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Und wieder 48 Stunden   

Und wieder 48 Stunden
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Original: Another 48 hrs.   (USA, 1990)
Laufzeit: 92 Min. (PAL)
Studio: Winklerfilm / Paramount
Regie: Walter Hill
Darsteller: Eddie Murphy, Nick Nolte, brion James, Andrew Divoff, Ed O'Ross u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Englisch DD2.0 Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Trailer
Preis: ca. 14 €
Wertung: 3 / 3+/ 4 (Bild/Ton/Extras)


"Die Jungs sind wieder in der Stadt"

Ganze acht Jahre dauerte es, bis sich Walter Hill und seine Stars Eddie Murphy und Nick Nolte wiedertrafen, um eine Fortsetzung zu Hills enorm erfolgreichen Film "Nur 48 Stunden", der 1982 im Handstreich das Buddy-Cop-Genre zementierte, das in zahllosen Variationen das 80er Jahre Actionkino beherrschen sollte, auf die Leinwand zu bringen.
Doch die Zeiten hatten sich inzwischen geändert: Eddie Murphy stieg nach seinem fulminanten Auftritt als maulender Gauner Reggie Hammond in weiteren Rollen und vor allem als "Beverly Hills Cop" Axel Foley zum absoluten Superstar auf. Zudem hatte sich das Buddy-Cop-Genre im Kino inzwischen absolut ausgelatscht. Vor allem hatte aber John McTiernans "Stirb Langsam" dem Actionkino einen dringend benötigten Impuls der Ernsthaftigkeit versetzt, den derbe Sprüche und Macho-Cop-Humor endgültig ablösten.
Zum Ende der 80er Jahre war Walter Hill nach einigen kommerziellen Misserfolgen (u.a. "Ausgelöscht") wieder auf der Siegerstraße und wollte noch einmal die alte Gang zusammentrommeln, um vielleicht das letzte Hurra für das siechende Genre abzufeuern, das sie gemeinsam begründet hatten. Problematisch wird es für "Und wieder 48 Stunden" an zwei Fronten: zum einen ist der Film fast ein Remake seines ersten Teils und zweitens musste anscheinend in Zeitdruck, um dem Terminkalender der Stars gerecht zu werden, rasch eine halbwegs plausible Geschichte zusammengeklöppelt werden. Das immerhin vier Autoren plus natürlich Superstar Eddie Murphy ihre Finger dabei im Spiel hatten, zeigt sich an dem zerfahren Durcheinander des Plots, der mehr wie das Abarbeiten einer Pflichtübung statt einer mitreißenden Actiongeschichte wirkt.
Über fünf Jahre sind seit den Ereignissen von "Nur 48 Stunden" vergangen: während Knacki Reggie Hammond (Murphy) wieder im Bau gelandet ist, jagt Jack Cates (Nick Nolte) den größten Drogendealer von L.A. namens "Iceman". Kurz vor der Entlassung von Hammond kann Cates eine Geldübergabe des "Iceman" verhindern, bei der er selbst in die Schusslinie der Behörden gerät und mit einer Mordanklage rechnen muss. Sein einziger Hinweis ist ein Foto von Hammond, das am Tatort gefunden wurde. Und so geht es wieder los: Cates muss den missmutigen Hammond davon überzeugen, mit ihm auf die Pirsch zu gehen, um den "Iceman" dingfest zu machen. Mächtig angefressen von Cates denkt Hammond aber gar nicht daran, bis auch ihm ein paar angheuerte Biker (u.a. Andrew Divoff) mit Bleiargumenten und einer persönlichen Rache-Agenda auf den Pelz rücken.
Ab hier beginnt dann schließlich auch der gleiche Plot, wie in "Nur 48 Stunden", bei der Cates und Hammond aber gerne mal die Rollen tauschen: um an die bösen Buben zu gelangen, müssen sich die beiden auf die Suche nach der Freundin der Biker begeben und landen dabei natürlich auch in einer Redneck-Bar. Nicht ganz so geschickt versucht Walter Hill seine Riffs aus "Nur 48 Stunden" hier zu variieren. Eddie Murphy bekommt dabei eine Menge überflüssiger Screentime, die weder lustig noch spannend ist. Wenn aber mal die Pointen und Kugeln in "Und wieder 48 Stunden" treffen, dann kracht es ganz ordentlich. So erfüllt "Und wieder 48 Stunden" die Basics des Genres mit Bravour und liefert sogar heftigere Action als das Original, was dem Film bis vor kurzem noch einen Platz auf dem Index sicherte. "Und wieder 48 Stunden" ist althergebrachtes Actionkino ohne Schnörkel oder prätentiöse Intentionen: Leider verpasst Walter Hill hier die Gelegenheit, einen echten Schwanengesang hinzulegen und liefert nur solide Actionware von seiner speziellen Stange. Die darf man auf der DVD von Winklerfilm immerhin ungeschnitten und frei ab 16 Jahren genießen.

BILD

Und wieder 48 Stunden

Leider hat der anamoprphe Widescreentransfer (1.85:1) nicht viel Liebe erfahren: die Vorlage geht noch in Ordnung und zeigt nur ein paar wenige Altersspuren durch Bildpunkte. Schärfe und Kontrast sind jedoch eher etwas schwammig und varieren auch mal stärker im Verlauf des Films. Dazu wird das Bild stellenweiße auch mal recht grobkörnig, was sich besonders in der Eröffnungssequenz und in sehr dunklen Bereichen zeigt. Die Farbpalette ist gerade noch solide und zeigt sich auch schon mal etwas ausgewaschener, was sich leider besonders im Schwarzlevel zeigt. Hier scheint man künstlich etwas aufgehellt zu haben, was den dunklen Partien einen milchigen Stich gibt. Die Kompression kann zudem ein seichtes Hintergrundrauschen nicht vermeiden. Trotz dieser Mankos geht der Transfer halbwegs in Ordnung, da anscheinend auch kein anderes Master vorgelegen hat, was man anders hätte bearbeiten können. Befriedigend.

TON

Und wieder 48 Stunden

Auf Deutsch ist der Ton nur im DD2.0 Format vorhanden und vermittelt noch eine solide Dynamik. Dennoch zeigt sich bei den oft gekeiften Dialogen, dass hier das Alter des Tracks schon etwas schwierig ist. An wneigen Stellen schieint sich eine leichte Übersteuerung einzustellen, die die Verständlichkeit etwas beeinträchtigt. Insgesamt ist der Track aber in seiner Abmischung sehr homogen: Musik, Sound und Dialoge liegen auf einer Ebene, ohne sich in den Vordergrund zu spielen.
Der englische Track ist allerdings klar zu bevorzugen: Dynamik und Verständlichkeit sind hier besser und auchg die Surroundaktivität samt Basseinsatz kommt gut zur Geltung.

EXTRAS

Als einziges Extra gibt es einen Trailer zum Film zu sehen.

FAZIT

Walter Hills "Und wieder 48 Stunden" ist endlich ungeschnitten auf DVD und frei ab 16 Jahren erhältlich. Der Bildtransfer der DVD schießt einen leider nicht mehr aus den Pantinen und auch der Sound ist etwas angestaubt. Dennoch erweckt "Und wieder 48 Stunden" als letztes Aufbäumen der 80-er Jahre den Geist klassischer Buddy-Cop-Action, den sein Vorgänger "Nur 48 Stunden" ursprünglich begründete. Empfohlen.



Kay Pinno


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