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Django, unbarmherzig wie die Sonne   

Django, unbarmherzig wie die Sonne
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Original: Sentenza di morte   (Italien, 1968)
Laufzeit: 90 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Mario Lanfranchi
Darsteller: Robin Clarke, Richard Conte, Tomas Milian, Adolfo Celi u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, Einführung u.m.
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3-/ 3 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Mordsbrüder!"

Für Django (im italienisch Original heißt er Cash) ist es eine bittere Stunde, als der Säufer seinem Bruder nicht helfen kann, der durch vier üble Bösewichte ermordet wird. Fortan trinkt Django nur noch Milch und hat sich geschworen, blutige Rache an den Mördern zu üben. Nacheinander spürt er die hinterhältigen Schurken auf und fordert sie zum psychologisch anstrengenden Duell auf. Die Handlung des Films bietet tatsächlich nicht mehr, als es diese Zeilen wiedergeben, allein durch seine brillante Inszenierung veredelt Mario Lanfranchi „Djano – Unbarmherzig wie die“. Schon die erste Auseinandersetzung in der Wüste ist von mythologischer Dimension, wenn ein Unbewaffneter (Django) mit zwei Wasserschläuchen einen Bewaffneten, der aber kein Wasser dabei hat, verfolgt. Durch solch originelle Konstruktionen erschafft Lanfranchi immer wieder Duellsituationen, die ihr archaisches Potential noch zu steigern wissen. Die reine Auseinandersetzung zwischen Rächer und Mörder erfährt eine ritualisierte Stilisierung, in der es um nichts weiter, als um Leben und Tod geht. Dadurch schälen sich die elementaren Gefühle wie Rache und Schuld in einer selten gesehen Klarheit hervor. Gleichzeitig bedeutet jedes Duell eine Auseinandersetzung um die Meisterschaft in verschiedenen Gebieten. Dabei erweist sich Django seinen Gegnern auf deren eigenem Feld überlegen, weil er mit der moralischen Autorität des Rächers ausgestattet ist.

BILD

Django, unbarmherzig wie die Sonne

Die Vorlage kann ihr Alter nicht verstecken. Regelmäßig huschen Bildpunkte über das Material, und Rauchmuster treten in Erscheinung. Dafür ist das Bild weitgehend scharf. Die kräftigen Farben sorgen zusätzlich für den notwendigen visuellen Genuss. Auch der Kontrast reiht sich hier ein, sorgt aber an einigen wenigen Stellen für etwas überstrahlte Bilder. Insgesamt ist der Transfer in Ordnung, aber etwas schwächer als frühere Italo-Western-Veröffentlichungen von Koch Media.




TON

Django, unbarmherzig wie die Sonne

Der Mono-Ton bietet keinen Anlass zu Gemurre oder großen Lobeshymnen. Positiv ist in jedem Fall das die Dialoge gut verständlich aus den Lautsprechern ertönen. Rauschen stört hier kaum. Auch die Musikwiedergabe ist so ordentlich, dass die Atmosphäre des Films zur Geltung kommt.






EXTRAS

Die 26minütige Einführung durch Regisseur Mario Lanfranchi, im weitläufigen Haus der Familie Lanfranchi gedreht, überzeigt auf der ganzen Linie. Aufgeräumt plaudert der Regisseur über verschieden Aspekte des Films, wie Darsteller, Konstruktion, visueller Stil, Musik und ähnliches. Neben interessanten Fakten blitzt auch immer wieder die schelmische Seite des Mannes auf. Sehr schön.

Eine echte Enttäuschung ist leider der Audiokommentar geworden. Man hätte Koch Media gewünscht, dass der exklusiv für diese DVD-Edition produzierte Track gelungen wäre, aber das Gegenteil ist der Fall. Spätestens nach 20 Minuten hat Lanfranchi zu seinem Film gar nichts mehr zu sagen, was nichts damit zu tun hat, dass er mit seinem Werk nichts mehr anfangen kann (die Einführung beweist das), sondern dass er einfach nicht weiß, wie er einen Audiokommentar sprechen soll. Er flüchtet sich in ständige Wiederholungen und ein Nacherzählen dessen, was gerade zu sehen ist. Die dadurch entstehende Langeweile wird noch durch die häufigen Pausen Lanfranchis unterstützt. Hier wäre es zwingend notwendig gewesen, einen Gesprächspartner mit vor das Mikrophon zu setzen. Denn das Lanfranchi unterhaltsam und wissenswert erzählen kann zeigt seine auf der DVD enthaltende Einführung. Hier wurde großes Potential verschenkt.

Abgerundet wird die DVD durch Trailer, alternative Vorspänne und einer Bildergalerie.

FAZIT

„Django – Unbarmherzig wie die Sonne“ gehört zu den eindrucksvollsten Italo-Western. Wer eine besonders originelle Geschichte erwartet ist hier sicher falsch, wer große Inszenierungskunst liebt, ist genau richtig. Die technische Umsetzung ist in Ordnung und das Bonus-Material besitzt immerhin die sehr schöne Einführung durch Regisseur Lanfranchi. Der schwache Audiokommentar hingegen ist kein Kauf-Argument.



Stefan Dabrock


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