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REVIEWS



American Monster   

American Monster
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Original: Q - The Winged Serpent   (USA, 1982)
Laufzeit: 93 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Larry Cohen
Darsteller: David Carradine, Michael Moriaty, Richard Roundtree u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch
Untertitel: -
Extras: Kommentar u.m.
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3-/ 3 / 2- (Bild/Ton/Extras)


"Brutstätte der Angst!"

Es beginnt mit einem Fensterputzer, der plötzlich kopflos auf seiner Arbeitsplattform steht. Die herbeigerufene Polizei steht vor einem Rätsel, da eigentlich niemand Zugang zur Plattform haben konnte, um den Arbeiter zu enthaupten. Der Fensterputzer bleibt nicht die einzige Leiche, so dass die Ermittlungen in alle Richtungen vorangetrieben werden. Gleichzeitig scheitert ein dilettantisch durchgeführter Einbruch bei einem Juwelier. Die drei Gangster fliehen, aber derjenige, der die Beute bei sich trägt, verliert die Tasche. Seine Kollegen rücken ihm deswegen auf den Pelz, da sie glauben, er wolle sie über den Tisch ziehen. Auf seiner Flucht gelangt er in die Spitze des Chrysler-Buildings, wo er die Ursache für die seltsamen Morde findet. Der Gangster erpresst mit dem Wissen die unter Druck stehenden Spitzen der Stadt New York. Erst wenn sie bestimmte Forderungen erfüllen, verrät er seine Erkenntnisse. Larry Cohens Monster-Film überzeugt auch heute noch durch seine bösartigen gesellschaftlichen Seitenhiebe. Die Opfer der Morde sind zumeist einfache Arbeiter, die Gefahr geht vom Chrysler-Building aus, einem Sinnbild für Amerikas wirtschaftlichen Aufstieg. Allein dies spricht schon Bände hinsichtlich der politischen Ausrichtung Larry Cohens, der sicherlich kein glühender Anhänger des Kapitalismus ist. Seine collageartige Montage beider Handlungsstränge, die zunächst wenig verbunden nebeneinander stehen, erzeugt das merkwürdig gut funktionierende Gefühl, zwei Filme auf einmal zu sehen, die auf einer gesellschaftskritischen Ebene miteinander zusammen hängen. Die Stop-Motion-Effekte haben auch heute noch Charme und vermitteln eine heimelige Monsterfilmatmosphäre. Unbestrittener Star des Films ist aber eindeutig Michael Moriarty als Möchtegerngangster, der die trotzige Protesthaltung eines wenig Begünstigten mit rotziger Souveränität verkörpert. Wenn man böse ist, könnte man sagen, dass seine Erpressung der Stadt New York nichts weiter ist, als ein konsequentes Ausleben des kapitalistischen Ideals. Wer eine Ware hat, muss sie auch verkaufen dürfen. “American Monster” funktioniert insofern sowohl als Monsterfilmhommage als auch als bissige Satire.

BILD

American Monster

Leider wurde nicht der anamorphe Transfer benutzt, der auf der amerikanischen Blue Underground-DVD zu finden ist. Zwar weist die DVD nur wenige Dreckspuren oder sonstige Defekte wie Bildpunkte beziehungsweise Laufstreifen auf, aber sie hat durchaus mit Nachzieheffekten, Flimmern und einem teilweise etwas zu starkem Kontrast zu kämpfen. Die Schärfe ist völlig in Ordnung.





TON

American Monster

Beide Mono-Tonspuren weisen keine nennenswerten Schwächen oder Stärken auf. Selbstverständlich ist der Sound nicht völlig rauschfrei. Die geht aber nicht zu lasten der Verständlichkeit der Dialoge. Es handelt sich um grundsoliden Mono-Ton.








EXTRAS

Die DVD enthält einen Audiokommentar von Regisseur Larry Cohen und seinem Freund William Lustig, der als Interviewer fungiert. Der Kommentar gehört zum absolut hörenswertesten, was im Audiokommentarbereich angeboten wird. Cohen vermittelt tiefe Einblicke in seine teilweise absurde Arbeitsweise, die nur noch als Guerilla-Filmemachen bezeichnet werden kann. Da steigt man auch schon mal bis in die Spitze des an dieser Stelle nicht mehr gesicherten Chrysler-Buildings, um bestimmte Szenen drehen zu können. Cohen und Lustig plaudern viel solche Begebenheiten, verdeutlichen die Vision hinter dem Film und geben Einblick in ein paar Hintergründe. Leider läuft der Kommentar leicht asynchron zum Bild – im Gegensatz zur US-Scheibe. Das macht sich natürlich dann bemerkbar, wenn die beiden konkret etwas zu einer Szene sagen. Darüber hinaus enthält die DVD eine Bildergalerie.

FAZIT

Larry Cohen, der auch das Drehbuch zu “Nicht Auflegen” geschrieben hat, drehte mit “American Monster” einen intelligenten Monsterfilm, der Angstmechanismen mit gesellschaftskritischen Tönen zu einem Genre-Kunstwerk verbindet.



Stefan Dabrock


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