnittbericht siehe hier). Durch diesen Eingriff wird "Hatchet II" leider seiner Intention beraubt, als übertriebener Fun-Slasherfilm zu unterhalten. Vergleichbar wäre dies mit einem "Star Wars"-Film, in dem sämtliche Raumschlachten entfernt würden. Leider zeigt sich diese Tendenz der Zensur unter dem Deckmantel des Jugendschutz wieder deutlich häufiger und schadet damit nicht nur den Filmen und Filmemachern, sondern auch (und besonders) den kleineren Verleihern, die diese Filme trotzdem mutig in Deutschland herausbringen, da der Markt hier ja sowieso bereits viel kleiner ist.

BILD

Hatchet II

Der anamorphe Widescreen-Transfer (1.85:1) leistet gute Arbeit: Die Vorlage ist entsprechend fehlerfrei und ohne analoge Beeinträchtigungen. Schärfe und Kontrast sind gut bis sehr gut, wenngleich der Film durch seine digitale Herkunft in einigen Szenen mit etwas Bildrauschen zu kämpfen hat. Der gesamte Look des Films wirkt etwas rauher, was sich auch in der etwas reduzierten Farbpalette zeigt. Diese wird avber sehr gut und Kontrastreich dargestellt. Der Schwarzlevel ist zudem sehr tief und gut detailreich, so dass die zahlreichen dunklen Aufnahmen ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Kompression bleibt ansonsten unsichtbar.

TON

Hatchet II

Der Ton darf im DTS-HD-MA 7.1 Format entzücken und kümmert sich ausgezeichnet um die wirklich gelungene Soundkulisse im Sumpf von Victor Crowley. Das atmosphärische Hintergrund-Ambiente kommt hier voll zur Geltung und liefert auch mit einigen direktionalen Effekten den richtigen Grusel. Crowleys Auftritte sind entsprechend voluminös und aggressiv gestaltet, so dass es auch im Bassbereich ordentlich rumpelt, wenn die Kettensäge angeworfen wird. Dennoch leidet der deutsche Track wieder einmal unter einer (eher schwachen) Synchronisation, die leider zu deutlich in den Vordergrund gemischt worden ist. Ansonsten gibt es aber keine weiteren Kritikpunkte.

EXTRAS

Nicht nur den Film, sondern auch die Extras von "Hatchet II" haben unter der Zensur zu leiden. Der laufende Audiokommentar mit Adam Green ist zwar komplett vorhanden, aber läuft aufgrund der Schnitte bald asynchron zum Film und weit über den Abspann ins Schwarzbild. Inhaltlich macht der Track ansonsten eine gute Figur und liefert reichlich Hintergrundinformationen und Anekdoten zum Dreh, der tatsächlich mit einigen Unwägbarkeiten wie Schweinegrippe und erstaunlichen Unfällen zu kämpfen hatte. Ein solider und unterhaltsamer Kommentar.
Das eigentliche "Making of" wurde ebenfalls stark zensiert und musste einige Behind-the-Scenes Aufnahmen entbehren, die sich auf die geschnittene Szenen des Films bezogen (Schnittbericht hier). So fielen der Schere hier sage und schreibe 7 Minuten zum Opfer - mehr als im eigentlichen Film!
Eine separate Featurette, die sich nur mit den blutigen Spezialeffekten beschäftigt, wurde auf der deutschen Scheibe erst gar nicht veröffentlicht. Inhaltlich ist sowohl das "Making of" als auch die zusätzliche "Behind-The Scenes"-Featurette von "First Look" (ca. 8 Min.) stark PR-lastig. Es wird viel gelobhudelt und sich auch mal fleißig selbst auf die Schulter geklopft. Dennoch ist es besonders nett zu sehen, wie viel Spaß alle Beteiligten trotz widriger Umstände am Set hatten.
Zusätzlich sind noch ein Trailer und die TV-Spots zum Film zu finden.

FAZIT

Mit "Hatchtet II" legt Adam Green seinem ironischen Vorgänger eine doch deutlich düsterer geratene "Aliens"-Fortsetzung hin. Leider verstand die FSK hier keinen Spaß und rasierte den Film ganz ordentlich für die FSK 18 Freigabe. Diesmal wurde selbst bei der Dokumentation kein Halt gemacht und auch diese, um einige Szenen erleichtert. Dies ist schade, da die Blu-ray technisch gut geraten ist.



Kay Pinno


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