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Verdict Revised - Unschuldig verurteilt - Staffel 1   

Verdict Revised - Unschuldig verurteilt - Staffel 1
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Original: Oskyldigt dömd   (Schweden, 2008)
Laufzeit: ca. 540 min (PAL)
Studio: edel: motion
Regie: Molly Hartleb, Richard Holm
Darsteller: Mikael Persbrandt, Helena af Sandeberg, Sofia Ledarp, Fransisco Sobrado
Format: 1.77:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 2.0 Deutsch, Schwedisch
Untertitel: --
Extras: --
Preis: ca. 30 Euro
Wertung: 2-/ 2-/ 5 (Bild/Ton/Extras)


"Schwedische Serie mit Unterhaltungswert"

Nach dem vielversprechenden Start des ZDF-Ablegers zdf_neo ist bei vielen TV-Junkies Ernüchterung eingekehrt. Hievte der Sender zunächst Serien wie "Spooks" oder "30 Rock" ins Programm, die bei der Mutter vom Lerchenberg keinen Platz fanden, entschloss man sich nach ersten Achtungserfolgen auf zdf_neo mehr deutsche Qualitätsprodukte zu zeigen. Also genau die Sachen, die den deutschen Serienfreund davon abhalten, das ZDF zu gucken. Und so werden interessante Premieren irgendwo im Spätabendprogramm verballert, wo sie niemand zu sehen bekommt. Dieses Schicksal hat auch die schwedische Serie "Verdict Revised" ereilt. Die mag alles andere als perfekt sein, aber sie hat Mickael Persbrandt in der Hauptrolle. Der gab in den "Kommissar Beck"-Filmen den Polizisten Gunvald Larsson - und ist einfach immer einen Blick wert.
In "Verdict Revised" ist Persbrandt der Jura-Dozent Markus Haglund. Der ist ein ziemlich abgefuckter Typ, der gerne säuft und seinen Intellekt vor allem einsetzt, um Frauen abzuschleppen; seinen Job als Dozent hasst er darüber hinaus abgrundtief. Dabei ist er ein genialer Anwalt. Nur (wie wir im Laufe der Zeit erfahren): Einmal hat er den falschen Mann freigepaukt.

Um seinen Job nicht zu verlieren, schließlich steht er auf der Abschussliste des Dekans, übernimmt er die Betreuung von zunächst drei Studenten. Die haben sich eines Falles angenommen, bei dem vor Jahren ein Mann seine Geliebte erschlagen haben soll. Nur: Offensichtlich hat die Polizei schlampig gearbeitet. Als sie nun den Fall neu aufrollen, da zeigt sich, dass es offenbar Gründe für die Polizisten gab, den Fall nicht mit der gebotenen Sorgfalt zu bearbeiten.

Mit der zweiten Episode stößt ein weiterer Student zur Truppe, wie und warum ... Man soll ja nicht alles verraten.

Was gibt es Positives zu sagen?
Die Geschichten sind gut durchdacht, Persbrandt ist wie immer ein Hingucker und die Fälle sind teils recht derbe. Auf politische Korrektheit wird wenig Wert gelegt.
Negativ fällt die Hatz auf, mit der die Geschichten durchgehechelt werden. Allein der Pilotfilm hätte genügend Stoff für einen 90-Minuten-Film zu bieten gehabt, doch in knapp 45 Minuten wird die Geschichte durchgezogen. Vieles wirkt daher fragmentarisch. Es ist zwar lobenswert, dass die Macher davon ausgehen, dass die Zuschauer televisonär so vorgebildet sind, dass sie einfach bestimmte Handlungselemente so gut kennen, dass sie keiner Erklärung bedürfen (ja, die Schweden scheinen ihre Zuschauer ernst zu nehmen!), aber dieses Tempo geht auf Kosten der übrigen Figuren. Während Persbrandt brilliert, sind die anderen Charaktere eher simpel gestrickt. Da ist Anna, die Kluge (deren Vater im Knast sitzt, was ihre Intention zum Studium erklärt), Fia, die Bodenständige, Belal, der strebsame Migrant und schließlich noch Roger, der ehemalige Polizist. Sie alle erfüllen einen Zweck in dieser ganz auf Persbrandt zugeschriebenen Serie, aber dennoch bleiben sie nur Stichwortgeber.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Serie einen eher schleppenden Start hinlegt. Die Serie ist unterhaltsam, aber es will einfach kein Funken fliegen. Bis der Schalter umgelegt und die Geschichten tiefgründiger werden. Ab etwa Folge fünf verdichtet sich die Atmosphäre merklich.

BILD

Verdict Revised - Unschuldig verurteilt - Staffel 1

Negatives lässt sich nicht sagen. Der Transfer ist einer TV-Serie angemessen. Klare Farben, gute Schwarzwerte, das alles sieht ordentlich aus, "Verdict Revised" ist in Sachen Inszenierung eher Ensemble-Drama denn Actionserie. So werden denn auch keine größeren Anforderungen ans Bild gestellt.

TON

Verdict Revised - Unschuldig verurteilt - Staffel 1

Und wie so oft lässt sich das, was man über den Transfer einer Serie wie dieser sagt auf den Ton 1:1 übertragen. Wer "Matrix" will, soll "Matrix" gucken, dies ist eine schwedische TV-Serie, in der viel geredet wird. Das klingt gut, kommt anständig aus den Boxen und gibt keinen Grund zum Klagen.

EXTRAS

Tja, das große Manko von Serien wie dieser. Es gibt nix. Keine Kommentare, keine Making ofs, gar nix. Schade.

FAZIT

Schmackhafte Krimikost aus Schweden für Zwischendurch. Kein Meisterstück von ewig glänzendem Wert, aber auch kein filmisches Knäckebrot. Für Krimifans sicher ein empfehlenswerter Hingucker.



Christian Lukas


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