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Satan der Rache   

Satan der Rache
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Original: E Dio Disse a Caino   (BRD / Italien, 1969)
Laufzeit: 96 Minuten (PAL)
Studio: 96 Minuten (PAL)
Regie: Antonio Margheriti als Anthony Dawson
Darsteller: Klaus Kinski, Peter Carsten, Marcella Michelangeli, Guido Lollobrigida u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie, Biographien
Preis: ca. 14 €
Wertung: 3 / 4+/ 4- (Bild/Ton/Extras)


"Showdown!"

Um es gleich vorweg zu nehmen: “Satan der Rache” ist Klaus Kinskis “Keoma” - nur düsterer, nihilistischer und fast eher wie ein apokalyptischer Horrorfilm inszeniert. Als High-Concept-Italowestern aus den Händen des einschlägig bekannten Genre-Filmer Antonio Margheriti bleibt “Satan der Rache” aber auf dem Teppich und versucht nicht ins Esoterische abzudriften wie “Töte Django” oder gar “El Topo”. Schon der originale Titel (“Und der Herr sprach zu Kain”) weist wieder mal auf eine biblische Abrechnung hin, die im Italowestern natürlich voll mit Blei bezahlt wird. Gary Hamilton (Kinski) hat 10 Jahre als Gefangener in einem Steinbruch schuften müssen und wird aufgrund einer Amnestie freigelassen. Schuld an seinem unfreiwilligen Arbeitsprogramm hat sein ehemals bester Freund Acombar (Peter Carsten hat den Film auch co-produziert), der ihn bei der Obrigkeit ans Messer geliefert und sich zusätzlich seine Freundin Maria (Marcella Michelangeli) unter den Nagel gerissen hat. Hamilton will deshalb nur noch gnadenlose Rache üben, die sich im Film aber nicht nur als blanke Gewalt, sondern zum Schluss als schmerzhaft tragische Oper griechischen Ausmaßes entlädt. Nach der kurzen Eröffnungssequenz im Steinbruch beobachtet der Film nur noch Hamiltons Angriff auf Acombar und seine Schergen. Dieser ausgewalzte Showdown funktioniert dank seiner inszenatorischen Vielfalt und einer gelungenen Atmosphäre. Der Rachefeldzug wird von einem Sturm begleitet, der den kleinen Ort wahrlich in eine Geisterstadt verwandelt, in der Hamilton wie ein Geist zwischen ächzenden Balken, knarrenden Türen, tröpfelnden Indianer-Katakomben und einer den Tod ankündigen Kirchenglocke sein blutiges Werk vollbringt. Visueller Höhepunkt des ausgedehnten Totentanzens ist die finale Konfrontation zwischen Hamilton und Acombar, bei der einige Spiegel eine zentrale Rolle spielen. “Satan der Rache” wird besonders mit seinem Epilog, bei dem deutlich wird, dass auch Kinskis Hamilton nie mehr etwas zu Lachen haben wird, zu einer schönen Überraschung aus dem weiten Feld des Italowesterns. e-m-s bringt den Film zudem in der ungekürzten knapp 6 Minuten längeren Fassung, bei der einige Übergange aber auch die spärlichen Nebenfiguren eine bessere Kontur bekommen.

BILD

Satan der Rache

Der anamorphe Widescreen-Transfer (1.85:1) ist eine wirkliche schicke Abtastung geworden, obwohl das Format nicht der originalen Ratio (2.35:1) entspricht. Zwar zeigt die Vorlage zahlreiche Bildpunkte und ein paar kleinere Spratzer, aber die leichten Verunreinigungen bleiben auf einem Niveau, das nicht vom Film ablenkt. Schärfe und Kontrast sind noch gut, wenngleich einige Außenaufnahmen ein wenig matschiger wirken als die im Studio gefilmten Interieurs. Zudem sind die wieder in den Film eingefügten Elemente von etwas schwächerer Qualität, was sich in einem leicht matterem Kontrastverhältnis zeigt. Die Farben sind solide und geben den matt dunkelbraunen, pastellenen Look des Films gut wieder. Erstaunlich gut hält der Schwarzlevel mit, der tief ist und trotz des alten Materials doch nicht alle Details verschluckt. Die Kompression hält das Bild stabil und lässt keine Artefakte aufkommen. Ein leichtes Hintergrundrauschen ist dennoch in einigen Szenen auffällig.

TON

Satan der Rache

Die Monoton-Spuren auf Deutsch und Italienisch wurden beide gut aufgeräumt und haben nur noch einen minimalen Rauschanteil. Die Dialoge sind klar und deutlich verständlich, während die erstaunlich gute wie stimmige Musik von Carlo Savina recht dynamisch aus den Lautsprechern tönt. Auch die Soundeffekte sind immer noch manierlich anzuhören und klingen nicht dumpf. Die fehlenden Dialogpassagen der deutschen Fassung sind auf Italienisch zu hören und mit deutschen Untertiteln versehen.

EXTRAS

Die Extras sind mit einer Artwork-Bildergalerie, Biographien (Kinski, Margheriti) einem Trailer recht dürftig. Der Trailer ist allerdings der originale deutsche Kinotrailer und ein wirklicher Kracher. Genau so etwas wollen wir als Trailer zu sehen bekommen. Toll. Der in der DVD vorhanden Flyer enthält auch noch einen kurzen aber informativen Text von Kai Jordens über “Satan der Rache”.

FAZIT

Diesen Italowestern muss man einfach entdecken: “Satan der Rache” ist der apokalyptische Abgesang auf das Rache-Motiv des Western als auch auf den dazu obligatorischen Showdown, der hier zum zentralen Inhalt erhoben wird. Geradlinig wie formvollendet ringt der Film dem Italowestern besonders visuell eine unheimlich gute Note ab. Die solide DVD-Umsetzung von e-m-s ist zwar nicht preisverdächtig, aber der Film allein reicht da schon für eine Kaufempfehlung.



Kay Pinno


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