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Saint   (BLU-RAY)

Saint
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Original: Sint   (Holland, 2010)
Laufzeit: 88 Min. (1080p)
Studio: entertainmentone
Regie: Dick Maas
Darsteller: Egbert Jan Weeber, Caro Lenssen, Huub Stapel u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch, NL, Fr
Untertitel: Deutsch, Fr
Extras: Making of, Trailer
Preis: ca. 13 €
Wertung: 2-/ 2-/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Zombielaus komm' in unser Haus"

Der holländische Regisseur Dick Maas ("Fahrstuhl des Grauens", "Eine Familie zum Knutschen", "Verfluchtes Amsterdam") hat einfach ein Händchen dafür, bekannte amerikanische Genre-Mechanismen und Vorbilder zu einem ganz eigenen unterhaltsamen Mix zusammenzuschrauben. Nachdem er vor über zehn Jahren mit "Down" sein eigenes Remake von "Fahrstuhl des Grauens" inszenierte, blieb es verdächtig ruhig um ihn. Abgesehen von einer schwachen Komödie, die als holländisches Riff auf "Sex and the City" und "Desperate Housewifes" angelegt war, dauerte es bis 2010, dass sich Maas ein lang gehegtes Projekt erfüllte.
Mit "Saint" betritt der holländische Regisseur das Territoriums des Weihnachtshorrorfilms: in Holland wird vor allem St. Nikolaus verehrt - Achtung, nicht zu verwechseln mit dem klassischen Weihnachtsmann - , den man in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember um Gaben bittet und Schuhe herausstellt!
Wie hinter jeder (christlichen) Tradition verbirgt sich eine Wahrheit, die mit der romantisierten Vorstellung von Brauchtum so gar nichts zu tun hat. An dieser Stelle klingt sich auch Drehbuchautor Dick Maas ein, der dem lieben, Geschenke verteilenden Nikolaus ein völlig neues Image verpasst.
Im ausgehenden 15. Jahrhundert ist St. Nikolaus ein abtrünniger Bischof, der mit seiner Schergenbande, den "schwarzen Petern", das Land unsischer macht. Einies Tages wehrt sich jedoch ein Küstenstädtchen und fackelt den Bischof samt seiner Schreckensknechte auf seinem Transportschiff ab. Doch das Böse will natürlich nicht ruhen und kehrt entsprechend immer zurück, wenn am 5. Dezember eine Vollmondnacht erstrahlt.
Doch wer glaubt heute noch an einen solchen Hokuspokus? Immerhin ein Polizeibeamter (Bert Luppes), dessen gesamte Familie einst vom echten Nikolaus eingesackt wurde. Doch seine Gruselmär stösst natürlich auf taube Ohren. Und was wäre eine solche Geistergeschichte ohne die entsprechenden, ahnuingslosen Teenager-Opfer? Diese stammen aus der örtlichen Schulabschlussklasse und wollen eigentlich nur auf eine feiste Party in einem Studentinnenheim - natürlich verkleidet als Nikolaus in Begleitung seiner schwarzen Peter.
Ein würdevoller Hofknicks ist angebracht, denn Dick Maas schafft es, alle Register des klassischen Teenager-Horros zu ziehen und bedient sich dafür bei keinem geringerem als John Carpenter: in "Saint" treffen "Halloween" und "The Fog - Nebel des Grauens" auf einen echt fiesen und verschmurgelten Nikolaus, der seinen Hirtenstab auch mal gekonnt zur fliegenden Guillotine werden lässt. Selbst eine kleine "Das Ding aus einer anderen Welt"-Hommage hat sich hier eingeschlichen. Wunderbar werden hier bekannte Weihnachtsmotive in einen schaurigen Kontext gestellt: das Einsteigen durch die Schornsteine diente zum Plündern und "Einsacken" der Kinder, die anschließend nach Spanien verschifft wurden. Zudem darf man sich über eine sympathische Darstellerriege freuen, die sich zwar auch wieder einmal als die ältesten Schüler der Welt outen, aber den Zuschauer trotzdem auf ihre Seite ziehen können. "Saint" ist eine willkommene und gelungene Abwechslung im filmischen Weihnachtsprogramm, die besonders Genrefans viel Freude bereiten wird.

BILD

Saint

Das anamorphe Bild (1.85:1) kann sich sehen lassen: die Vorlage ist fehlerfrei und zeigt keine analogen Rückstände, da auch hier fleißig digital auf einem Red-System gederht wurde. Dies verleiht dem Film insgesamt einen etwas anderen Look, den Regisseur Maas mit seinem Kameramann aber durch geschickten Lichteinsatz auskontert. Schärfe und Kontrast sind durchgängig gut und zeigen ein sehr hochdetailliertes Bild. Die Farben sind kräftig, aber nicht zu stark überbetont. Der Schwarzlevel hätte allerdings etwas tiefer sein können. Hier sind nächtlichen Aufnahmen, nicht nur wegen Rauch und Nebel einsatz, ein wenig blasser als nötig. Die Kompression bleibt aber unauffällig.

TON

Saint

Der DTS-HD-MA 5.1 Track leistet solide Arbeit und sorgt für eine gute räumliche Aufschlüsselung der Soundstage, ohne drastisch auf direktionale Effekte zu setzen. Die Dialoge sitzen sicher und gut verständlich im Centerkanal, während sich die Musik homogen ins Klangbild einfügt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Effektvoll brint der Track allerdings die hübsch verteilten "Jump-Scares" zur Geltung, die einen schon mal tatsächlich aus dem Sessel heben können. Insgesamt ein solider Track.

EXTRAS

Neben dem Kinotrailer gibt es ein Standard-"Making of" (Ca. 23 Min.) zu sehen, das elegant eine Brücke zwischen PR-Veranstaltung und tatsächlichen Behind-the-Scenes Informationen schlägt. Unterbrochen von längeren Filmausschnitten gibt es Interviews mit Dick Maas, den Schauspielern und einige Behind the Scenes Clips zu sehen. Neben einigen Stuntsequenzen werden hier auch die visuellen Effekte und die Verwandlung von Huub Stapel in den "Zombielaus" gezeigt. Sehr nett.

FAZIT

Wieder einmal überrascht der holländische Unterhaltungsprofi Dick Maas mit einer äußerst gelungenen Genre-Praline: "Saint" verpflanzt den Nikolaus gekonnt ins Geisterslasher-Genre und huldigt ganz nebenbei einigen John Carpenter Klassikern. Die Scheibe von entertainmentone liefert eine solide Präsentation sowie ein Standard "Making of". Im Ouvre des Weihnachtshorrors eine ganz klare Empfehlung.



Kay Pinno


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