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Hijacked   

Hijacked
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Original: Hijacked   (USA, 2011/2012)
Laufzeit: ca. 87 Min. (PAL)
Studio: Pecom
Regie: Brandon Nutt
Darsteller: Randy Couture, Dominic Purcell, Holt McCallany, Craig Fairbrass
Format: 1,78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: ---
Preis: ca. 10 Euro
Wertung: 2-/ 2-/ 6 (Bild/Ton/Extras)


"So wirklich aufregend ist dieser Flug nicht..."

Randy Couture gehört zum festen Ensemble der Expandables-Filme. Der Kampfsportler, der als griechisch-römisch versierter Ringer fast einmal bei Olympia gestartet wäre, macht sich ganz gut auf der Leinwand. Man nimmt ihm den harten Kerl ab, warum ihn nicht in den Mittelpunkt eines Actionfilmes stellen?

Man nehme als Randy Couture, umgebe ihn mit erfahrenen B-Actionschauspielern wie Domic Purcell und Vinnie Jones, hole noch einen Briten wie Craig Fairbrass, der zwar ebenso viele B-Filme gemacht hab, aber durchaus auch ernste Rolle gespielt hat, engagiere einige hübsche B-Schauspielerinnen fürs Auge. Fertig ist der B-Actioner.

Nur leider ist das heute nicht mehr so einfach. Das Publikum ist anspruchsvoller geworden. Ehemalige Hollywood-A-Regisseure wie Peter Hyams (siehe "Enemies Closer") arbeiten heute mit niedrigen Budgets durchaus fantasievoll, Oscarpreisträger wie Cuba Gooding Jr. ballern sich von B-Film zu B-Film - ohne ihr Talent daheim zu lassen. Nach Jahren, in denen der Actionfilm eher einen Dämmerschlaf erlebt hat, kommt er langsam wieder in die Puschen. Da Hollywood mit Krampfschwachmatismus wie "Stirb langsam 5" das A-Actionfilmgenre ermordet hat, ist der Actionfilm wieder dort gelandet, von wo aus er seinen Triumpfzug antrat: Im B-Genre. Aber das auf einem durchaus hohen Niveau, denn mit ihren geringen Budgets wagen sich die Regisseure und Autoren durchaus in ungewöhnliche Sphären vor. Sie scheuen sich nicht vor Experimenten oder ungewöhnlichen Ideen. Man denke an den letzten "Universal Soldier", der irgendwo zwischen Brutalo-Action und Kunstfilm manchen Actionfreund erfreute - oder vor den Kopf schlug. Kalt gelassen hat er jedoch keinen.

Von solchen Qualitäten ist "Hijacked" leider weit entfernt. Was in erster Linie an der statischen Inszenierung liegt. Die Kamera fängt brav scharfe Bilder ein, das Lichtdepartment leuchtet die eher billigen Kulissen brav aus, die Kulissenbauer haben sich Mühe gegeben, können aber nicht verbergen, dass sie mit sehr beschränkten Mitteln zur Arbeit schreiten mussten. Allein die Musik der Newton Brothers macht einen auf Hans Zimmer (was nicht verwundert, die beiden haben für den deutschen Großmeister gearbeitet und waren so etwas wie seine Lehrlinge). Die Darsteller geben sich Mühe, allen voran Randy Couture, der sich wirklich anstrengt, den Film zu tragen. Aber Couture ist Kampfsportler. Vor der Kamera ist er talentiert, keine Frage, aber eben doch eher als guter Nebendarsteller, jemand, der im Schatten eines Stars wie Stallone agiert - der ihm dann Platz für seine Szene gibt. Die Regie hier vergisst jedoch die Darsteller zu führen. Bösewichtdarsteller Holt McCallany, der einige Zeit lang eine bemerkenswerte Nebenrolle in "CSI: Miami" verkörperte, hat etwa einen wunderbaren Schauspielerauftritt, wenn er seine Motive erklärt. Man merkt - der Mann hat Präsenz. Die aber wird von der Regie nicht entfesselt. Man spürt, wie seine Figur auf das Aufsagen seiner Textzeilen reduziert wird, während er durchaus versucht, einen komplexen bösen, aber durchaus vielschichtigen Charakter zu kreieren. Doch da ist das inszenatorische Bremspedal, das einfach keine Entfalltung erlaubt.
Ein echtes Trauerspiel ist die Inszenierung der Frauen. Sie sind hübsches Beiwerk. Egal ob gut oder böse.

Um was es geht? CIA-Agent Paul Ross ist seit Jahren einer Terrororganisation namens The Tribe auf der Spur. Doch seine Vorgesetzten glauben, er habe sich in eine Idee verrannt. Selbst ein Anschlag auf sein Leben in Paris, bei dem mehrere Agenten sterben, überzeugt sie nicht davon, dass The Tribe wirklich existiert. Ross scheint Ereignisse, die in Wahrheit in keinem Zusammenhang zueinander standen, einfach in einen Zusammenhang gebracht zu haben.
Bevor sein Büro aufgelöst wird, bekommt er jedoch einen möglicherweise letzten Hinweis: The Tribe, sofern existent, scheinen einen Anschlag auf den britischen Milliardär Lieb zu planen. Der hat Probleme mit der Börsenaufsicht, wird einiger Insidergeschäfte verdächtigt, sein Konzern steht kurz vor dem Zusammenbruch. Ross warnt Lieb, er solle nicht von Paris nach New York fliegen, weil auf dem Flug etwas geschehen könnte. Lieb muss jedoch vor der Börsenaufsicht aussagen, doch er nimmt Ross' Warnung durchaus ernst und bittet ihn kurzerhand an Bord seiner privaten Luxus-Boeing. Wo geschieht, was geschehen muss: Im Flugzeug warten schon die Räuber, die ihren Plan durchziehen, Lieb abzuzocken. Um sein Geld den Armen zu geben. Robin Hoods der Gegenwart. Mit rabiaten Methoden. Sie haben nur zwei Probleme. 1.) Lieb verschanzt sich in seiner privaten Suit im Flieger. Und 2.) ist da der CIA-Agent, der nicht auf dem Flugplan stand.

Das alles wirkt wie ein Actionfilm von 1995, in dem Michael Dudikoff den Helden gab und ein Reiner Schöne den teutonischen Finsterling. Billig, uninspiriert, nicht wirklich überraschend. Da gibt es bessere Filme auf dem Markt.

BILD

Hijacked

Hier hat der deutsche Verleiher Pecom gute Arbeit geleistet. Das Bild ist frei von Fehlern. Die Vorlage ist sauber und zeigt keine Abnutzung. Auch die Farbpalette ist sauber, kontrastreich, wie es sich gehört. Ein bisschen Körnung hätte dem Film sogar gut getan, denn gerade die Außenaufnahmen des Flugzeugs können nicht kaschieren, dass es sich hier um einen Computereffekt handelt. Und zwar einen nicht wirklich guten. Natürlich ist er allemal besser als ein Effekt von The Asylum, dies hier ist das B-Film- und nicht das D-Film-Genre. Ist aber auch egal, weil es am Bild nichts auszusetzen gibt.

TON

Hijacked

Und das gilt auch für den Ton. Natürlich gibt es hier keine "Herr der Ringe"-Abmischung, aber: Musik und ambiente Effekte mischen sich schön in den Effektkanälen, während die Dialoge gut verständlich im Centerkanal ruhen. Das geschieht zwar auf kleiner Flamme, ist technisch aber einwandfrei.



EXTRAS

Niente, nix, gar nichts! Außer Trailer.

FAZIT

"Hijacked" ist leider ein B-Film der Gegenwart, der zeigt, wie man es nicht machen sollte. Statisch in der Inszenierung, eher schlicht in der Schauspielführung. Keine vollkommene Zeitverschwendung, wenn gerade nichts anderes zur Hand ist... Bitte. Letztlich ist es aber kein Film, den man gesehen haben muss.



Christian Lukas


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