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Schloss des Grauens   

Schloss des Grauens
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Original: La vergine di Norimberga   (Italien, 1963)
Laufzeit: 80 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Antonio Margheriti
Darsteller: Christopher Lee, Rosanna Podestà, Georges Rivière u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Bildergalerie, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 1 / 2-/ 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Auf die Folter gespannt!"

Italienische Regisseure liebten es, in den 60er Jahren gotische Horrorfilme zu drehen. Neben dem unvergleichlichen Meister Mario Bava wagte auch Antonio Margheriti, besser bekannt unter seinem Pseudonym Anthony M. Dawson, Ausflüge in dieses Genre. Für „Schloss des Grauens“ wurde zugleich die britische Gruselfilm-Ikone Christopher Lee verpflichtet, der hier einen zwielichtigen Schlossverwalter mit einer verdächtigen Narbe im Gesicht spielt. Man sieht also, dass sich der Film nicht scheut, auf triviale Klischees zurückzugreifen. Im jonglieren mit solchen Elementen liegt sein Reiz. Neben dem zwielichtigen Verwalter halten sich der Besitzer des Anwesens und seine Frau auf dem weitläufigen Gelände auf. In der Nacht hört die Frau seltsame Geräusche, die sie zu einem brutalen Folterinstrument führen, der berüchtigten eisernen Jungfrau. Das im Mittelalter beliebte Gerät ähnelt einem Sarkophag, bei dem sich eiserne Metallspitzen in einen eingeschlossenen Körper bohren, wenn der Sarkophag geschlossen wird. Als die Frau des Schlossbesitzers die eiserne Jungfrau öffnet, entdeckt sie eine blutige Leiche und erleidet einen Zusammenbruch. Ihr Mann versucht sie zu beruhigen, aber es dauert nicht lange, bis seine Behauptung, sie habe sich alles nur eingebildet, durch weitere grausige Ereignisse an Glaubwürdigkeit verliert. Die Figuren wirken allesamt wie alte Bekannte. Der zwielichtige Verwalter wird durch eine schwarz gekleidete Haushälterin mit strenger Frisur und ebensolchem Blick unterstützt. Ein Polizist bringt die entsprechende Kriminalfilmatmosphäre in das Werk. Gewittergrollen und zuckende Blitze, Frauenschreie und düstere Gewölbe gehören zu den Spannungselementen, die in keinem gotischen Horrorfilm fehlen dürfen. Das Schloss selbst besitzt bereits eine morbide Ausstrahlung und Christopher Lee als bekanntester unter den Darstellern macht den klassischen Reigen perfekt. Margheriti weiß um die notwendigen Elemente und führt sie routiniert in „Schloss des Grauens“ ein. Die fein gestalteten Bilder untermauern den vergnüglichen Gruselstoff. Nur der Schnitt ist an der einen oder anderen Stelle etwas ungeschickt.

„Schloss des Grauens“ wird erstmals in ungeschnittner Fassung präsentiert, denn Anfang der 60er Jahre musste der Nazi-Hintergrund der Scheer weichen.

BILD

Schloss des Grauens

Bei dieser DVD-Veröffentlichung ist es mal wieder an der Zeit, begeistert zu sein. Das Bild erstrahlt in einer zeitlos guten Schärfe und nur ganz selten einmal treten Bilddefekte auf. Die Farben, das Herzstück eines gotischen Horrorfilms, sind ein Traum an Frische und Kräftigkeit. Schwarzlevel und Kontrast sind wunderbar. Lediglich die Detailwiedergabe fällt in den dunklen Szenen etwas schwächer aus. Rauschmuster sind keine zu erkennen.






TON

Schloss des Grauens

Der Mono-Ton siedelt sich in guten Regionen an. Sowohl die deutsche als auch die italienische Tonspur sind sehr gut zu verstehen. Vor allem die Musik kommt wunderschön zur Geltung. Während der italienische Ton etwas dumpfer ausfällt, neigt die deutsche Fassung zu leichtem Klirren in den Höhen.








EXTRAS

Als Extras gibt’s nur eine Bildergalerie und den Trailer.

FAZIT

„Schloss des Grauens“ mixt die klassischen Elemente eines gotischen Horrorfilms mit einer visuell ansprechenden Farbdramaturgie. Düstere Gewölbe und Kriminalfilmelemente sorgen für ein Gruselvergnügen. Technisch ist die DVD ausgezeichnet. Vor allem das Bild ist ein Genuss.



Stefan Dabrock


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