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Conan, der Barbar HD (US - CODEFREE)   (BLU-RAY)

Conan, der Barbar HD (US - CODEFREE)
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Original: Conan, the Barbarian   (USA, 1982)
Laufzeit: 129 Minuten (1080p)
Studio: Universal
Regie: John Milius
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Sandahl Bergman, James Earl Jones, Mako, Gerry Lopez u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Englisch
Untertitel: Englisch
Extras: Kommentar, Making of, Deleted Scenes u.m.
Preis: ca. 16 €
Wertung: 2 / 3-/ 1 (Bild/Ton/Extras)


"Das Geheimnis des Stahls!"

Das Jahr ist 1982. In der erfolgreichen TV-Sendung "Auf Los geht’s los" präsentiert ein noch unbekannter östereichischer Bodybuilding-Mime im deutschen Fernsehen seinen neuen Film, der ihn zum großen Hollywood-Star machen soll. Die Rede ist natürlich von Arnold Schwarzenegger und “Conan, der Barbar”. Die ersten Bilder dieses fantastischen Epos, der gleich ein eigenes Barbaren-Genre mit vielen Nachahmern kreieren sollte, bekam ich dort zu sehen und war zunächst überwältigt. Erst Jahre später sollte ich den kompletten Film in seiner gekürzten Inkarnation auf VHS erleben. Und das war eine herbe Enttäuschung (nicht nur wegen des schrecklichen Vollbilds der Kassette). Irgendwie gab es zu wenig Monster und phantastische Elemente, die mich fesseln konnten. Es war schlichtweg langweilig und blöd. Mit der Zeit wuchs aber das Verständnis für das Material, denn “Conan” war eben nicht der trashige Fantasy-Blödsinn im Stile von “Der Zauberbogen” (eine echt unterschätzte Trash-Perle), den ich zu dieser Zeit massenweise konsumierte. “Conan” ist eine Fantasy-Mär für Erwachsene, die eine Welt beschreibt, wie sie auf dem eurasischen Kontinent vor tausenden Jahren tatsächlich hätte aussehen können. Basierend auf den Romanen und Kurzgeschichten von Autor Robert E. Howard und nach einem Drehbuch von Oliver Stone schuf Regisseur John Milius eine krude eigene Form der Nibelungen-Saga: die unglaubliche Geburt eines archaischen Helden, der in diesem Fall von Rache getrieben zu einem gewaltigen Krieger und König heranwächst. Weiterhin geht es um Schicksal, Bestimmung, Macht, Stahl und das Blut, mit dem man die vorangegangenen Dinge bezahlen muss. Es geht sogar um echte Liebe (die sogar über den Tod hinausgeht!) zwischen Menschen, denen solch ein Glück - allein aufgrund ihrer kriegerischen Profession - verwehrt blieb. Mit der perfekten Besetzung von Schwarzenegger (der Conan fast als autobiographische Rolle empfindet), dem meisterlichen Soundtrack von Basil Poledorius und einem unglaublich guten Produktions-Design schuf John Milius sicherlich sein persönliches Meisterwerk. Auch die Besetzung von James Earl Jones als Conans finsteres Hassobjekt und Halbgott Thulsa Doom ist ein Geniestreich. Obwohl er nur zwei echte Dialoge im Film hat, hämmern sich seine Worte wie Conans Schwertstreiche ins Hirn des Zuschauers - mit den gleichen schweren Folgen. Besonders die großartige Umsetzung der martialischen Kämpfe und die seltsamen Gebräuche der Bewohner von Conans Welt lassen ein dichtes eigenständiges Universum entstehen. Ohne zu sehr im Fahrwasser des Exploitationkinos zu segeln, zeigt Milius kompromisslos blutige Schlachten, wilde Orgien, Kannibalismus, Okkultismus und sogar Sodomie. Dies passiert aber so unnaufdringlich und teilweise (deutlich) im Hintergrund, weil diese Elemente ohne großes filmisches Getue oder auffällige Close-Ups in den Film integriert wurden. Diese Dinge sind einfach ein Teil dieser archaischen Welt und Milius stellt sich einfach daneben und filmt die Szenerien oft in fast dokumentarischen Wideshots und ohne große Schnitte mit. Dadurch wirkt “Conan, der Barbar” weitaus realistischer, weil Milius dem Zuschauer die Chance gibt, die vielen Details im Bild selbst zu erfassen, ohne ihn nachhaltig zu manipulieren. Den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit muss sich “Conan” ebenfalls nicht gefallen lassen. Sicherlich wird die vorzeitliche Welt von Conan durch Männer dominiert (so war das damals eben meine Damen!), aber die Kriegerin Valeria (ebenfalls großartig mit Tänzerin Sandahl Bergman besetzt) ist nunmal der wunderbare Archetyp einer starken wie klugen Frau, die sogar Conan locker überlegen ist.
Universal hat in die USA für die Blu-ray allerdings nicht die auf DVD erschienene “Extended Version” des Films auf die Scheibe gepresst. Es handelt sich hier zwar um die ungeschnittene Fassung mit dem von John Milius favorisierten richtigen Finale mit der Prinzessin am Berg der Macht. Es fehlt aber die für die DVD zusätzlich eingefügte Szene, in der Conan mit Subotai vor dem finalen Kampf mit den Riders of Doom ein persönliches Gespräch über sein Schicksal führt! Einen genauen Versionsbericht zu “Conan” könnt ihr hier finden.

BILD

Conan, der Barbar HD (US - CODEFREE)

Der neu gemasterte HD-Transfer von "Conan, der Barbar" sieht einfach großartig aus. Die Vorlage ist in sehr gutem Zustand und zeigt ein fehlerfreies Bild ohne Zeichen von offensichtlichen Altersspuren. Das Filmkorn ist ebenfalls in regulärem Umfang vorhanden und erhält wunderbar den filmtypischen Look. Schärfe und Kontrast sind sehr gut, aber variieren aufgrund des Ausgangsmaterial in einigen Szenen. Die Farben sind kräftig und wurden behutsam korrigiert, ohne einen künstlichen Eindruck zu hinterlassen. Der Schwarzlevel ist sehr tief und lässt aufgrund des alten Filmmaterials an einigen Stellen auch etwas Detail verschwinden. So bleiben die Schmiedeszenen zu Beginn des Films recht dunkel und auch einige Höhlenszenen fallen im Schwarzbereich etwas zu dunkel aus. Dies wirkt sich aber nie störend aus, sondern vermittelt nur insgesamt einen dunkleren Eindruck. Die Kompression bleibt unsichtbar und hält das Bild stabil. Das "Conan, der Barbar" tatsächlich noch so gut aussehen könnte, hätte wohl niemand in den kühnsten Träumen erwartet. Ein wirklich großartiger Transfer, der behutsam restauriert wurde, so dass der richtige Filmlook ebenfalls erhalten bleibt. Grandios.

TON

Conan, der Barbar HD (US - CODEFREE)

Für die Blu-ray von "Conan" würde ein neuer DTS-HD-MA 5.1 Soundtrack abgemischt, der Licht und Schatten einer solchen Vorgehensweise in sich vereint. Ärgerlich für Puristen ist das Fehlen des originalen Stereotracks. Der Soundtrack wurde komplett neu abgemischt und hört sich generell erstaunlich gut an. Die Soundeffekte wurden gut separiert und vorichtig in der gesamten Soundstage verteilt. Der Gesamteindruck kann als gelungen gelten. Die Dialoge wurden gesäubert und sind sehr gut verständlich sowie mit einer guten Dynamik ausgestattet. Selbst der nuschelnde Max von Sydow als König Osric ist hier gut zu verstehen. Auch die Soundeffekte wurden gut bearbeitet und nicht zu aufdringlich in der Soundstage verteilt. Auch bei der mächtigen Musik von Basil Poledorius hat man sich alle Mühe gegeben, aus dem vorhandenen Material eine dynamische Klangqualität zu bekommen. Dies ist auch gelungen, allerdings ist die Musik zu Beginn des Films an ein paar Stellen zu leise abgemischt worden. Dies zeigt sich schmerzlich bei der "Wheel of Pain"-Sequenz in der Schwarzenegger seinen berühmten Entrance hat. Dafür gibt es Abzüge in der B-Note.
UPDATE: Inzwischen hat sich noch herausgestellt, dass einzelne Teile der brillanten Musik von Basil Poledorius den prominenten Choreinsatz vermissen lassen. Dies ist am deutlichsten beim Auftaktangriff der Riders of Doom auf Conans Dorf und in der finalen Schlacht "Battle of the Mounds" zu hören. Universal wurde bereits ob der Problematik verständigt. Bisher gibt es aber noch keine offizielle Reaktion.

EXTRAS

Für die neue Blu-ray wurde das Extramaterial der existierenden Special Edition übernommen und geringfügig ergänzt. Folgende Extras sind neu auf der Scheibe zu finden:
Die Featurette "Art of Steel: Sword Makers and Masters" wirft einen Blick auf die Entstehung der Schwerter für Conan, die sogar noch heute von einer Schmiede nach den originalen Abdrücken hergestellt werden. Zusätzlich wird auch noch Kiyoshi Yamaziki, der asiatische Schwertmeister und damalige Martial Arts Trainer von Schwarzenegger, in seinem japanischem Domizil besucht, um über Conan und die Kunst des Schwertkampfs zu plaudern.
"Conan: From the Vault" enthält in nur kurzen elf Minuten originale Interviews am Set von "Conan" von 1981 mit Arnold Schwarzenegger, James Earl Jones und John Milius. Conan-Fans dürfte hier das Herz aufgehen, da man hier nicht nur originale Eindrücke der Beteiligten von damals gewinnt, sondern auch die Arbeiten am Set von Thulsa Dooms Berg der Macht sieht. Großartig.
Die "Conan Archives" sind eine selbstablaufende Bildergalerie, die wunderbare Konzeptzeichnungen und Produktionsfotos im Detail zeigen.

Von den originalen Extras wäre da der Audiokommentar mit Regisseur John Milius und Arnold Schwarzenegger. Dies ist ein absoluter Instant-Klassiker. Beide sind sehr stolz auf den Film und ebenfalls überrascht wie gut er sich nach all der Zeit gehalten hat. Zusammen erinnern sie sich an Probleme, Verletzungen und die Erlebnisse vor Ort in Spanien. Beide haben den Film schon lange nicht mehr gesehen, aber Milius kann sich detailliert an viele Kleinigkeiten erinnern und gibt auch interessante Hintergrundinfos zum Conan-Universum preis. Da werden auch geschickt Kleinigkeiten im Film hervorgehoben, die leicht zu übersehen sind (Bester Gag: Conan und die Wölfe. Den Witz in der Montage dürfte kaum jemand wirklich realisiert haben!) Absolut Testosteron geladen plauschen Filmemacher und Schauspieler über den großartigen Look des Films einschließlich seiner weiblichen Protagonisten. Ein Track, der wirklich Pflichtprogramm ist. Nicht weniger spannend ist die 52-minütige Dokumentation “Conan Unchained”. Hier gibt es wirklich alles zu sehen und zu hören, was es zu “Conan, der Barbar” zu wissen gibt. Hier befinden sich auch die Outtakes wo Arnold tatsächlich von den Hunden am Set angefallen wird, weil er nicht schnell genug den Felsen hochklettern konnte. Alle Beteiligten (einschließlich Oliver Stone und Dino de Laurentiis!) sprechen ehrlich aber ebenfalls sehr ehrfürchtig über den Film. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen. Eine echte Offenbarung.
Die "Deleted Scenes" beinhalten den geschnittenen Gastauftritt von Regisseur John Milius. Er verkauft Conan und Subotai die Delikatesse “Echse am Stiel”. Eine weitere Szene zeigt den Tod von König Osric (Max von Sydow). Er wird von seinen Wachen an Thulsa Doom verraten und kaltblütig gemeuchelt. Auch hier darf man sich noch einmal den fiesen Outtake mit Arnold und den Hunden ansehen. Zum Schluss gibt es noch eine Spezialeffekt-Montage der Geistersequenz am Strand zu sehen. Die originalen Kinotrailer dürfen natürlich auch nicht fehlen.

FAZIT

Hau da yeng! Wir haben wieder gesiegt! Was ist für einen Mann das Schönste im Leben? Zu kaufen gute Blu-ray, sie zu schauen und zu hören, und sich zu erfreuen an den genialen Extras. So oder ähnlich hätte Conan sicher auch über diese wundervolle Blu-ray von "Conan, der Barbar" gesprochen. Hier gibt es wirklich nichts zu mäkeln. Dieser erwachsene Fantasy-Klassiker gehört in jede Sammlung. Ein Pflichtkauf, denn sonst wird Crom euch ewig zürnen.



Kay Pinno


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