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From Hell (R1)   

From Hell (R1)
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Original: From Hell   (USA, 2001)
Laufzeit: 121 Minuten (NTSC)
Studio: Twentieth Century Fox
Regie: Allen & Albert Hughes
Darsteller: Johnny Depp, Robbie Coltrane, Heather Graham, Ian Holm, u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Englisch DD5.1 Englisch DS2.0 Fr,Spa
Untertitel: Englisch
Extras: Kommentar, Deleted Scenes, Doku, u.v.m.
Preis: ca. 30 Dollar
Wertung: 1-/ 1-/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"It is the way she was done, Sir!"

Das die Hughes-Brüder, die das Black Cinema in den USA mit ihren Filmen “Menace II Society” und “Dead Presidents” nachhaltig bereichert haben, ausgerechnet mit mit einem historischen Slasher-Stoff wie der Jack the Ripper Verfilmung “From Hell” auftrumpfen, hätte sich wohl niemand wirklich träumen lassen. Das sie insgesamt fünf Jahre an der Verfilmung des opulenten S/W-Comics sitzen, hätten sich im Gegenzug die Hughes-Brüder nicht träumen lassen. Dank rigider Filmstudiopolitik wurde aus der mit Sicherheit bestmöglichen Verfilmung des Ripper-Themas, leider nicht der ultimative Thriller, den viele Fans erwarteten. Auf der Spur des berüchtigten Prostituiertenmörders anno 1888 ist diesmal Sgt. Abberline (Johnny Depp), der durch fleissigen Absintgenuss Visionen der Taten bekommt. Auf der Suche im Milieu kommt er aber bald zu dem Schluss, das hinter den extremen Taten mehr als ein Wahnsinniger stecken muss. Unterstützt von einer tollen Besetzung (u.a. Robbie Coltrane und Ian Holm!) haben die Hughes-Brüder echte Schwerstarbeit in der Wiedererweckung des Londoner Whitechapel-Bezirks geleistet. Das Leben und das Umfeld ist dreckig und muffig. Sex findet in düsteren und schmierigen Seitengassen statt. Auf eine verklärte Hochglanz-Vergangenheit wird dankbar verzichtet. Ein echter Volltreffer in Sachen Atmosphäre. Das die Regiebrüder mörderisch viel Arbeit in die geschichtlich korrekte Darstellung von Tatorten und Morden investiert haben, zahlt sich dank der rigiden Studiozensur nur halb aus. Hier wäre etwas mehr tatsächlich etwas mehr gewesen! Trotzdem bleibt “From Hell” mit Sicherheit bisher die gelungenste Umsetzung des Ripper-Mythos.

BILD

From Hell (R1)

Dunkle Filme sind immer schwierig in der Umsetzung auf DVD. Dies gilt jedoch nicht für “From Hell”. Der hauptsächlich bei Nacht oder in düsteren Gefilden spielende Film schwächelt in keiner Minute auf dem heimischen Bildschirm. Trotz eines bemerkenswerten Schwarzlevels ist der Kontrastumfang sehr gelungen. Trotz Dunkelheit bleiben selbst kleine Details für den Zuschauer noch sichtbar. Auch düstere Farbpalette wird sehr gut wiedergegeben. Aufgrund des jungen Alters der Vorlage lassen keine Defekte oder Verschmutzungen auf dem Transfer erblicken. Sonstige digitale Artefakte oder Schwächen in der Komprimierung konnten nicht gefunden werden.

TON

From Hell (R1)

Die doppelte Dröhnung bringt “From Hell” in Form eines Dolby Digital und eines DTS-Tracks mit. Die Unterschiede zwischen beiden liegen wieder mal in den kleinen ambienten Effekten und dem größeren “Ooommphh” beim DTS-Track. Ansonsten können beide Spuren voll überzeugen. Ambiente Effekte regieren die Soundkanäle. Düster dringen Geräusche und Stimmen von allen Seiten an das Ohr des Zuschauers. Besonders die Visionen von Abberline gehen aggressiv an den eigenen Mumm. Laut, heftig und auch hier von allen Seiten wird der visuelle Angriff vom Ton kräftig unterstützt. Große Teile des Films spielen sich aber auch nur auf der Frontstage ab. Die Dialoge sind immer gut verständlich und böse Überlappungen bleiben aus. Auch die Balance zwischen dem kraftvollen Soundtrack von Trevor Jones, der nicht von ungefähr an “Bram Stokers” Dracula erinnert, und den geschickt plazierten Soundeffekten, wie dem ausklappen der Trittleiter der Kutsche, ist hervorragend. Hier hat die Oberliga am Mischpult gesessen.

EXTRAS

Als zeitlich limitiertes Doppeldisc-Set bringt “From Hell” wirklich einen Stapel an ausgewogenen Extras mit. Auf der ersten Filmscheibe befindet sich der Audiokkommnetar mit Albert und allen Hughes, Drehbuchautor Rafael Yglesias, Kameramann Peter Deming und Schauspieler Robbie Coltrane. Obwohl die Hughes-Brüder eigentlich weniger in dem zusammengeschnittenen Kommentar zu Wort kommen, als man vielleicht vermuten würde, ist dieser Track eine Wucht. Hier werden alle Aspekte bei der Entstehung von “From Hell” angesprochen. Die Hughes-Brüder sprechen hauptsächlich über den Kampf mit den Studios und der Produktion vor Ort, Yglesias berichtet über die Schwierigkeiten der Adaption der “Graphic Novel” in ein Drehbuch und Robbie Coltrane schwatzt ausgiebig über seine Zusammenarbeit mit Johnny Depp und den historischen Hintergrund. Yeah!!! So müssen Kommentare sein. Nochmals Wow! Ebenfalls auf Disc 1 befinden sich satte 20 Deleted Scenes, die durch eine geschickte Schwarzweiss zu Farbe Kennzeichnung in die Chronologie des Films eingeordnet werden. Auch hier handelt sich nicht um eine Mogelpackung: Hier gibt es zahlreiche kürzere und längere Szenen, die dem Film einige interessante Facetten hinzufügen. Optional gibt es zu jeder Szene auch einen äußert amüsanten Kommentar der Hughes-Brüder. Bingo! Auf der zweiten Scheibe findet sich vor allem die fast einstündige Dokumentation “Jack the Ripper: 6 Degrees of Separation” über die historische Figur des Rippers. Während des Programms können hier zusätzlich Interview-Sektionen mit einem Ripper-Experten aufgerufen werden. Die eher lasche Tour durch die Produktion “A View from Hell” mit Hauptdarstellerin Heather Graham als Host geleitet eher oberflächlich durch die Produktion des Films. Bei der “Tour of the Murder-Sights” begleiten die Hughes-Brüder den Zuschauer auf die nachgebauten Sets der Tatorte. Wer sich für den Look des Films interessiert wird bei einer Tour mit dem Production-Designer Martin Childs seine Freude haben. Ein Vergleich der “Graphic Novel” mit dem fertigen Film und ein Trailer runden die Scheibe ab. Mehr konnte man von Fox auch kaum verlangen.

FAZIT

Das 2-er Disc Set von “From Hell” ist ein echter Volltreffer in jeder Beziehung. Auch für Nichtkenner des Films lohnt sich blindes Zugreifen. Besser als in einer solchen Qualität werden DVDs nicht produziert. Wie warb Stefan Raab doch so griffig für eine großen Rinder-Slasher: “Ripp,Ripp... Hurra!”.



Kay Pinno


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