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Headhunters   

Headhunters
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Original: Hodejegerne   (Norwegen, 2011)
Laufzeit: ca. 96 min
Studio: Warner HV
Regie: Morten Tyldum
Darsteller: Aksel Hennie, Nikolaj Coster-Waldau, Synnøve Macody Lund
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Norwegisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Behind the Scenes
Preis: ca. 14 Euro
Wertung: 1-/ 2+/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Kleines, gemeines Meisterstück aus dem Norden"

Basierend auf dem Roman von Jo Nesbø ist in Norwegen ein richtig fieser, kleiner, gemeiner, aber intelligenter Thriller entstanden, der eine Geschichte mit allerlei Überraschungen erzählt. Roger Brown (großartig: Aksel Hennie) ist 1,68 Meter groß und leidet unter fürchterlichen Minderwertigkeitskomplexen. Dabei hat er eigentlich alles, was sich ein Mann erträumen kann. Eine ebenso wunderschöne wie erfolgreiche Frau, ein tolles Haus – und einen Beruf, in dem er eine Klasse für sich ist. Er ist Headhunter für große Unternehmen. Wer eine Top-Führungskraft sucht, wendet sich an Roger. Doch all das reicht ihm nicht. Er will größer, besser, erfolgreicher sein. Er will ein noch größeres Auto fahren, er will noch mehr Ruhm und Ehre – darum nutzt er seinen Job um zu erfahren, in welchen Häusern Kunstwerke lagern, die es sich lohnen zu stehlen und die ihm seinen aufwendigen Lebensstil finanzieren.
Tja, nur passiert eines Tages, was passieren muss: Er stiehlt dem falschen Mann ein Bild. Ein ziemlich kostbares. Und wenn man in diesem Film sagt: Roger steckt in der Scheiße – dann ist das sowas von nicht sinnbildlich, sondern absolut wörtlich zu verstehen, dass man es sehen muss, um es glauben zu können. Roger auf jeden Fall ist schon bald auf der Flucht. Gejagt von einem Gegner, der offenbar genau so ein Blender ist wie er.
Oder steckt vielleicht doch etwas anderes hinter dieser Geschichte?
Mehr soll und darf über die Geschichte nicht verraten werden. Die Wendungen sind teilweise so irrwitzig, dass jedes Wort mehr nur die Spannung schmälert.
Was überrascht: Bevor es kracht, nimmt sich der Film viel Zeit für seine Hauptfiguren, sodass er nicht nur auf überraschende Wendungen auf ist, sondern diese auch wirklich über die Figuren definiert.

BILD

Headhunters

Der Transfer ist äußerst gelungen. Die Farben wirken kalt, steril, was die kalte Welt, in der Roger arbeitet, perfekt abbildet. Ein kühler Blauton legt sich über nahezu jedes Bild, dazu kommt der schnelle Schnitt, der keinerlei Schlieren oder ähnliches erzeugt. Mag "Headhunters" ein eher kleiner Film ohne große Effekte sein, weiß das Bild doch absolut zu überzeugen. Eine perfekte Arbeit für ein kleines Meisterwerk.

TON

Headhunters

Auch der Ton überrascht. Action gibt es nicht allzu viel in "Headhunders". Doch wenn es kracht, dann geht man in Deckung. Die Abmischung ist erstaunlich ausgeglichen, die gesamte Umsetzung ein Ohrenschmaus. Dabei spielt es keine Rolle, welche der beiden Tonspuren man hört.


EXTRAS

Das "Behind the Scenes" ist sehr anschaulich inszeniert, man merkt den Machern das Herzblut an, das sie in ihren Film gesteckt haben. Sehr schön ist jene Sequenz, in der der größte Spezialeffekt des Filmes erklärt wird. Diese Sequenz zeigt sehr schön auf, auf welchem Niveau inzwischen auch in Norwegen Filme entstehen. Noch Anfang der 2000-er Jahre galt Norwegen als ein Land, das Filmemacher nicht schnell genug verlassen konnten. Im Vergleich zu Schweden mit seiner langen und erfolgreichen Filmgeschichte war Norwegen so etwas wie ein dreirädriger Trabbi, dem man den Motor gestohlen hatte. Wer etwa mit norwegischen Filmkritikern über die Szene im eigenen Land sprach, erblickte in den Augen der Kollegen so etwas wie Verzweiflung, Melancholie, Suizidgedanken. Diese Zeiten sind nicht nur vorbei: Norwegen hat sich in den letzten Jahren zu einer Filmnation entwickelt, in der Filmemacher nicht nur Bock haben gute Filme zu drehen - sie dürfen sie vor allem auch wirklich machen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo viele Filmemacher inzwischen resigniert haben und über kleine DVD-Produktionen ihr Glück versuchen (wie Andreas Marshall mit "Masks" oder Tom Bohn mit "Reality XL"), können ihre Kollegen in Norwegen mit halbwegs anständigen Budgets anständige Genrefilme produzieren.

FAZIT

"Headhuntes" ist fies und gemein, steigert sich mit fortschreitender Laufzeit - bis hin zum überraschenden, großartigen Ende. Pflichtprogramm für alle Freunde spannender und origineller Thriller!



Christian Lukas


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