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Die Todeskarten des Dr. Schreck   (BLU-RAY)

Die Todeskarten des Dr. Schreck
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Original: Dr. Terror's House of Horrors   (England, 1964)
Laufzeit: 98 Min. (1080p)
Studio: Wicked Vision
Regie: Freddie Francis
Darsteller: Christopher Lee, Peter Cushing, Donald Sutherland, Roy Castle u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9))
Ton: DTS-HD-MA 2.0 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: 3 Kommentare, Vorwort, Making of u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 3-/ 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Zugfahrt ins Grauen"

Als sich fünf Fahrgäste in einem Zugabteil zusammenfinden, ahnen sie noch nicht, dass es für alle eine Reise ins Grauen werden soll. Kurz vor der Abfahrt besteigt schließlich ein kurios aussehender weiterer Fahrgast das Abteil und stellt sich als Dr. Schreck (Peter Cushing) vor. Im Gespräch erfährt die Runde, dass sich der kauzige Akademiker anscheinend mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigt.
Besonders der energische Kunstkritiker Franklyn Marsh (ein hervorragend fieser Christopher Lee) bezweifelt die Seriösität des drolligen Mitfahrers, worauf Dr. Schreck trotz ausdrücklicher Warnung eine Kostprobe seines Könnens gibt: mittels Tarot-Karten sagt er die Zukunft seiner Zugbegleitung voraus!
So beginnt "Die Todeskarten des Dr. Schreck" seinen Reigen aus fünf Kurzgeschichten, die schlussendlich in einer wundervollen Pointe gipfeln, die den Episoden einen schick schaurigen wie stabilen Rahmen verleihen.
Angeführt von einer großartigen Besetzung, die neben Lee und Cushing einen noch unbekannte Donald Sutherland, sowie Bond Chef Bernard Lee, Michael Gough und Jeremy Kemp im Gepack hat, nutzt Kameramann und Regisseur Freddie Francis alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel, um aus dem schmalen Budget der Amicus-Produktion alles rauszuholen. Die dichte Atmosphäre und der schwarze Humor der Geschichten, die auch nicht vor größeren Albernheiten wie "Pflanzengehirnen" zurückschrecken, ohne dabei den seichten Gruselfaktor zu verlieren, wirken auch heute noch charmant. Besonders gelungen und effektiv sind allerdings die Episoden um das Schicksal von Kritiker Marsh und die des Jazz-Musikers Biff Bailey (Roy Castle agiert erfolgreich als humoristisches Gegengewicht), der in der Karibik die Bekanntschaft mit Voodoo macht. Ohne inhaltlich zu erfinderisch zu sein, was auch in der Dokumentation des Extramaterials der Blu-ray gut belegt wird, kann "Die Todeskarten des Dr. Schreck" als einer der größeren Eckpfeiles des britischen Horrorkinos in den 60er Jahren bezeichnet werden. Nicht ohne Grund klaute schließlich sogar die große Konkurrenz Hammer Films den titelgebenden Slogans des Originaltitels und bezeichnete sich selbst als das "House of Horror".

BILD

Die Todeskarten des Dr. Schreck

Der anamorphe Widescreen-Transfer (2.35:1) basiert auf einer guten Vorlage, die trotz einer guten Restaurationsarbeit ihr Alter nicht ganz verbergen kann. An einigen Stellen sind noch analoge Rückstände zu sehen und an einer Stelle ist auch ein kleiner Laufstreifen da, wohl aufgrund seiner Durchgängigkeit nicht entfernt werden konnte. Wer aber sehen möchte, wie viel Arbeit hier geleistet worden ist, der kann bei den Extras (s.u.) auch den deutschen Kinoprint mal im Vergleich sehen - in einem Wort: WELTEN! Schärfe und Kontrast sind recht gut, wenngleich der gesamte Look des Films ein wenig abgesoftet ist. Dennoch ist der Detailgrad sehr hoch und die Farben sind kräftig, ohne den Gesamteindruck zu künstlich wirken zu lassen. Der Schwarzlevel ist solide, aber tendiert auch hier vereinzelt zu einer leichten Mattheit. Besonders die wenigen "Location" Aufnahmen sind dafür ein deutliches Beispiel. Die Kompression bleibt sauber und hält das Bild stabil. Noch gut.

TON

Die Todeskarten des Dr. Schreck

Der Ton von "Die Todeskarten des Dr. Schreck" liegt auf Blu-ray im DTS-HD 2.0 Format vor. Zwei deutsche Synchronisationen sind verfügbar: dir originale Kinosynchronisation hat allerdings ein wenig mehr gelitten, so sind hier kleinere Aussetzer und Tonsprünge zu beklagen. Die spätere TV-Synchronisation ist jedoch lupenrein genauso wie der vorzügliche englische Track.
Die Kinosynchronisation kann dennoch gut mithalten und liefert verständliche Dialoge und einen noch recht gut entrauschten Mono-Sound.

EXTRAS

"Die Todeskarten des Dr. Schreck" bringt auf Blu-ray eine starke Packung an Extras mit: gleich zwei Audiokommentare begleiten den Film. Auf dem ersten Track sind Regisseur Freddie Francis und Jonathan Sothcott zu hören, die sehr gut auf die Produktionsumstände und die Inszenierung des Films eingehen. Trotz vieler Details bleiben spannende Anekdoten vom Dreh eher die Seltenheit. Dafür gibt es ein Who is Who der damaligen Mitarbeiter zu hören.
Eher Filmwissenschaftlich geht es dann beim zweiten Track mit Dr. Rolf Giesen, der auch eine längere, gelungene Einleitung zum Film spricht, und Uwe Sommerlad zu.

Das Herz der Extras ist allerdings die von Marc Morris produzierte Dokumentation "House of Cards" (ca. 58 Min.), die keine Karte aus dem Stapel der "Todeskarten des Dr. Schreck" unaufgedeckt lässt. Die Fülle an Informationen und Verweise, die innerhalb der Dokumentation präsentiert werden, sind wirklich umwerfend, da Schauspieler und Filmemacher umfassend und insbesondere in bezug auf diese Produktion beleuchtet werden. Eine echte Schatztruhe an wundervollem Filmwissen, die nicht verschlossen bleiben sollte!

Ein besonderes Schmankerl für Filmfans ist sicher auch die Dreingabe des Abzugs einer deutschen 35mm Fassung des Films, einschließlich deutscher Titel und Vintage-Verschleiß. Großartig. Abgerundet wird die Scheibe noch mit einer schicken Plethora an Werbematerialen und Trailern. Absolut gelungen!

FAZIT

"Die Todeskarten des Dr. Schreck" ist eine prallgefüllte Pralinenschachtel voll klassischem 60er Jahre Horror mit einer Top-Besetzung. Das kleine Genre Label Wicked Vision hat sich hier übertroffen und liefert den Film in toller Qualität, mehreren Synchro-Spuren und einem gewichtigem Haufen exzellenter Extras. Ein Traum für Classic-Horror Fans. Dringend empfohlen.



Kay Pinno


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