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Vampirjäger, Die   

Vampirjäger, Die
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Original: Jiang shi xin zhan shi   (Hong Kong, 2010)
Laufzeit: ca. 100 min (PAL)
Studio: Sunfilm Entertainment
Regie: Dennis Law
Darsteller: Luxia Jiang, Wah Yuen, Chrissie Chow, Siu-hou Chin
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Kantonesisch
Untertitel: --
Extras: Making of
Preis: ca. 10 Euro
Wertung: 3-/ 3 / 2- (Bild/Ton/Extras)


"Blutleeres Gesauge mit Hinterhofatmosphäre"

Billig auf allen Ebenen: „Die Vampirjäger“ gehört zu jener Art von Filmen, die man sich selbst als dem Genre affiner Fan gerne schenken kann. Weder erzählt der Film eine besonders neue Geschichte, noch bietet das Drehbuch irgendwelche Überraschungen. Ärgerlich wird der Film sogar auf Darstellerseite: Wenn man schon sämtliche Hauptrollen mit hübschen Jungmimen besetzt, die – ohne sie beleidigen zu wollen – die hohe Kunst der Schauspielerei nicht gerade erfunden haben, was braucht man dann? Genau: Starke – erfahrene - Nebendarsteller. Dumm nur, wenn der einzige erfahrene Nebendarsteller (und talentierte Schauspieler) ausgerechnet den Bösewicht darstellt. Da werden dann Sympathien für die falsche Seite erzeugt...

Um was geht es? Eine junge Vampirjägerin mit dem schlichten Namen Ar (Jiang Luxia) jagt finstere Blutsauger. Dabei lernt sie viel über Vampire von dem Clan-Führer Lung (Chin Siu-Ho), dessen Gruppe sich vom Menschenblutsaugen abgewendet hat. Eines Tages erscheint ein alter Vampir namens Mung (Yuen Wah) auf der Bildfläche, der andere Vampire tötet und auch den Clan Lungs in Visier genommen hat.

Hinterhöfe bleiben Hinterhöfe, auch wenn sie blau ausgeleuchtet werden. Billige Drehorte, billige Darsteller, ein billiges Drehbuch. Weder ist „Die Vampirjäger“ auch nur einen Augenblick lang spannend – noch gibt es einen einzigen Grund, eventuell so etwas wie Sympathie mit den Hauptfiguren zu empfinden. Ar ist eine überhebliche Zicke, Lung ein Quatschkopf, die anderen (netten) Vampirdarsteller sind derart austauschbar, dass man (während der Film noch läuft) ihre Namen schon wieder vergessen hat. Allein Yuen Wah in der Rolle des Mung setzt einige Akzente. Als sinistrer Finsterling hält er den Zuschauer zumindest zeitweise davon ab, die Fernsteuerung zu schnappen und die DVD auf Schnellbildvorlauf zu stellen.

BILD

Vampirjäger, Die

Das Bild ist stets einen Tick zu hell, dabei sind die Farben, es überwiegen Blautöne, zu blass. Es fehlt dem gesamten Bild an Stärke, an scharfen Konturen. Es lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob der Film digital gefilmt worden ist, die Nachtszenen aber deuten darauf hin. Das Licht wirkt selten echt, sondern stets elektronisch verstärkt - was von Zeit zu Zeit zu unterschiedlichen Graden der Bildkörnung führt. Eine ausgiebige Nachbearbeitung (oder einfach mehr Kunstlicht beim Dreh) wären eine gute Idee gewesen.

TON

Vampirjäger, Die

Der Sound ist schlecht. Die deutsche Synchro mag billig klingen (die Stimmen klingen alle emotionslos, nach Studio), aber viel besser ist das Original auch nicht. Entweder wird geredet oder man kloppt sich - mit den üblichen Kung-Fu-Geräuschen (wir haben hier schließlich einen Hongkong-Vampirfilm vorliegen, da haut man sich erst grazil die Köpfe ein, bevor man die Fangzähne in einen Nacken bohrt). Das stellt keine großen Herausforderungen an den Ton dar, allerdings scheint auch niemand die Absicht gehabt zu haben, mehr Geld in die Vertonung zu stecken als unbedingt beabsichtig.

EXTRAS

Die sind gar nicht schlecht. Das ausführliche Making of bietet einen sehr schönen Blick hinter die Kulissen, der ein wenig an alte Hongkong-Filmzeiten erinnert, denn immerhin kommen die meisten Effekte dieses Filmes nicht aus dem Computer, statt dessen fliegen die Darsteller - ganz klassisch - an Seilen hängend durch die Lüfte. Dazu gibt es ein paar Interviews, von dieser Seite her gibt es nichts zu bemängeln.

FAZIT

Statt rotem Terror bietet "Die Vampirjäger" graue Langeweile. Hübsche Jungmenschen ergeben eben nicht zwangsweise auch einen hübsch anzuschauenenden Film. Bei der großen Auswahl an Vampirfilmen sollte es ein Leichtes sein, etwas Besseres für einen netten DVD-Abend zu finden.



Christian Lukas


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