DVDrome - das Blu-Ray und DVD Online-Magazin

REVIEWS



Transformers 3   (BLU-RAY)

Transformers 3
    Kaufen bei Amazon
Original: Transformers 3 - Dark of the Moon   (USA, 2011)
Laufzeit: 154 Min. (1080p)
Studio: Paramount
Regie: Michael Bay
Darsteller: Shia LeBeouf, Josh Duhamel, John Turturro, Tyrese Gibson, Rosie Huntington-Whiteley, Patrick Dempsey u.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-True-HD 7.1 Englisch DD5.1 Deutsch, It, Spa, Fr
Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.
Extras: -
Preis: ca. 18 €
Wertung: 2+/ 2+/ 6 (Bild/Ton/Extras)


"Robokrieg der Welten"

Nach der heftigen Kritik die "Transformers 2" einstecken musste, hat sich Michael Bay für seine Fortsetzung des Roboterkriegs auf Erden etwas zurückgenommen: weniger Roboter, übersichtlichere Kampfchoreographien und ein Schnitt, der nicht danach aussieht, als hätte ihn ein zuckerabhängiges Frettchen auf Crystal Meth erstellt. Heißt das gar, dass "Transformers 3" nur noch reduzierte Action bietet? Mitnichten! Nachdem Bay sich von James Cameron und Hasbro hat überzeugen lassen, die neue 3D-Technologie einzusetzen, holt er aus dem neuen Spielzeug so einiges heraus und pulverisiert schließlich ganz Chicago.
Bevor es jedoch soweit ist, darf sich der arme Sam Witwicky (Shia LeBeouf) mit ganz irdischen Problemen herumplagen: nachdem er bereits zweimal mit seinen Autobot-Freunden die Erde retten durfte, hat ihm diese Heldentat im realen Leben wenig genutzt. Nach seinem Uni-Abschluss wohnt er arbeitslos bei seiner (weiterhin heißen) neuen Freundin Carly („Victorias Secret“ Unterwäsche-Model Rosie Huntington-Whiteley darf auch hier ganz professionell Schlüpfer und BHs ausfüllen), während ihm seine Eltern wegen eines Jobs im Nacken sitzen. Unterdessen muss Autobot-Anführer Optimus Prime feststellen, dass die Menschen bereits weiteren Kontakt mit der Technologie von seinem Heimatplaneten Cybertron hatten: auf der Rückseite des Mondes ist ein Raumschiff der Autobots gestrandet, das bei der Mondlandung von den Amerikanern entdeckt wurde. In dem Wrack soll eine geheime Waffe verborgen sein, die den Krieg zwischen Autobots und den bösen Decepticons entscheiden könnte. Doch der aus dem zweiten Teil hart angeschlagene Megatron kommt den guten Robotern zuvor und hat auf der Erde bereits eine neue Offensive gestartet.
Geschickt hat sich Drehbuchautor Ehren Kruger dem Trend angeschlossen, phantastische Themen mit der jüngeren Geschichte in Verbindung zu bringen. Das Weltraum-Rennen in den 60-er Jahren und die Katastrophe in Tschernobyl lässt TRANSFORMERS 3 so in einem neuen Licht erscheinen. Für Gänsehaut sorgt da auch ein Gastauftritt von Astronaut und Mond-Pionier Buzz Aldrin, der einen kurzen Schwatz mit Optimus Prime halten darf. Erstaunlich albern dürfen auch Frances McDormand als resolute Geheimdienstchefin und John Malkovich als irrer Boss von Shia LeBeouf agieren, die hier in offene Konkurrenz zu John Turturros durchgeknalltem Alienjäger Agent Simmons treten.
Leider überfährt der Film seinen soliden Plot nach dem ersten Drittel und erstickt das menschliche Konfliktpotential von Sam (Identitätskrise in der realen Arbeitswelt, sozialer Druck durch eine erfolgreiche Freundin, Abenteuersucht durch die Autobots, Helden-Neurose) im Dauerfeuer der dreidimensionalen Actioninszenierung. In Zeitlupe wird explodiert, transformiert, geschrotet und geballert, was das CGI-Budget des Viertel-Milliarden-Dollar-Projekts nur hergibt. Dabei gibt es genug Raum für ein paar wirklich gelungene 3D-Momente, die ihren Höhepunkt in einer ausgedehnten Schlacht in einem umstürzenden (!) Hochhaus finden. Die Mission Sommer-Popcornkino wird hier erfüllt.
Zu sehr konzentriert sich Bay allerdings auf den Einsatz der Marines im finalen Kampf um das Schicksal unseres Planeten, während die Autobots fast zu Statisten degradiert werden. Trotz des hohen Adrenalinfaktors steigt die Spannung bei dieser Materialschlacht nur selten über Null, was durch den konstanten Beschuss der betäubenden Bilderflut von zerbröselnder Architektur und Maschinerie noch begünstigt wird. Staunen kann man über diese Zerstörungsorgie – mitgerissen wird man aber leider nicht. Amerikanisch peinlich darf "Transformers 3" zudem im Epilog von Optimus Prime werden, der Erinnerungen an Sylvester Stallones fragwürdigen Abschlussmonolog von RAMBO 2 wach werden lässt. Michael Bay outet sich hier endgültig als Werbe-Bitch des US-Militärs.

BILD

Transformers 3

Der anamorphe Widescreentransfer (2.40:1) basiert natürlich auf einer brandneuen Vorlage, die gänzlich ohnen analoge Rückstände daherkommt. Trotz der stylistischen Überkontrastierung des Bildes, die einen etwas rauheren Gesamteindruck des Bildes vermitteln soll, bleibt die Schärfe trotz der resultierenden Körnung durchgängig sehr gut. Die Farben sind natürlich wie immer sehr kräftig und neigen aufgrund des hohen Kontrastes an dewn Konturen ein wenig zu überscheinen. Der Schwarzlevel ist dafür sehr tief und detailreich, während die Kompression unsichtbar bleibt. Ein wie zu erwarten enorm guter Transfer, der das Optimum aus der Vorlage herausholt.

TON

Transformers 3

Auch tontechnisch wird das zu erwartende Feuerwerk abgebrannt: von der ersten bis zur letzten Sekunde wird eine Dauerfeuer in 360 Grad abgegeben, dass sowohl Soundeffekte als auch Musik großartig miteinander kombiniert. Erstaunlich ist allerdings, dass ausgerechnet hier beim deutschen Ton gespart wurde, der nur in popeligem Standard-DD5.1 vorhanden ist, während der englische Track in vollem DD-True-HD 5.1 röhrt. Immerhin ist der Basseinsatz besonders im Finale in beiden Tracks gut ausgebaut, wenngleich der True-HD Track deutlich vorne liegt. Die Dialoge sitzen derweil sicher im Centerkanal und gehen auch nicht im Gesamtkrawall unter. Auf Englisch ganz sicher ein ordentlicher Demotrack.

EXTRAS

Hier handelt es sich um eine reine Bare-Bones Disc. Extras Fehlanzeige. Dafür hat Michael Bay bereits eine umfassende Special Edition angekündigt, die auch die 3D-Version des Films beinhalten soll.

FAZIT

Hier bleibt nicht viel zu sagen: enorm erfolgreich an der Kinokasse räumt Michael Bays Blechgewitter "Transformers 3" voll ab. Dennoch verzettelt er sich im Effektereigen, statt auf stärkere (Robo-)Charaktere zu setzen. Welt zerstört, aber Thema verfehlt Mr. Bay. Technisch gibt's hier nichts zu meckern, außer dass sich der deutsche Ton nur mit einem Standard DD5.1-Track begnügen muss und keine Extras vorhanden sind.



Kay Pinno


Folge uns auf

DVDrome auf Facebook DVDrome auf Twitter DVDrome auf Google+ RSS-Feed DVDrome