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Requiem for a Killer   

Requiem for a Killer
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Original: Requiem pour une tueuse   (Frankreich, 2011)
Laufzeit: 89 Min. (PAL)
Studio: Studiocanal / Planet Media HE
Regie: Jérôme Le Gris
Darsteller: Melanié Laurent, Clovis Cornillac, Techk Karyo, Christopher Stills
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer
Preis: 12 Euro
Wertung: 2 / 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Wenn eine Idee in die Hose geht..."

Es gibt Ideen, die klingen, schreibt man sie nieder, erst einmal gut. Ein weiblicher Killer wird darauf angsetzt, einen Mann zu ermorden. Der ist ein bekannter Sangeskünstler und hat sich den Hass einen Ölkonzerns auf sich gezogen, da er ein Stückchen Land besitzt, das dieser Konzern unbedingt für den Bau einer Nordseepipeline benötigt. Und da Ölkonzernen eh alles zuzutrauen ist, ist es doch nur logisch, dass die nach einer Niederlage vor Gericht eben einen, nun ja, unkonventionellen Weg einschlagen, um ihr Ziel zu erreichen.
Da der Tod wie ein Unfall aussehen soll, muss die gedungene Mörderin ins Umfeld des Sangeskünstlers eingeschleust werden. Was sie nicht ahnt: Die Polizei hat Hinweise darauf, dass der Konzern offenbar versucht, das Gerichtsurteil kreativ zu revisidieren. Aus diesem Grund schleust auch die Polizei einen Mann ins Umfeld des Barden ein, der den Mörder / die Mörderin ausschalten soll, bevor dem aufrechten Sangeskünstler etwas zustößt.

Soweit die Handlung. Klingt doch erst einmal nicht schlecht, oder? Doch es gibt Ideen, die auf dem Weg vom Skript zum fertigen Film irgendwann aufgehalten werden sollten, denen ein barmherziger Lektor den Gnadenschuss erteilen, denen ein Produzent im letzten Augenblick den Geldhahn abdrehen sollte, weil auf dem Weg von der Idee zur ersten Klappe eigentlich irgend jemanden auffallen sollte, dass die Idee im Film nicht funkioniert.

Warum? Nun, sagen wir es so: Dass die Killerin eine Hobby-Sänngerin ist und über ein erstaunlich gutes Organ verfügt, ist ja keine schlechte Idee. Man fragt sich ja als anständiger Steuerzahler schließlich oft: Was machen Verbrecher eigentlich mit all dem Geld, das sie ergaunern? Mehr, mehr, mehr scheint stets die Devise zu lauten. Aber wofür? Für noch eine Privatyacht, für noch einen Privathubschrauber? Irgendwann kommt der Tag, an dem man etwas für die Seele braucht. Origamie fürs Mütchen, Briefmarkensammeln für die Entspannung, etwas in der Art. Und unsere Mörderin - liebt die Oper. Gut so. Dass sie sich aber ins Umfeld eines berühmten Sangesbarden einschleusen kann, der mit den ganz Großen musiziert... Mmmmh, man muss im Internetzeitalter schon etwas schlucken, denn ein oder zwei Klicks im Netz und man findet heute über jede Kellercombo seitenweise Material. In der Schweizer Bergwelt aber, in der dieser Film spielt, scheint niemand Verdacht daran zu schöpfen, dass eine vollkommen unbekannte Sangeskünstlerin im Umfeld eines Stars ihre Stimmbänder vibrieren lässt.
Okay. Dass der Polizist auch noch ein begnadeter Gitarrist ist, der problemlos in einem klassischen Orchester bestehen kann... Mmmmh...
Seltsam ist auch, dass die Polizei exakt weiß, wer die Morde vermittelt (ein mörderischer Priester), dass sie aber keinen Dunstschimmer davon hat, wen er mit dem Mord beauftragt, obwohl er offenbar gut bewacht wird...

Die gesamte Geschichte basiert auf Zufällen, Ungereimtheiten, Unwahrscheinlichkeiten. Es ist nicht so, dass ein Film realistisch sein muss. Das ist Schwachsinn. Aber innerhalb seines eigenen 90-Minuten-Kosmos muss er plausibel sein. Das aber ist dieser Film nicht einen Augenblick lang. Kein Handlungsfaden ist stringent, stets wird irgendwo ein neuer Knüpp eingefädelt, der die Handlung wieder in eine neue Richtung führen soll, um beispielsweise neue Personenkonstellationen zu konstruieren, die den Spannungsbogen aufrecht halten sollen. Nur bleibt ein Knüpp ein Knüpp, wenn er nicht irgendwann sorgfälig aufgelöst wird.

Hinzu kommt, dass Hauptdarstellerin Mélanie Laurent die Rolle nicht zu füllen versteht. Sie wirkt überfordert und für die Rolle auch zu jung und unerfahren. Ende 20 soll sie sein. Seltsamerweise aber wirkt ihre Rolle, als wäre sie für eine Schauspielerein mittleren Alters geschrieben worden, einer Frau mit einer gewissen Erfahrung, aber auch unaffälliger Durchschnittlichkeit, die Laurent vollkommen fehlt.

BILD

Requiem for a Killer

Da gibt es nichts zu meckern. Nun werden an einen Fil wie diesen sicher nicht die allerhöchsten Erwartungen gestellt. Dies ist nicht "Matrix" oder "Avatar", sondern "nur" ein französischer Thriller, in dem Menschen viel miteinander reden und hin und wieder singen. Dafür ist der Transfer ordentlich, klar, vor allem in den Nachtszenen, die ein klares Bild liefern. Eine gute, den Standards entsprechende Arbeit.

TON

Requiem for a Killer

Was fürs Bild gilt, gilt auch für den Ton. Der ist sehr klar, die (wenigen) Gesangsszenen sind fein ausgesteuert und einem klassischen Opernabend würdig. Was die technische Umsetzung betrifft, lässt sich nichts Negatives sagen.





EXTRAS

Im Making of geht es um die Dreharbeiten, es gibt Interviews, all die Dinge eben, die heute zum Standard einer anständigen DVD-Veröffentlichung gehören. Man erfährt keine tiefschürfenden Details, aber es tut auch nicht weh.

FAZIT

"Requiem for a Killer" ist leider ein Requiem unverdauerter Ideen. Ein Thriller mit einer netten Ausgangsidee, die auf dem Bildschirm jedoch keinerlei Funken zünden will. Schade.



Christian Lukas


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