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Altitude - Tödliche Höhe   

Altitude - Tödliche Höhe
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Original: Altitude   (Kanada, 2010)
Laufzeit: ca. 80 Min (PAL)
Studio: EuroVideo
Regie: Kaare Andrews
Darsteller: Jessica Lowndes, Julianna Guill, Ryan Donowho, Landon Liboiron, Jake Weary
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Behind the Scenes, Interviews
Preis: ca. 13 Euro
Wertung: 2-/ 3+/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Roadtrip durch dunkle Wolken"

Roadtrips gehören zu den klassischen Ausgangssituation des modernen Horrorkinos. Ein Trip, zumeist durch abgelegene Gegenden jenseits der Zivilisation und eines anständigen Handy-Empfangs, endet nicht selten für die Reisenden (zumeist Angehörige der Altersklasse 20-25) nicht so wie geplant. Um genau zu sein: Von vier oder fünf Reisenden erreicht selten mehr als nur einer das Ziel. Der Comicautor Kaare Andrews bereichert das Genre nun in seinem Langfilmregiedebüt um eine wirklich ungewöhnliche Variante: Er setzt seine Protagonisten in ein Kleinflugzeug – und lässt sie hoch droben am Himmel ihren Roadtrip-Albtraum erleben.

Sara ist jung, wirklich eine atemberaubende Schönheit – und Pilotin. Ihr Vater ist ein hohes Tier bei der kanadischen Air Force, ihre Mutter war Pilotin, das Fliegergen liegt in der Familie. Wenngleich ihr Vater darüber gar nicht glücklich ist: Ihre Mutter starb bei einem tragischen Flugzeugunglück, ihre Kleinmaschine kollidierte offenbar mit einem anderen Flugzeug. Offenbar... Tatsächlich konnte das genaue Geschehen niemals ganz genau rekonstruiert werden.
Als Sara nun mit ihren Freunden Sal (dem unvermeidbaren rülpsenden Macho-Proleten), dessen Freundin Sara (der netten Blonden, die in Sachen Kerle stets daneben liegt), Cory (Typ cooler Gitarrenspieler und Kletterjung) und Bruce (ihr Tutor von der Uni - mit Flugangst) zu einem Konzert nach Montréal möchte – chartert sie eine Kleinmaschine, was in Kanada nun nicht die ungewöhnlichste Fortbewegungsmethode darstellt. Ihr Vater allerdings darf davon nichts wissen. Schon die Tatsache, dass sie den Pilotenschein gemacht hat, behagte ihm nicht.
Und so passiert, was passieren muss. Während des Fluges löst sich ein Schräubchen vom Höhenruder und verhakt sich so unglücklich, dass das Flugzeug weiter und weiter steigt. Das alleine sorgt nicht unbedingt für Heiterkeit an Bord. Auch ein Sturm, der wie aus dem Nichts erscheint, trübt die Stimmung – vor allem nach Saras Geständnis, keine Lizenz für Blindflüge zu besitzen. Tja, und dann ist da noch etwas in den Wolken, am Wegesrand quasi, was ganz einfach nicht da sein darf!

„Altitude – Tödliche Höhe“ ist wirklich eine kleine Entdeckung. Die Enge des Flugzeuges gepaart mit der greifbaren Angst der Protagonisten, das Flugzeug, das sich nicht mehr steuern lässt und das Böse, das in den Wolken lauert: Das ergibt eine anständige Spannungsmischung und sorgt dafür, dass „Altitude – Tödliche Höhe“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl niemals im Unterhaltungsprogramm namhafter Fluggesellschaften bei Transatlantikflügen zum Einsatz kommen wird. Dass die Figuren gewisse Klischees erfüllen (der breitschultrige Bruce mit der blonden, aber nicht allzu klugen Freundin entstammt dem Handbuch „Teenhorror für Anfänger“) ist verschmerzbar, da der Regisseur keinen Hehl daraus macht, dass er sich durchaus auf bekannten Pfaden bewegt. Es ist vielmehr der Spielort, der den Reiz ergibt, der grenzenlose Himmel – und mittendrin das klitzekleine Flugzeug in Not. Was viel mehr den Sehgenuss schmälert, sind die nicht wirklich gelungenen Effekte. Während die digitalen Sturmfrequenzen ebenso überzeugen wie die Monstermomente, bleiben die Flugzeugeffekt schwach. Es ist immer schwierig, diese Arbeit in der heutigen Zeit zu bewerten. Egal, was Computereffekte möglich machen mögen – sie müssen immer noch bezahlt werden und je aufwendiger der Effekt, desto teurer wird er. Trotzdem ist es schade, dass der Film auf dieser Ebene schwächelt.

Eine schöne Idee ist das Finale, das an dieser Stelle natürlich nicht verraten wird, mit dem der Regisseur jedoch konsequent mit den üblichen Schemata eines Roadtrip-Horrormovies bricht. „Altitude“ ist in diesem Moment eben doch etwas mehr als die ungewöhnliche Variation eines bekannten Themas, hier zeigt der Regisseur, dass sich Phantastik und Horror, wenn man denn eine Idee hat, wunderbar miteinander verbinden lassen.

BILD

Altitude - Tödliche Höhe

Das Bild kann sich sehen lassen: die Vorlage ist fehlerfrei und zeigt keine analogen Rückstände, allerdings wirken einige Blauwerte etwas blässlich. Auch der Schwarzlevel hätte etwas kräftiger Ausfallen können. Die Sturmbilder wirken oft blässlicher als dies nötig gewesen wäre. Ansonsten lässt sich wenig Negatives über das Bild sagen.

TON

Altitude - Tödliche Höhe

Der Ton kommt etwas schwach aus den Boxen. Das hat Vorteile – der Ton klingt sehr gleichmäßig ausgepegelt -, es hat Nachteile: Es fehlt am richtigen Rumms. Wenn es kracht, bleibt der Lärm moderat. Auch in Momenten, in denen es gerne mal etwas mehr hätte krachen und knirschen dürfen. In der deutschen Fassung klingen die Stimmen darüber hinaus kräftiger als in der kanadischen Originalfassung.

EXTRAS

Die Behind-the-Scenes-Doku ist schon recht fett. 47 Minuten Laufzeit für eine kleine Produktion wie diese? Das beweist, dass die Filmemacher mit Herzblut bei der Sache gewesen sind. Sehr schön ist zu sehen, dass die Dreharbeiten wirklich in einem Kleinflugzeug stattgefunden haben. Wenn jetzt das Einkopieren der Flugzeug- in die Sturmeffekte wirklich gelungen wäre... Ach was, Schwamm drüber. Immer nur Motzen, Motzen, Motzen. Der Film ist spannend, darauf kommt es an. Die Interviews fallen derweil etwas spärlich aus und bieten kaum mehr als etwas PR für den Film.

FAZIT

„Altitude“ ist eine angenehme Überraschung, eine tolles Spiel mit bekannten Genreversatzstücken in ungewöhnlicher Umgebung. Ein pfiffiger Horrorfilm ohne Gekröse, der seine Spannung tatsächlich allein aus dem Spielort und der Bedrohung bezieht.



Christian Lukas


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