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Akira   (BLU-RAY)

Akira
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Original: Akira   (Japan, 1988)
Laufzeit: 124 Min (1080p)
Studio: Universum
Regie: Katsushiro Otomo
Darsteller: Mitsuo Iwata, Nozomu Sasaki, Mami Koyama u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch, Japanisch DTS-HD-MA 2.0 Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Szenenerstellung, Bildergalerie, Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 1+/ 3+ (Bild/Ton/Extras)


"The Big Bang Theory in Neo-Tokio"

Katsushiro Otomos "Akira" hat wie kein anderes Werk die japanische Anime- und Manga-Kunst international salonfähig gemacht. Die Cyberpunk Geschichte um die zwei Freunde Tetsuo und Kaneda, die in einer Motorrad-Gang Neo-Tokio im Jahr 2019 unsicher machen, verbindet den visuellen Gigantismus von "Metropolis" und "Blade Runner" in Verbindung mit dem rohen postapokalyptischen Charme der "Mad Max" Filme sowie einem typisch japanischen Cyberpunk-Flair.
Allein die rasant brachiale Eröffnungssequenz, in der Kaneda und seine Gang sich eine wilde Straßenschlacht mit den befeindeten Bikern der Clowns liefern, sorgt für einen irrsinnigen Adrenalinschub und glasige Augen. Vor der grellen Neon-Kulisse einer aus den Ufern gewucherten Megacity der Zukunft wird auch vor zivilen Kollateralschäden kein Halt gemacht.
Ein Unfall mit einem seltsam gealtert aussehenden Kind bringt Tetsuo schließlich zu Fall. Anschließend gejagt und verschleppt von Regierungstruppen beginnt sich Tetsuo immer mehr zu verändern und seltsame Kräfte zu entwickeln. Unterdessen versucht Kaneda verzweifelt seinen Freund wiederzufinden und gerät dabei in Kontakt mit Untergrundkämpfern, die ebenfalls hinter Tetsuo und den Regierungsschergen her zu sein scheinen. Doch die Bedrohung, die sich inzwischen zusammenbraut, ist weitaus größer als alle Fraktionen vor und hinter den Kulissen auch nur ahnen könnten.

Jenseits seiner für damaligen Zeiten technischen Perfektion bietet "Akira" auf der Story-Ebene eine derart dichtgepackte Vielfalt an Inhalten und Themen, die vom Teenagerdrama über politische Verschwörungstheorien, staatlicher Gewalt und deren Missbrauch, fataler wie rücksichtsloser wissenschaftlicher Gier, Korruption, ideologischer Verblendung, religös apokalyptischer Schwärmerei und einer Coming-of-Age Geschichte philosphisch metaphysischer Art, dass es einem den Atem verschlägt. All das entfaltet sich zudem vor einer postapokalyptischen Science-Fiction-Action-Kulisse, die einen ständig auf Trab hält. Wenn schließlich das jüngste Gericht von Menschenhand auf Neo-Tokio herniederprasselt bleibt dem Zuschauer auch heute noch vor Staunen der Mund offen stehen. Katsushiro Otomo durfte schließlich 10 Millionen Dollar - damals eine unerhörte Summe für einen Animationsfilm - verbraten, um auch visuell das komplette Spektrum des Mediums auszunutzen. Allein 327 verschiedene Farben, davon 50 exklusiv für "Akira" gemischt, kamen zum Einsatz, um die epischen wie hoch detaillierten Nachtkulissen von Neo-Tokio auf Film Film zu bannen.

BILD

Akira

Der anamorphe Widescreentransfer (1.85:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die aber trotzdem noch winzige analoge Rückstände wie Bildpunkte und sehr leichte Verunreinigungen besitzt. Schärfe und Kontrast sind dafür aber sehr gut und geben mit einer leichten Portion Filmkorn einen guten Filmeindruck wieder. Die Farben sind entsprechend kraftig und bekommen nur in einigen wenigen Szenen einen eztwas ausgewascheneren Eindruck. Der Schwarzlevel ist tief aber kann auch in einigen Szenen seicht milchiger werden. Die Kompression bleibt dafür tadellos und ohne Artefakte. Ein sehr schöner HD-Transfer, der den Filmlook von "Akira" erhält.

TON

Akira

Der deutsche Ton von "Akira" auf Blu-ray liegt sowohl in der originalen Kinosynchronisation (DTS-HD-MA 2.0) als auch in der neuen und ebenfalls gelungenen Neu-Synchronisation von 2005 (DTS-HD-MA 5.1) vor. Während die Originalsynchro ein solides Stereoprofil aufweist kann sie jedoch nicht mit der neuen Abmischung von 2005 mithalten. Dennoch ist auch die auf DTS-HD aufgebohrte 5.1 Tonspur nicht so gut abgemischt, wie sie es eigentlich sein müsste. Besonders die markante, pochend, wummernde Musik gerät oftmals zunehmend in den Hintergrund. Dies betrifft aber auch einzelne ambiente Effekte und die in der Soundstage wandernden Dialoge.
Der Referenzvergleich ist dafür die in True-HD angelegte Tonspur des japanischen Tons, der der legendären Hypersonic-Abmischung entspricht. Dieser Track hat einen sensationellen Referenzcharakter und sprengt mit einem Datendurchsatz von über 15.000 kBit/S die Skala - zum Vergleich ein durchschnittler DTS-HD Track hat ca. 2000 kBit/S. Dynamisch krachend, sensationell laut und großartig verständlich (sofern Japanisch-Kenntnisse vorhanden sind) kesselt dieser Track alles in Grund und Boden. Wer eine Soundreferenz braucht, um seine Heimkinoanlage einmal tontechnisch auszulasten, hat mit dem japanischen Ton von "Akira" den Volltreffer gelandet! Sehr gut.

EXTRAS

Die Extras auf der Scheibe halten sich in Grenzen: das "Making of" (ca. 45 Min.) beschäftigt sich hauptsächlich mit der ausgefallenen Musik und dem Sounddesign des Films, das tatsächlich einzigartig ist. In den Interview-Sequenzen darf Katsushiro Otomo aber auch gut abschweifen und erzählt auch über seine persönliche Geschichte, die er mit "Akira" verbindet und wie er den Stoff entwickelt hat.
Dazu gibt es noch zwei Videos (insgesamt ca. 42 Min.) die sich mit dem Animationsprozess und der detailgetreuen Umsetzung des Mangas beschäftigen. Zu sehen gibt es dabei rohe Animationssequenzen, die teilweise kommentiert werden sowie einzelnes Bildmaterial vom ersten Sketch bis zur Fertigstellung.
Weiterhin sind noch die Trailer und Teaser zum "Akira" vorhanden.

FAZIT

"Akira" bleibt der Meilenstein und Wegbereiter für den internationalen Erfolg der Anime-Kunst aus Japan. Katsushiro Otomo verbindet hier Cyberpunk Ästhetik mit "Blade Runner" und "Mad Max" gepaart mit einer ordentlichen, philosophischen Harke im Stil von Kubricks "2001". Diese explosive Mischung geht auch heute noch unter die Haut. Der neue HD-Transfer kann sich aber nicht ganz frei von analogen Rückständen machen. Dazu kommen die bereits schon veröffentlichten Extras samt eines neuen Booklets. Eine große Freude für Fans: beide deutsche Synchronfassungen sowie der japansiche Hypersonic-Track sind auf der Blu-ray vorhanden.



Kay Pinno


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