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2012 Armageddon   

2012 Armageddon
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Original: The Apokalypse   (USA, 2007)
Laufzeit: ca. 90 min
Studio: dtp entertainment
Regie: Justin Jones
Darsteller: Rhett Giles, Jill Stapley, Kristen Quintrall
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: ---
Extras: ---
Preis: ca. 8 Euro
Wertung: 3-/ 3 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Christliche Apokalypse aus der C-Film-Schmiede"

Die C-Filmschmiede The Asylum, die uns mit Filmen wie „100.000.000 BC“, „Mega Shark“ oder „Titanic 2“ beglückt hat, betreibt neben dem Haupt- noch ein Zweitlabel: Faith Films. Unter diesem Label produziert das rührige C-Filmstudio christliche Katastrophenfilme.
Was man erst einmal sacken lassen muss.
Christliche Katastrophenfilme?
David Michael Latt, Chef des Studios, erklärt dies mit dem großen Markt, den christliche TV-Sender in den USA besetzen. Auch diese Sender haben Interesse an Unterhaltung, gerne auch der apokalyptischen Art. Doch das Publikum ist, wie Latt in einem Interview mit der deutschen Zeitschrift „Space View“ sagte, nicht einfach: „Ich muss (dazu) erklären, dass Faith Films eine ganz eigenständige Produktionsfirma ist und nicht einfach nur ein Ableger von The Asylum. Das ist sehr wichtig, um das Prinzip zu verstehen. Es gibt einen christlichen Unterhaltungsmarkt, und der will auch bedient werden. Aber dieser Markt hat strenge Regeln. Ich kann nicht einfach einen Asylum-Film produzieren und dann das Etikett Faith Films draufkleben. Das Ziel-Publikum reagiert da in den USA sehr streng, es will keine Filme aus dem Haus, das Filme mit Titeln wie '18 Year Old Virgin' produziert. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass die Gründer von The Asylum auch Faith Film ins Leben gerufen haben, aber wir achten sehr genau darauf, dass Faith Film ein eigenständiges Unternehmen, mit einem eigenständigen Mitarbeiterstab bleibt. Das Publikum dieser Filme ist streng. Als ich das Umfeld, für das wir arbeiten, erkundet habe, hörte ich zum Beispiel, dass dieses Publikum einen Schauspieler, ich nenne keinen Namen, nicht mochte, obwohl er seit Jahren ein sehr christliches Leben führt. Ich wunderte mich, dachte, gerade er müsse doch beliebt sein - aber erfuhr dann, man mag ihn nicht, weil er in jüngeren Jahren in seinen Filmen oft geflucht hat. Seither werden seine Filme de facto boykottiert. Es ist ein sehr sensibler Markt, das mag in Deutschland etwas anders als in den USA aussehen, aber wir nehmen auf die Wünsche unserer Zuschauer sehr viel Rücksicht.“
Na ja, auch C-Filmproduzenten wollen Geld verdienen und da die Asylum-Jungs an sich nette Kerle sind, echte Filmfreaks, sollen sie eben auch Filme wie diesen drehen. Nur: Seltsam ist dieser Film schon...

Um was geht es? Nun ja, die Welt geht unter. Das sagt ja schon der Titel. Nur irgendwie ist es anders als gedacht, weil Menschen verschwinden – bevor der große Komet einschlägt. Ein Ehepaar begibt sich in Kalifornien auf die Suche nach ihrer Tochter und finden auf diesem Weg zu Gott.
Was soll man mehr sagen. Das war es eigentlich auch schon an Handlung. Was auffällt: Für einen Katastrophenfilm wird ziemlich viel geredet, aber überhaupt nicht geflucht. Zumindest nicht in derber Sprache. Die Protagonisten sehen dem Ende vielmehr würdig entgegen. Was der Zuschauer auch tun sollte. Schließlich fühlt sich der Film wahnsinnig lang an. So drei Stunden. Bei etwa 90 Minuten tatsächlicher Laufzeit.

BILD

2012 Armageddon

Das Bild ist eher schlicht. Die Effektszenen sehen ganz nett aus, die Farben jedoch knallen teilweise derart, dass man das Gefühl hat, den Film auf einem App-versuchten Apfeltablett zu schauen. Die „normalen“ Szenen wirken hingegen blässlich in ihrer Farbwiedergabe: Etwas mehr Farbe hier, etwas weniger dort – hätten der DVD gut getan. Insgesamt eine eher mäßige Bildqualität (wie bei amerikanischen TV-Filmen der etwas günstigeren Art...).

TON

2012 Armageddon

Der Ton ist schwach. In der deutschen Synchro wirken die Stimmen zwar ganz ordentlich ausgepegelt, aber die Soundeffekte geben kaum mehr als laue Tönchen aus den Boxen ab. Bevor man nun jeden einzelnen Ton analysiert: Der Film heißt „2012 Armageddon“, der Ton aber gibt nicht mehr her als der einer durchschnittlichen Episoden von „Das Traumschiff“. In der Originalfassung bleibt darüber hinaus der gesprochene Ton sehr leise und muss ständig etwas per Hand hochgefahren werden – um dann heruntergepegelt zu werden, wenn es mal wieder zu einem Weltraumgesteinsaufschlag kommt.

EXTRAS

Trailer, Bildergalerie, Making of, Trailershow, Wendecover. Nichts davon wäre nun allerdings als so aufregend zu bezeichnen, dass man es großartig vorstellen müsste. Es wurde eben etwas auf den Silberling gepackt, um ihn nicht ganz nackt dastehen zu lassen. Das ist nett, gibt aber leider keine tieferen Einblicke in die Arbeit von The Asylum, was sicher nicht uninteressant gewesen wäre...

FAZIT

Bei Amazon.de erhält der christliche Apokalypse-Film einen Kunden- Notenschnitt von genau einem Stern! Das ist wirklich bitter und verdient hat er es nicht. Da wird zum Beispiel behauptet, „Deep Impact“ sei besser. Warum? Weil der große Spezialeffekte hat und dieses Filmchen hier nicht? Ein aufgeblasenes Nichts bleibt ein Nichts, trotz schöner Verpackung. Doch viel mehr als ein Sternchen ist am Ende tatsächlich nicht drin. Die Handlung ist zäh, der erhobene Zeigefinger nervend; die Darsteller hingegen sind okay, das Ende hat sogar einen recht ergreifenden Moment. Für eine Empfehlung – und sei sie mit erheblichen Einschränkungen versehen – ist dies allerdings viel zu wenig.



Christian Lukas


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