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Black Angel   

Black Angel
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Original: Kuro no tenshi Vol. 1   (Japan, 1997)
Laufzeit: 107 Minuten (PAL)
Studio: i-on new media/Splendid
Regie: Takashi Ishii
Darsteller: Riona Hazuki, Reiko Takashima, Jinpachi Nezu u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch DD2.0 Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Storyboard, Interview u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3+/ 3 / 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Kill before Bill!"

Takashi Ishii ist sicherlich unverdächtig, sommerliches Feel-good-Kino im tuffigen Komödienformat zu machen, aber die Düsternis seiner beiden Black-Angel-Filme überrascht selbst, wenn man „Gonin“, „Gonin 2“ oder „Freeze me“ gesehen hat. Vor allem der 1997 entstandene „Black Angel 1“ gibt endgültig jegliche Kompromissfähigkeit auf. Im Zentrum steht eine Frau namens Ikko, die als Kind eines Yakuza-Bosses und einer unbekannten Mutter geboren wurde. Als das Mädchen ein paar Jahre alt ist, beschließt ihre ältere Stiefschwester, mit einem Verbündeten den Boss zu töten, um das Gangsterimperium unter ihre Kontrolle zu bringen. Ikko wird rechtzeitig durch einen Leibwächter in Sicherheit gebracht, der die Profikillerin Angel beauftragt, Ikko nach Amerika zu bringen. Angel setzt Ikko in ein Flugzeug nach Los Angeles. Im Alter von ungefähr 20 Jahren kehrt Ikko als Black Angel zurück. Gemeinsam mit einem Freund identifiziert sie auf einem alten Foto die Hintermänner des damaligen Blutbads und beginnt ihre Rachetour, die jedoch alles andere als reibungslos verläuft.

„Black Angel 1“ ist nihilistisches Kino in Reinkultur, das Hoffnung aus allem ausgetrieben hat, was auf der Leinwand zu sehen ist. Überall lauert Gewalt in Form von Schusswechseln, Folterungen oder anderen Niederträchtigkeiten. Die Kunst Ishiis ist seine stilisierte Inszenierung, welche dem bitteren Reigen trotz seiner Kälte Emotionen abringt. Die verkrüppelten Figuren vermitteln die Tragik zu ewiger Düsternis verdammter Menschen. Wenn Ikko an einer Stelle fragt, warum sie in diese Hölle hineingeboren wurde, dann ist das eine erschütternde Anklage, die berührt. Demgegenüber schlägt „Black Angel 2“ etwas leichter verdauliche Töne an. Die einzige Verbindung zwischen den beiden Filmen, ist die Profikillerin, welche Ikko in das Flugzeug nach Amerika gesetzt hat. „Black Angel 2“ erzählt ihre Geschichte. Die Killerin wurde vor einigen Jahren fast vergewaltigt. Ein unbekannter Helfer schlug die Vergewaltiger in die Flucht, tötete dabei einen von Ihnen und wurde zu Gefängnis verurteilt. Darauf fühlte sich die Killerin schuldig und flüchtete sich ins Geschäft der Auftragsmorde. Während eines Jobs erkennt sie in einem der Leibwächter des Gangsters, den sie töten soll, ihren Retter von damals. Während sie noch zögert tauchen plötzlich zwei andere Mörder auf, welche ebenfalls den Gangster umbringen wollen. Im Durcheinander trifft eine Kugel einen Unbeteiligten, der daraufhin stirbt. Seine Frau kann entkommen, steht jedoch fortan auf der Abschussliste der Gangster, die eine Zeugin des Geschehens loswerden wollen. Auch die Killerin sucht nach der Frau, so dass sich alle Parteien wieder über den Weg laufen, um ihre Konflikte auszutragen. „Black Angel 2“ besitzt wie sein Vorgänger immer noch eine düstere Grundhaltung, ist aber weniger finster inszeniert. Vor allem die Hauptfigur zeigt deutlich menschlichere Züge, als die Beteiligten in „Black Angel 1“. Bitter ist allerdings, dass man als Zuschauer bereits weiß, was aus ihr in „Black Angel 1“ noch werden wird – der Film spielt in seiner Haupthandlung später. Dennoch gelingt es Ishii im zweiten Teil der Serie, die Emotionen mit weniger Kälte zu konfrontieren. Darüber hinaus legt er mehr wert auf ein klassische Action-Insznierung, die den Film über die Kinetik des Geschehens in leichtere Gefilde transportiert.

BILD

Black Angel

Das Bild hat leider seine Schwächen, die für beide DVDs etwa gleichermaßen gelten. Während Verschmutzungen und Bildpunkte im Rahmen asiatischer Produktionen liegen, deren Master leider fast nie mit aktuellen europäischen oder amerikanischen Produktionen mithalten können, wurde die recht gute Bildschärfe mit dem starken Einsatz von Rauschfiltern erkauft. Das führt zu Treppenbildung und Flimmern bei Konturen, Nachzieheffekten sowie stehenden Rauschmustern. Demgegenüber sind der Schwarzwert und der Kontrast sehr gut.

TON

Black Angel

Auch der Ton siedelt sich bei beiden DVDs in ähnlichen Regionen an. Der deutsche 5.1.-Ton vermag gegenüber dem japanischen 2.0-Ton auch keine besonders deutliche räumliche Kulisse zu entfalten. Bei beiden Spuren sind die Dialoge klar und verständlich, eine besondere Wucht entfalten sie leider nicht.

EXTRAS

Beide DVDs enthalten einen Trailer, einen Storyboard-Film-Vergleich und ein Interview mit Takashi Ishii. Das Interview bei „Black Angel 1“ hat eine stattliche Länge von 45 Minuten. Darin geht es um die Entstehungsgeschichte des Films, die Beziehung zwischen dem Film und Ishiis Tätigkeit als Comiczeichner sowie um den Inszenierungsstil als Mittel für die Figurenzeichnung. Ishii selbst erweist sich als durchaus nachdenklicher Mensch, der seinen oft kritisierten Gewalteinsatz in seinen Filmen detailliert überdenkt, um ihn aus der Erzählung heraus zu motivieren und nicht als Selbstzweck zu verwenden. Das 35minütige Interview auf der Black Angel 2 DVD stammt aus demselben Gespräch. Für die Auswertung wurde es so in zwei Blöcke geschnitten, dass die beiden Teile thematisch den beiden Filme zugeordnet sind. Auch hier äußert sich Takashi Ishii in sehr interessanter Weise zu seinem Film, indem er über die Figurenbeziehungen sowie seine emotionale Intention spricht. Der Einkauf dieser sehr guten Interviews ist lobenswert.

FAZIT

Takashi Ishii hat mit seinen beiden Black-Angel-Filmen ein unnachahmlich düsteres Werk um Rache und menschliche Beziehungen geschaffen. Während die technische Qualität der DVD mit der Qualität der Filme nicht mithalten kann, ist das Bonus-Material zwar nicht übermäßig reichhaltig, aber dafür sehr gut.



Stefan Dabrock


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