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Django (Box)   

Django (Box)
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Original: Django   (Italien, 1966)
Laufzeit: 90 Minuten (PAL)
Studio: Kinowelt
Regie: Sergio Corbucci
Darsteller: Franco Nero, José Bodalo, Loredana Nusciak, Ángel Álvarez, Eduardo Fajardo u.v.a.
Format: 1.66:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer, 2 weitere Django-Filme
Preis: Boxset ca. 50 Euro
Wertung: 2+ /4+/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Nur eins ist wichtig: das man sterben muss!"

Seine stahlblauen Augen hinter dem Dreitage-Bart sind trügerisch: Django (Franco Nero) ist einfach der Inbegriff lässiger Coolness gegenüber wirklich miesen Zeiten und Typen. Als Ex-Soldat der amerikanischen Nordstaaten-Armee hat er die Nase voll vom Krieg aber nicht vom Töten. In ihm brodelt ein finsterer Rachegedanke, der von einem abgebrühten Zynismus gegenüber der menschlichen Gesellschaft getragen wird. Dieses wandelnde Pulverfass schickt Regisseur Sergio Corbucci in ein unwirtliches Niemandsland an der Grenze zwischen Mexico und den Vereinigten Staaten. Dort heckt der hübsche Bursche mit den finsteren Gedanken einen Plan aus, um gleichzeitig seiner Rache nachzugehen und ebenfalls dabei reich zu werden. Doch sowohl sein Feind - der rassistische Südstaaten-Major Jackson (Eduardo Fajardo) - als auch sein mexikanischer Helfershelfer General Hugo (José Bodalo) entpuppen sich als extrem durchtriebene Zeitgenossen. Düster, trostlos, gewaltätig und vor allem richtig dreckig beschreibt Sergio Corbucci in “Django” den amerikanischen Südwesten als echten Vorhof zur Hölle: eine anarchistische Ausbeuter-Gesellschaft zerfleischt sich hier förmlich selbst. Django ist schließlich genau wie Eastwoods namenloser Ponchoträger in “Für eine Handvoll Dollar” der Funke, der die explosiven Elemente entzündet. Mit einer besonders lässigen deutschen Synchronisation gesegnet, entfaltet dieser archetypische Italowestern sein volles Flair. Oftmals fernab der originalen Texte wird Django zum wandelnden One-Liner - und die verbalen Treffer sitzen genau wie seine blauen Bohnen. Noch vor “Rambo” wurde er deshalb ein Synonym für brachialen Gewalteinsatz zur Durchsetzung persönlicher Ziele.

BILD

Django (Box)

Mit der Vorlage des neuen Blue Underground Transfers von “Django” kann sich Kinowelt glücklich schätzen. Das anamorphe Bild (1.66:1) zeigt sich von seiner besten Seite. Trotzdem kann der Film sein Alter nicht ganz verbergen. Extrem sauber aber trotzdem an manchen Stellen seicht grobkörnig sind einige schwere Defekte des Originalnegativs nicht mehr zu reparieren gewesen. Dies kommt aber nur an drei Stellen zum Vorschein und dauert nur wenige Sekunden. Ansonsten hat “Django” nie besser ausgesehen und wird vermutlich auch nie mehr besser aussehen. Nach dem noch etwas grieseligen Vorspann wird das Bild extrem gut. Auch wenn die Schärfe in Wideshots nicht immer ganz mithalten kann, sind viele dreckige Details erkennbar. Ansonsten ist der Transfer extrem scharf und - so weit man das bei einem so dreckigen Film sagen kann - kristallklar. Die urspünglichen Farben und der Schwarzlevel sind sehr kräftig und unterstützen den guten Eindruck. Die Kompression verhindert die Bildung von Artefakten sorgt für einen ruhigen Filmfluss. Fast ein Wunder für diesen alten Film.

TON

Django (Box)

Der Film bringt nur den originalen Monosoundtrack in Deutsch und Italienisch mit. Diese wurden allerdings vom unnschönen Erbe ihrer ehemaligen Mono-Master befreit und klingen deshalb rauschfrei und ziemlich klar durch die Soundanlage. Viel Dynamik verbreiten die Tracks natürlich trotzdem nicht. Die Dialoge sind absolut klar und deutlich verständlich. Auch die Musik und die Soundeffekte wurden ein wenig “entstaubt” und hören sich nicht zu alt und kraftlos an. Surroundaktivitäten sind hier selbstverständlich nicht vorhanden. Hier wurde gute Arbeit geleistet und die Tracks lassen sich sehr gut im Stereo-Modus der Surroundanlage anhören. Ein Manko gibt’s noch beim italienischen Track: die deutschen Untertitel entsprechen hier nur der deutschen Synchronisation und nicht den tatsächlichen italienischen Dialogen!

EXTRAS

Abgesehen von den Trailern zu den Filmen hat sich Kinowelt mit den zusätzlichen Interviews von Franco Nero und der gelungenen Blue Underground Dokumentation “Django - The One and Only” (ca. 16 Minuten) versorgt. Neben Nero kommt hier auch Corbuccis Co-Regisseur Ruggero Deodato zu Wort. Mit vielen kleinen Details zur Entstehung und dem seltsamen Erfolg von “Django” erfreuen die beiden den Zuschauer: nie hat es eine bessere Begründung gegeben, Statisten unter roten Masken zu verstecken. Auf “Djangos Rückkehr” und “Django, der Rächer” befindet sich jeweils ein fünfminütiges Interview mit Franco Nero, das sich spezifisch mit dem entsprechenden Film befasst. Nicht sehr ausführlich aber trotzdem interessant gibt der italienische Ausnahmeschauspieler einige nette Anekdoten preis.

FAZIT

Django ist auf DVD zurück und hat gleich zwei seiner seltsamen filmischen Brüder mitgebracht. Sammler dürfte es freuen, diese Filme ungekürzt und mit der alten deutschen Synchronisation zu bekommen. Besonders die Restauration des unübertroffenen Originals macht diese Box zu einer echten Versuchung, da es die Filme nicht einzeln zu kaufen gibt. Für Nostalgiker und Entdecker des italienischen Westens empfohlen.



Kay Pinno


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