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Bloodsport   (BLU-RAY)

Bloodsport
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Original: Bloodsport   (USA, 1988)
Laufzeit: 92 Min. (1080p)
Studio: Twentieth Century Fox / MGM
Regie: Newt Arnold
Darsteller: Jean Claude van Damme, Donald Gibb, Leah Ayres, Bolo Yeung, Roy Chiao, Phillip Chan, Forest Whitaker u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 2.0 Englisch, DTS-HD-MA 1.0 Deutsch, u.a.
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3+/ 4 / 4- (Bild/Ton/Extras)


"OK, USA!!"

Wie aus dem Nichts bretterte 1988 aus der verlässlichen B-Actionschmiede Cannon "Bloodsport" in die Kinos und markierte den Höhepunkt der damals gerade überschwappenden US-Martial Arts Welle, die durch den Erfolg von Filmen wie "Karate Kid" und "Enter the Ninja" ausgelöst wurde und das Thema asiatischer Kampfkunst in einen amerikanisch-kompatiblen Kontext verpflanzten. Ein damals noch unbekannter Jean Claude Van Damme, der außer der Kampfchoreographie für "Missing in Action" und einer kleinen, aber imposanten Baddie-Rolle in "Karate Tiger" noch nichts auf dem Fleißkärtchen stehen hatte, durfte in "Bloodsport" die Hauptrolle übernehmen und zeigen, warum er den Spitznamen "Muscles From Brussels" bekommen hatte. Quasi über Nacht wurde der belgische Martial Arts Champion mit der Rolle von Frank Dux zum heißesten Newcomer im Actionfach, obwohl "Bloodsport" fast nicht in die Kinos gekommen wäre. Erst nach Drängen von Van Damme wurde die holperige Erstfassung des Films mit seiner Hilfe umgeschnitten und zum nun legendären Erfolg (Eine Vorgehensweise, die sich berüchtigterweise kurze Zeit später bei dem Cannon-Endzeitspektakel "Cyborg" wiederholen sollte).
Lose auf den autobiographischen Angaben von Martial Arts Legende Frank Dux basierend, der ebenfalls die Kampfchoreographie für "Bloodsport" übernahm, liefert der Film die perfekte Mischung aus Kampfsport-Mythos, Sportfilm, Buddymovie und Thriller - und das alles vor der wunderschönen Kulisse von Hongkong.
Um dort an einem geheimen Vollkontakt Wettbewerb - dem Kumite - teilzunehmen, büchst Frank Dux (Van Damme) vom Dienst bei der Army aus. In Hongkong muss deshalb nicht nur die illustren Teilnehmer des Kumite fürchten, sondern auch noch den etwas tappsigen Army-Häschern Helmer und Rollins (Norman Burton und ein junger Forest Whitaker) ein Schnippchen schlagen. Zur Seite stehen ihm dabei der ruppige Biker Jackson (Donald Gibb), der ebenfalls am Kumite teilnimmt, und die ehrgeizige Reporterin Janice (Leah Ayres), die unbedingt über den geheimen Wettbewerb berichten will.
"Bloodsport" meistert die große Kunst des B-Film Minimalismus in Perfektion! Nicht nur dass die gut besetzten Hauptfiguren in kürzester Zeit etabliert sind, sondern auch deren Dynamik untereinander funktioniert glasklar. In jedem anderem Film wären Sidekicks wie Helmer und Rollins kaum der Rede wert, aber in "Bloodsport" werden sie durch das Zusammenspiel der Akteure, einschließlich eines genervten Hongkonger Polizeichefs (Phillip Chan war tatsächlich selbst Polizist und übernimmt diese Rolle später wieder u.a. in "Hard Boiled") zu einem echten Eckpfeiler der Story und der Unterhaltung.
Richtig brillant ist schließlich die Umsetzung des Turniers und seiner Teilnehmer gelungen. Gleich in der Eröffnungssequenz bekommt der Zuschauer die unglaublichen Typen und ihre markant unterschiedlichen Kampfstile präsentiert, die einen direkt in die exotische Kampfsportwelt des Kumites hineinziehen. Der wuchtige High-Kick ist dabei aber die umwerfende Musik von Paul Hertzog, die "Bloodsport" seine einzigartige Atmosphäre verleiht und sämtliche Kampfsportmontagen zu großen Feierstunden werden lässt! Wenn Dux etwa gegen den Beinkünstler Paco die Seitenkick-Polka mit "Come on!"-Rufen anfeuert, dann zieht einem dies mit Hertzogs Score den Teppich unter den Füßen weg. Überhaupt ist der junge Jean Claude Van Damme, auch durch ein dreimonatiges Intensiv-Training mit Frank Dux selbst, in Bestform: in "Bloodsport" zeigt er sein komplettes Kampfkunst-Arsenal in Vollendung. Dazu gehört auch eine knifflige Trainingssequenz, die ein wenig an Jackie Chans "Drunken Master" erinnert und Van Dammes Markenzeichen - den Spagat - in einer schmerzhaften Dimension zeigt.
Als muskulöser Baddie beim Kumite darf Hongkong-Kinoveteran Bolo Yeung nach seinem Auftritt in "Der Mann mit der Todeskralle" hier Bruce Lees Texte übernehmen und sicherlich die eindrucksvollste Performance seiner Karriere abliefern. In "Bloodsport" greifen einfach alle Elemente perfekt ineinander: Action, Spaß, Drama und Moral vereinen sich zeitlos zu einem perfekten Roundhouse-Kick der Action-Unterhaltung.

BILD

Bloodsport

Der anamorphe HD-Transfer basiert auf einer sehr guten Vorlage, die aus dem etwas ruppigen Filmmaterial noch viel herausholt. Dies beinhaltet allerdings auch die originalen Unsauberkeiten und das entsprechende Filmkorn. Dafür wird der Zuschauer mit einem echten Filmlook belohnt, der besonders bei den Studioaufnahmen und Close-Ups enorm viel an Detail bietet. Leider wurde das digitale Material aber anscheinend schlecht mit Edge Enhancement bearbeitet, was teilweise bei Konturen zu einer deutlichen Treppchenbildung und im Einzelfall zu erkennbarer Verpixelung führt. Der Störfaktor hängt hier aber deutlich von der Bildschirm-/Projektionsgröße ab. Auf kleineren Bildschirmen wird der Effekt kaum störend auffallen, während die Pixelmuster bei einer Projektion deutlich erkennbar sind. Schärfe und Kontrast variieren, was allerdings teilweise dem originalen Filmmaterial geschuldet ist, das z.B. in den Flashback-Szenen auch Weichzeichner einsetzt. Die Farben sind hingegen durchgängig sauber und kräftig und liefern einen guten Gesamteindruck. Auch der Schwarzlevel kann da gut mithalten. Ein an sich solider Transfer, der allerdings mit digitalen Filterproblemen zu kämpfen hat.

TON

Bloodsport

Unfassbar, aber wahr: der deutsche Ton wurde nur im DTS-HD-MA 1.0 Format auf die Scheibe gepresst - eine Praxis die generell verboten werden sollte. Auch wenn dies tatsächlich dem originalen Monotrack entspricht, hat sich die Dopplung zu einem 2.0 Track immer als erfolgreich und besser für das Heimkino erwiesen. Selbst auf der alten DVD ist der deutsche Ton im 2.0 Format vorhanden. Dies ist besonders ärgerlich, da der sensationelle Score von Paul Hertzog in dieser Abmischung deutlich an wichtiger Prominenz verliert. Zudem erschwert das 1.0 Format das vernünftige Abspielen auf einer modernen Mehrkanal-Surround-Anlage. Wer nicht nur Ton aus der (vielleicht schwachen) Center-Box haben möchte, muss erstmal ein wenig an den Einstellungen fummeln und befriedigendes, homogenes Klangbild zu erhalten. Immerhin ist der englische Ton im 2.0 Format vorhanden und kann vernünftig aufgeschaltet werden.

EXTRAS

Als einziges Extra ist nur ein Kinotrailer vorhanden.

FAZIT

Jean Claude van Dammes "Bloodsport" ist auch heute noch einer der ganz großen Würfe im Genre der US-Martial Arts Klopper der 80er Jahre. Leider ist die HD-Umsetzung nicht so gut gelungen: Aliasing und leichte Verpixelung beeinträchtigen das ansonsten gute HD-Bild. Zudem wurde der deutsche Ton nur im 1.0 Mono-Format aufgespielt, was selbst auf DVD besser ging. Der zuständige Produktmanager hätte dafür einen Dim Mak verdient.



Kay Pinno


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