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22 Bullets   (BLU-RAY)

22 Bullets
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Original: L'Immortal   (Frankreich, 2010)
Laufzeit: ca. 117 Min (1080p)
Studio: Sony Pictures
Regie: Richard Berry
Darsteller: Jean Reno, Kad Merad, Richard Berry, Marina Fois u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch, Fr
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Interview Jean Reno, Trailer
Preis: ca. 16 €
Wertung: 1-/ 2-/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Todes-Domino"

Wenn im Gangster-Milieu die Köpfe rollen, dann gibt es kein zurück mehr. Das weiß auch der ehemalige Unterweltboss von Marseille, Charly Mattei (Jean Reno). Seine erste Lektion, die er in dem "Geschäft" lernen musste, war, dass einmal vergossenen Blut nie wieder abgewaschen werden kann. Dass sein Plan, sich mit seiner Familie zur Ruhe zu setzen gleich von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist, hat er dennoch nicht realisiert. Erst als er durchsiebt von 22 Kugeln in einem Parkhaus vor sich hinblutet schwant ihm, dass seine Vergangenheit ihn wieder eingeholt hat.
Wie durch ein Wunder überlebt er das Attentat und schwört natürlich bittere Rache. Doch wer hat es auf ihn abgesehen?
Glücklicherweise veranstaltet Regisseur und Schauspieler Richard Berry (ebenfalls in einer größeren Rolle als Matteis Anwalt und Vertrauter zu sehen!) kein großes Rätselraten um die Täterschaft. Hier geht es eben nicht um ein klassisches Whodunnit, sondern um die Abrechnung zweier Freund und Gangster-Philosophien. Doch mit dem ersten Blutvergießen beginnt ein Todes-Domino, das weder die Polizei noch die beteiligten Gangster aufhalten können. Regisseur Berry feiert hier großes 70-er Jahre Gangsterkino in der Neuzeit ab. Leider fehlt ihm trotz insgesamt zwei Stunden Lauflänge einfach die Zeit, um die epischen Zusammenhänge für die Figuren richtig auszuarbeiten. Der Zuschauer sieht Mattei z.B. nie wirklich in seiner Hochzeit als ebenfalls wohl recht gewissenloser Gangsterboss, der seinen Feinden angeblich auch schon mal die Haut abzieht. Ebenfalls unklar bleibt auch, wie er vorher schon sein hoch geschätztes Familienleben mit seinem "Job" vereinbaren konnte. Höchst interessant wird auch ein Plot um eine Polizistin auf persönlichem Rachefeldzug eingeflochten, der aber ebenfalls nur oberflächlich abgehandelt wird. Dafür gibt es einen höchst interessanten wie uncharmanten Einblick in den französischen Polizeiapparat. Genüsslich werden dafür die bösen Gangster abgefeiert, die dem Zuschauer großartig als miese Subjekte präsentiert, die man einfach liebt zu hassen.
Dass der Film einem zum Schluss auch noch eine nicht ganz so überraschende Wendung präsentiert, die für die Geschichte eigentlich obsolet ist und im Nachhinein auch nicht viel Sinn ergibt, muss man wohl als Zugeständnis an einen roten Hering im Plot hinnehmen. Einen Innovationspreis wird "22 Bullets" sicher nicht abräumen, dafür gibt's aber eine solide Gangsterballade mit einer recht facettenreichen Charakterisierung.

BILD

22 Bullets

Der anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) sieht hervorragend aus: die Vorlage ist fehlerfrei und zeigt keine analogen Rückstände. Das Bild ist durchgängig brillant wie scharf und zeigt in allen Aufnahmen ein Maximum an Details. Die Farben sind sehr kräftig aber nicht überbetont. Der Kontrast bleibt ebenfalls recht ausgewogen. Der Schwarzlevel ist tief und sehr detailreich. Die Kompression bleibt unsichtbar. Der Transfer holt hier das maximal Mögliche aus der Vorlage heraus. Sehr gut.

TON

22 Bullets

Der DTS-HD-MA 5.1 Track liefert eine gute Soundkulisse, die ohne viel Schnörkel auf das Wesentliche im Schallraum acht gibt. Die deutschen Dialoge sind gut in die gesamte Soundkulisse integriert, ohne dabeiu markant hervorzustechen. Die Musik wird ebenfalls prominent über die Soundstage verteilt. Die Schusswechsel sind sehr dynamisch gestaltet, aber letztlich fehlt es hier etwas an Bas-Unterstützung und gezielterer Plazierung in der Soundstage. Störende Überlappungen oder Aussetzer konnten nicht festgestellt werden. Gut.

EXTRAS

Die Extras beschränken sich auf ein solides "Making of" (ca. 25 Min.), das deutlich mehr bietet als die sonst übliche EPK. hier gibt es einige schöne Behind-the Scenes Aufnahmen zu sehen und einen Regisseur, der zu seinem Stoff auch etwas zu sagen hat. Dazu gibt es noch ein 19-minütiges Interview mit Star Jean Reno, das dem "Making of" aber wenig hinzuzufügen hat.
Ansonsten gibt es noch die Trailer zum Film zu bestaunen.

FAZIT

Als klassische Retro-Gangsterballade samt fatalem Rache-Thema, betrogenen Freundschaften, Gangster-Ehre-Konflikt und fadenscheinigen Polizisten bietet "22 Bullets" alles für das Genre Benötigte auf. Ein Innovationspreis ist da aber nicht drin. Qualitativ gibt es an der Blu-ray von Sony nichts zu bemängeln.



Kay Pinno


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